Wer für schönes Ambiente und gemütliche Stimmung in den eigenen vier Wänden sorgen möchte, kann mit Teppichen tolle Akzente setzen. Bei der großen Auswahl an Teppichen mit unterschiedlichen Knüpftechniken finden Sie für jeden Einrichtungsstil passende Varianten, die das Gesamtbild des Raumes harmonisch abrunden. Doch auf was ist vor dem Kauf zu achten? Welche qualitativen Merkmale spielen eine Rolle und wie reinigt man Teppiche richtig? Die Antwort auf diese Fragen und weitere hilfreiche Informationen erhalten Sie in diesem Ratgeber.
1. Herkunft
Teppiche haben eine lange Tradition und Geschichte. Laut Überlieferung wurden bereits im 19. Jahrhundert vor Christus Teppiche geknüpft und als Wohngestaltungselement verwendet. Ihre Einsatzbereiche waren dabei sehr vielseitig: So dienten Teppiche nicht nur als Bodenschmuck, sondern auch als Wanddekoration, Tisch oder Schlafmöglichkeit.
Menschen aus den unterschiedlichsten Regionen widmen sich bis heute der Teppichfertigung und entwickeln diese stetig weiter.
Wir haben die bedeutendsten Herkunftsländer von Teppichen für Sie aufgelistet:
- Nordafrika
- Indien
- China
- Türkei
- Kasachstan
- Rumänien
- Algerien
- Iran
- Mongolei
In jedem Land werden unterschiedliche Techniken bei der Teppichfertigung angewandt. Dadurch wird das Aussehen maßgeblich geprägt, sodass sich für jeden Einrichtungsstil das passende Modell finden lässt. Grundsätzlich kann zwischen orientalischen und europäischen Varianten unterschieden werden. Erstere werden meist durch aufwendige Handarbeit hergestellt, während letztere überwiegend maschinell gefertigt werden.
2. Vor dem Kauf
Damit sich ein Teppich harmonisch in das Gesamtbild des Raumes einfügt, gilt es einige Dinge zu beachten.
Wir haben für Sie die wichtigsten Punkte zusammengefasst:
3. Qualitätsmerkmale
Neben optischen Aspekten ist bei der Entscheidung für einen Teppich auf einige Qualitätsmerkmale zu achten. Im Folgenden lesen Sie, welche Merkmale Ihr Teppich aufweisen sollte, damit Sie lange Zeit Freude an dem Wohnaccessoire haben:
- Das entscheidendste Merkmal eines hochwertigen Teppichs ist die Qualität der Wolle. Das Wohnaccessoire sollte am besten aus Schurwolle gefertigt sein, die sich durch einen hohen Fettgehalt auszeichnet. Dieser schützt den Teppich vor Schmutz und sonstiger Abnutzung.
- Achten Sie auf die Anzahl der Knoten pro Quadratmeter (= Knüpfdichte). Je höher diese Zahl ausfällt, desto besser ist die Qualität: Der Teppich ist dadurch fester und widerstandsfähiger, was generell zu einer höheren Haltbarkeit führt.
Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick darüber, wie die Qualität in Bezug auf die Anzahl der Knoten pro Quadratmeter einzustufen ist:
| Qualität | Anzahl der Knoten / m² |
|---|---|
| Gebrauchsqualität | Ab etwa 50.000 |
| Wohnqualität | Ab etwa 90.000 |
| Luxusqualität | Ab etwa 180.000 |
- Hochwertige Teppiche werden ausschließlich von Hand gefertigt und bei der Herstellung werden nur Naturfarben verwendet.
- Achten Sie außerdem auf die im Folgenden genannten Siegel, die Ihr Teppich idealerweise aufweisen sollte:
- Das GuT-Siegel von der Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichböden e.V. gewährleistet, dass der entsprechende Teppich aus umweltfreundlichen Materialien gefertigt wurde und recycelbar ist.
- Insbesondere Allergiker sollten auf das DAAB-Siegel achten. Dieses wird vom Deutschen Allergie- und Asthmabund an die Teppiche vergeben, die eine umfassende Geruchsprüfung und einen Materialien-Test bestanden haben.
- Das Teppichsiegel GoodWeave kommt bei Teppichen aus Pakistan, Nepal und Indien zum Einsatz. Es garantiert, dass das Produkt ausschließlich von Erwachsenen gefertigt wurde. Dadurch soll ausbeuterische Kinderarbeit verhindert werden.
- Der blaue Engel gewährleistet, dass der Teppich keine gesundheitsbedenklichen Stoffe absondert.
