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Unsere Empfehlung für Sie

Alles über Kaffee - Von A wie Arabica bis Z wie Zubereitung

  • Überblick
  • Zubereitung
  • Röstung & Zertifizierung
  • FAQ

Laut des Deutschen Kaffeeverbands trinkt jeder Deutsche durchschnittlich über 150 Liter Kaffee im Jahr – kein Wunder also, dass die Kaffeevielfalt immer größer wird. Sich zwischen den verschiedenen Kaffeesorten und Zubereitungsarten zu entscheiden, fällt da mittlerweile gar nicht mehr leicht. Was ist der richtige Röstungsgrad für den optimalen Kaffee? Und welche Vor- und Nachteile hat die Zubereitung mit Pulver, Pads oder Kapseln? Auch die ökologische Kaffeeherstellung ist in den letzten Jahren für viele Käufer immer wichtiger geworden – doch wie erkennen Sie überhaupt, unter welchen Bedingungen Ihr Kaffee hergestellt wurde? In unserem Ratgeber verraten wir Ihnen, wie Sie den für Ihren Geschmack perfekten Kaffee finden, und auf welche Siegel Sie achten sollten, wenn Sie auf die ökologische Herstellung Ihres Kaffees besonderen Wert legen.

Welche Kaffeesorten gibt es und wie unterscheiden sie sich?

Arabica & Robusta - Die zwei Klassiker

Eine Tasse Kaffee mit einer hellbraunen Crèma

Arabica-Kaffee macht über die Hälfte des gesamten Welthandels aus und zählt somit zu den meistverkauften und -verarbeiteten Kaffeesorten der Welt. Der Geschmack des Arabica-Kaffees wird unter Kennern oft als edel und besonders fein beschrieben, da er aufgrund der leichten Röstung über nur sehr wenig Bitterstoffe und eine besonders ausgewogene Säure verfügt. Im Vergleich zu anderen Kaffeesorten hat der überwiegend im Hochland angebaute Kaffee zudem einen relativ geringen Koffeingehalt von unter zwei Prozent. Auch der Gehalt an Chlorogensäure, der für die Magenverträglichkeit ausschlaggebend ist, ist bei einem Kaffee der Sorte Arabica sehr gering. Durch den niedrigen Chlorogengehalt wird zusätzlich der Harndrang, der häufig durch übermäßigen Kaffeegenuss hervorgerufen wird, deutlich vermindert. Robusta-Kaffee ist die zweite, und neben dem Arabica-Kaffee einzige, auf dem Weltmarkt stark vertretene Kaffeesorte. Da die Pflanzen der Robusta-Bohne deutlich unempfindlicher sind und wesentlich schneller wachsen, ist der Ertrag der Robusta-Kaffeepflanze um ein Vielfaches höher als der der Arabica-Pflanze. Der Geschmack wird jedoch häufig als erdig oder modrig beschrieben. Zudem verfügt der Robusta-Kaffee über sehr viele Bitterstoffe. Der Koffeingehalt ist beim Robusta deutlich höher als beim Arabica: Er enthält durchschnittlich zwei Mal mehr Koffein. Auch der Gehalt an Chlorogensäure ist sehr viel höher. Aufgrund des relativ starken Koffeingehalts und des typisch herben Geschmacks, der von Espresso-Liebhabern oft auch als typisch für einen guten Espresso empfunden wird, wird der Robusta-Kaffee auch besonders häufig in Espressomischungen verwendet. Jedoch sind auch in handelsüblichen Kaffeepackungen, sofern nicht ausdrücklich darauf hingewiesen wird, Arabica und Robusta sehr oft in einem Mischverhältnis abgepackt. Das Verhältnis zueinander kann variieren, jedoch ist meistens ein kleinerer Teil an Robusta-Kaffee zugefügt. Erst die explizite Auszeichnung „100% Arabica-Kaffee“ gibt dem Käufer die Sicherheit, dass der gekaufte Kaffee tatsächlich aus reinem Kaffee der Arabica-Bohne besteht. Andernfalls ist davon auszugehen, dass es sich um eine Kaffeemischung handelt. Natürlich gibt es auch innerhalb der einzelnen Sorten Unterschiede, die sich vor allem auf die Reife der geernteten Kaffeefrüchte oder die Höhenlage der Kaffeeplantage beziehen. Für den Endverbraucher sind diese Unterschiede jedoch nur sehr schwer festzumachen. Lediglich der Zusatz „Hochlandkaffee“ lässt auf ein Anbaugebiet in einer äußerst guten Höhenlage schließen und ist eine besondere Qualitätsauszeichnung. Bei Arabica-Kaffee geht man bei etwa 600-1200 Metern über dem Meeresspiegel von einer optimalen Lage der Kaffeeplantage aus, Robusta-Plantagen liegen etwa bei der Hälfte.