4. Die unterschiedlichen Fertigungstechniken
Heutzutage wird eine Vielzahl an Teppichen maschinell gefertigt. Allerdings wird auch dabei auf bereits bekannte Handarbeitstechniken zurückgegriffen. Im Folgenden können Sie die Merkmale der unterschiedlichen Methoden nachlesen:
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Die Webtechnik
Bei dieser Technik werden Materialien wie Sisal, Jute oder Baumwolle verwendet, dessen Enden stets mit einem Knoten versehen werden. Das Einzigartige an dieser Technik ist, dass die entsprechenden Modelle beidseitig verwendet werden können – das jeweilige Muster beziehungsweise die Farbe ist immer zu sehen.
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Die Tufttechnik
Getuftete Teppiche bestehen aus einem Trägergewebe, in das weiche Garne büschelweise eingesetzt werden. Damit die angebrachten Fasern auch gut halten, ist die Unterseite des Teppichs gummiert. Aus diesem Grund können Sie getuftete Teppiche nicht waschen.
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Die Wirktechnik
Teppiche, die gewirkt sind, zeichnen sich durch eine flache Oberfläche und geringes Gewicht aus. Deshalb werden mittels dieser Technik hergestellte Teppiche nicht nur auf den Boden gelegt, sondern häufig auch an Wänden angebracht. Das Besondere an der Wirktechnik ist, dass einige Schussfäden über die Kette eingeführt werden, sodass der Kettfaden vollständig verdeckt wird und die Teppichzeichnung entsteht.
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Die Knüpftechnik
Bei dieser Methode werden die einzelnen Teppichfasern an einer Kette aus Baumwolle, Leinen oder Wolle mit Knoten befestigt. Im Regelfall werden zwei unterschiedliche Knoten-Arten angewandt: Der Perser- (symmetrisch) und der Senneh-Knoten (asymmetrisch).
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Die Filztechnik
Hierbei wird die Wolle der Schafe zunächst zu Filz verarbeitet und im Folgenden für den Teppich verwendet. Diese Fertigungstechnik wird heutzutage nur noch selten eingesetzt.
5. Die Teppicharten
Teppiche werden in den unterschiedlichsten Größen, Formen, Farben und aus verschiedenen Materialien hergestellt.
Die folgende Tabelle vermittelt Ihnen einen Überblick über die bekanntesten Arten und deren Eigenschaften:
| Teppichart | Eigenschaften |
Design-Teppiche
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Shaggy-Teppiche
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Bad-Teppiche
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Orientteppiche
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Stufenmatten
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Fußmatten
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6. Welcher Teppich für welchen Einsatzbereich?
Ehe Sie die Entscheidung für ein bestimmtes Teppich-Modell treffen, sollten Sie sich überlegen, an welchem Ort Sie den Teppich einsetzen möchten. Während in manchen Räumen, wie beispielsweise dem Büro, auf widerstandsfähige Modelle zurückgegriffen werden sollte, kann in anderen Wohnbereichen ein weicher, gemütlicher Teppich von Vorteil sein.
Folgende Merkmale sind beim Teppich-Kauf von Bedeutung:
Je nachdem, welches Material für den Teppich verwendet wurde, werden unterschiedliche Eigenschaften erfüllt.
Die folgende Übersicht vermittelt Ihnen einen Eindruck der gängigsten Teppich-Materialien und ihrer Merkmale:
| Material | Eigenschaften | ||
| Polyacryl |
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| Polyester |
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| Polypropylen |
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| Polyamid |
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| Schurwolle |
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Der Flor (= Schicht aus Fasern) spielt beim Teppich-Kauf ebenso eine entscheidende Rolle.
Die Höhe der Fasern ist ausschlaggebend für die Einordnung unterschiedlicher Teppich-Arten:
| Höhe des Flors in cm | Teppich-Bezeichnung | ||
| < 1,5 | Kurzflor | ||
| 1,5 – 5 | Hochflor | ||
| > 5 | Langflor |
Welcher Flor der richtige ist, hängt wiederum von Ihren Anforderungen an den Teppich ab: Wer großen Wert auf eine ausgezeichnete Schall- und Wärmedämpfung legt, sollte zu Modellen mit möglichst langen Fasern greifen. Wenn für Sie die Widerstandsfähigkeit des Teppichs ein zentraler Aspekt ist, sind hingegen Kurzflor-Arten besser geeignet. In den Räumen, in denen der Teppich möglichst weich ausfallen sollte (beispielsweise im Schlafzimmer), ist darauf zu achten, dass die Teppichfasern so eng wie möglich beieinanderliegen. Ein dichter Flor sorgt nämlich für einwandfreie Trittelastizität.
7. Die richtige Pflege & Reinigung
Damit Ihr Teppich in Ihren eigenen vier Wänden lange Zeit für gemütliche Stimmung sorgen kann, müssen Sie ihn regelmäßig pflegen und reinigen. Grundsätzlich sollten Sie einen Teppich etwa dreimal die Woche saugen. Dabei ist es wichtig, die meiste Zeit über in Florrichtung zu saugen. Nur bei hartnäckigen Verunreinigungen müssen Sie gegebenenfalls die Richtung wechseln. Darüber hinaus sollten alle zwei bis vier Jahre spezielle Teppichreiniger verwendet werden, damit Hausstaubmilben und Bakterien entfernt werden und die Farben des Teppichs kräftig bleiben.
Die folgenden Schritte sollten Sie vor einer ausgiebigen Reinigung durchführen:
- Saugen Sie den Teppich gründlich ab.
- Probieren Sie das Reinigungsmittel, das Sie verwenden möchten, zunächst an einer kleinen Stelle auf dem Teppich aus. Dadurch können Sie sehen wie das Wohnaccessoire auf den Reiniger reagiert. Bei manchen Modellen kann es nämlich zu Entfärbungen kommen.
- Wenn sich grobe Verunreinigungen auf Ihrem Teppich befinden, sollten Sie diese unbedingt vorbehandeln. So gibt es beispielsweise spezielle Fleckentferner, die Sie auf die entsprechenden Stellen geben und kurze Zeit einwirken lassen müssen, ehe Sie mit der eigentlichen Reinigung beginnen.
Damit Ihr Teppich in neuem Glanz erstrahlt, sollten Sie am besten ein Teppichreinigungsgerät verwenden. Der Vorteil daran ist, dass der Teppich durch Betätigung eines Sprühhebels nass gereinigt werden kann. Das Reinigungsmittel dringt dadurch leichter in die Fasern ein und säubert das Wohnaccessoire zuverlässiger. Verwenden Sie das Gerät nur in Florrichtung und am Ende der Reinigung in der Trockenfunktion – dadurch wird dem Teppich das meiste an Feuchtigkeit entzogen, sodass das Risiko von Milbenbefall und Geruchsbildung reduziert wird.
Zur Entfernung groben Schmutzes sollte der Teppich regelmäßig ausgeklopft werden. Bedenken Sie hierbei jedoch, dass dies nur für die Unterseite gilt – die obere Seite wird mit einer Bürste behandelt. Nach jeder Reinigung ist es außerdem empfehlenswert, das Wohnaccessoire zu imprägnieren. Dadurch bleibt der Teppich längere Zeit sauber und wird vor Verfilzen geschützt.
FAQ
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Ist ein kompletter Teppichboden oder ein einzelner Teppich das Richtige für mich?
Dies ist abhängig vom jeweiligen Raum: Im Büro oder Esszimmer sind Holz- oder Laminatböden sinnvoll. Einzelne Teppiche sorgen hier für absolute Wohlfühl-Atmosphäre. Im Schlaf- und Kinderzimmer hingegen ist ein kompletter Teppichbodenbelag empfehlenswert: Der weiche Boden und die wärmende Funktion führen zu einer gemütlichen Atmosphäre, die vor allem in diesen zwei Bereichen wichtig ist.
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Können Falten / Wellen zu Schäden an meinem Teppich führen?
Wenn es sich um größere Falten beziehungsweise Wellen handelt, nutzt sich der Teppichflor schneller ab. Um die Sturzgefahr zu senken, sollten Sie ohnehin darauf achten, dass das Wohnaccessoire eine glatte, gleichmäßige Oberfläche bildet. Am besten ist es deshalb, von Anfang an rutschfeste Unterlagen zu verwenden.
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Woran erkenne ich, ob der Teppich handgeknüpft ist?
Ein maschinengeknüpfter Teppich hat im Gegensatz zu den in Handarbeit gefertigten Modellen angenähte Fransen. Wenn Sie Ihren Teppich umdrehen und an den Fransen am Rand ziehen, sollte sich der damit verbundene Knoten, der sich im Inneren des Teppichs befindet, bewegen.
Neben diesem Aspekt sind Unregelmäßigkeiten ein Indiz für Handarbeit: Diese fallen am meisten auf, wenn Sie zwei wiederkehrende Muster auf dem Teppich vergleichen. Oftmals weisen die Knoten unterschiedliche Größen auf oder die Farbfolge ist anders.
Außerdem sind bei maschinengeknüpften Teppichen keine Unterschiede in der Breite beziehungsweise Länge feststellbar. Bei handgeknüpften Varianten weisen die jeweils gegenüberliegenden Seiten jedoch minimale Größenabweichungen auf.