Koffeinfreier Kaffee für bewusste Ernährung und Schwangere

Koffein kann Aufmerksamkeit und Konzentration steigern und macht vor allem wach – ein Grund, warum viele Kaffeeliebhaber auf ihren morgendlichen Kaffee nicht verzichten wollen. Allerdings kommt es auch vor, dass das Koffein im Kaffee zu Einschlafproblemen und sogar Bluthochdruck führt. Koffeinempfindliche Menschen sollten dann auf einen entkoffeinierten Kaffee zurückgreifen.
Zur Entkoffeinierung gibt es verschiedene Verfahren: Beim ersten kommerziellen Entkoffeinierungsverfahren, dem Roselins-Verfahren, wurden die Kaffeebohnen zunächst in einer Salzlösung zum Quellen gebracht und im Anschluss mit dem Lösungsmittel Benzol behandelt. Seit einigen Jahren wird Benzol jedoch als gesundheitsgefährdend eingestuft, so dass diese Praktik keine Anwendung mehr findet. Stattdessen verwendet man heutzutage Lösungsmittel, die auch in verschiedenen Obst- und Gemüsesorten vorkommen oder alternativ dazu Verfahren, die mit Wasserdampf und Druck oder mithilfe spezieller Öle das Koffein extrahieren. Abhängig vom jeweiligen Verfahren können jedoch beim Extrahierungsprozess auch die für den richtigen Kaffeegeschmack so entscheidenden Aromen gelöst werden. Das Arbeiten mit Kaffeebohnenöl, das aus gerösteten Kaffeebohnensamen besteht, verhindert die Verflüchtigung der Aromastoffe.
Das gesamte Koffein zu entziehen, ist bisher bei keinem der Verfahren möglich, so dass immer ein geringer Restgehalt bleibt. Es darf in einem entkoffeiniertem Kaffee allerdings nicht mehr als 0,1 Prozent Koffein enthalten sein – so schreibt es die EU als einheitlichen Richtwert vor. Wer also sehr empfindlich auf Koffein reagiert, der sollte auch entkoffeinierten Kaffee unbedingt nur in Maßen genießen, denn 10 Tassen können dann so viel Koffein enthalten, wie eine normale Tasse Kaffee – das sollte man auch in der Schwangerschaft unbedingt beachten. Als Alternative zu koffeinhaltigem und entkoffeiniertem Kaffee gibt es auch Kaffeemischungen, die in einem 50:50-Verhältnis stehen, diese sind meistens durch Zusätze wie beispielsweise „Balance“ gekennzeichnet.

Kräftig im Geschmack: Espresso

Espresso mit Bio Siegel

Das ursprünglich aus Mailand stammende Heißgetränk ist eine besonders konzentrierte Variante des Kaffees. Typisch für den Espresso ist die sehr dunkle Röstung der Kaffeebohnen und die hellbraune Schaumschicht – die sogenannte Crema. Um das optimale Aroma und eine gleichmäßige Crema zu erhalten ist der Druck der Maschine von besonderer Wichtigkeit: Etwa 9 Bar sollte die Espressomaschine leisten können, um einen guten Espresso genießen zu können. Auch der Mahlgrad ist beim Espresso nicht unwichtig: Ist das Mehl zu fein gemahlen, so kann es sein, dass der Espresso-Kaffee zu bitter wird, da unter Umständen zu viele Bitterstoffe freigesetzt wurden. Ein zu grober Mahlgrad hingegen kann einen eher säuerlichen oder zu geringen Geschmack hervorrufen, auch kann sich ein zu grobes Pulver negativ auf die Konsistenz und Menge der Crema auswirken.
Oft wird angenommen, dass in einem Espresso deutlich mehr Koffein enthalten ist. Jedoch wird für die Zubereitung im Normalfall die gleiche Menge Kaffeemehl verwendet, wie für einen herkömmlichen Kaffee: etwa 7 Gramm (~ 50 Gramm Kaffeebohnen). Eine Tasse Espresso hat also nicht mehr Koffein, als eine Tasse Kaffee – der wesentliche Unterschied ist die relativ geringe Portionsgröße eines Espressos von etwa 25 ml.
Espresso ist auch für Kaffeeliebhaber, die eher eine leichtere Variante des Kaffeegenusses favorisieren, unerlässlich geworden. Er bildet nämlich die Basis einiger beliebter Kaffeegetränke wie Latte Macchiato, Caffè latte oder Cappuccino.

Mit Bio-Kaffee der Gesundheit und der Umwelt Gutes tun

Das Thema Nachhaltigkeit wird in Deutschland auch im Bereich Lebensmittel immer wichtiger – im Zuge dessen ist auch Bio-Kaffee in den letzten Jahren zunehmend beliebter geworden. Dieser unterscheidet sich vom herkömmlichen Kaffee im Wesentlichen in der Art des Anbaus. Beim ökologischen Anbau wird auf künstlich hergestellte Spritz- und Düngemittel verzichtet, so dass nicht nur der Boden des Anbaugebiets geschützt wird, sondern auch die Natur. Mit einem nachhaltigen Kaffeeanbau kann zudem dafür gesorgt werden, dass das Ackerland besonders fruchtbar bleibt. Bio-Kaffee zeichnet sich in den meisten Fällen zusätzlich durch eine gehobene Qualität aus: Zur Herstellung werden meistens zu 100% Arabica-Bohnen verwendet. Dass es sich um ein hochwertiges Bio-Produkt handelt, ist für den Verbraucher anhand des grünen Bio-Siegels leicht ersichtlich. Zudem sind viele Bio-Kaffeesorten auch unter den Bedingungen des Fair Trades (also des fairen Handels mit den Kaffeebauern) hergestellt worden oder entsprechen anderen ökologischen Gütekriterien.

Aromatisierter Kaffee mit besonderen Geschmacksrichtungen

In den vergangenen Jahren hat aromatisierter Kaffee zunehmend an Beliebtheit gewonnen. Was vor einigen Jahren in angesagten Kaffeeshops für einen regelrechten Hype sorgte, hat längst Einzug in deutsche Haushalte erhalten: Kaffee mit verschiedenen Aromen. Wer den speziellen Kaffeegenuss sucht, der ist hier genau richtig – ob Karamell, spezielle Schokoladensorten, Pfefferminze oder Lebkuchen, die Auswahl ist riesig. Auch die Form der Zubereitung ist vielfältig: Mittlerweile ist die mit Aromastoffen bereicherte Variante des Kaffees in fast allen möglichen Zubereitungsformen möglich. Besonders sind jedoch die Kaffeepads, -kapseln und Instantvarianten für ihre Produktvielfalt durch spezielle Aromen bekannt. Wer trotzdem seinem mit Pulver gekochten Kaffee eine spezielle Note verpassen oder nur ab und zu auf Aromazusätze zurückgreifen möchte, für den gibt es spezielle Kaffeesirups, die je nach Geschmack und Vorliebe hinzugegeben werden können.