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Tapeten

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Tapeten Ratgeber

Tapeten komplettieren das Gesamterscheinungsbild eines Raumes – mit der entsprechenden Wandgestaltung können Sie entweder tolle Akzente setzen oder für einen schlichten, ruhigen Hintergrund sorgen, vor dem insbesondere Dekorationsobjekte ideal zur Geltung kommen. In unserem Ratgeber stellen wir Ihnen die einzelnen Tapetenarten vor und geben Ihnen hilfreiche Tipps rund ums Tapezieren.

1. Tapetenarten

Bei der Wahl einer passenden Tapete für Ihre Räume spielen Aspekte wie Anbringung, Struktur, Farbe/Muster, Umweltverträglichkeit und Haltbarkeit eine entscheidende Rolle. Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über die einzelnen Tapetenarten und deren Eigenschaften.

Eigenschaften
Vliestapeten
Vliestapete
  • Trägermaterial aus reißfestem Zellstoffvlies
  • Einfach in der Handhabung
  • Sehr robust
  • Leicht zu entfernen
  • Tapete muss vor dem Tapezieren nicht einweichen
Strukturtapeten
Strukturtapete
  • Trägermaterial aus Vlies oder Papier
  • Reliefartige Oberfläche (-> fühlbares Muster)
  • Hohe Lichtbeständigkeit
Papiertapeten
Papiertapete
  • Trägermaterial aus Papier
  • Umweltfreundlich
  • Atmungsaktiv
  • 5- bis 10-minütige Einweichzeit
  • Spezielle Form: Raufasertapete (Papier und Holzfasern)
Vinyltapeten
Vinyltapete
  • PVC-Wandbelag (mit Papier- oder Vliesträgerschicht)
  • Leicht abschwaschbar
  • Wasserbeständig
  • Kann überstrichen werden
Textiltapeten
Textiltapete
  • Trägerschicht aus Papier oder Vlies
  • Oberfläche aus Textilien (Wolle, Seide, Blätter,...)
  • Anbringung nur für Fortgeschrittene
Fototapeten
Fototapete
  • Aus Vlies- oder Papiertapete erhältlich
  • Viele unterschiedliche Motive (auch individuelle Gestaltung möglich)

2. Die passende Tapete für jeden Raum

Beim Tapetenkauf müssen Sie außerdem die Bedingungen im entsprechenden Raum berücksichtigen. Sammelt sich dort für gewöhnlich Feuchtigkeit an? Kann es leicht passieren, dass Schmutz an die Wände gelangt? Darüber hinaus kommt es auf die Maße des Zimmers an: Höhe, Länge und das gesamte Flächenmaß müssen bei der Tapetenwahl stets bedacht werden, damit der Raum ideal wirken kann. Im Folgenden erhalten Sie Tipps, wie Sie Ihre eigenen vier Wände mit passenden Tapeten toll gestalten können, sodass jeder Raum ein ganz individuelles Flair erhält:

- Tapeten für die Küche

Wandbeläge in der Küche müssen hohen Belastungen standhalten: Sie sollten möglichst unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit sein und sich, für den Fall, dass Essensrückstände oder Ähnliches an die Wände gelangen, leicht abwaschen lassen. Ideal für Küchen geeignet sind Vinyl- und PVC-Tapeten. Diese zeichnen sich neben Feuchtigkeitsresistenz und leichter Reinigung vor allem dadurch aus, dass sie nur schwer entflammbar sind.

- Tapeten für das Badezimmer

Aufgrund der hohen Feuchtigkeit im Badezimmer können Sie für diesen Raum nicht alle Tapetenarten verwenden. Einige Varianten nehmen die Feuchtigkeit stark auf. Folgen sind mitunter wellige Oberflächen und Schimmelbildung. Achten Sie aus diesem Grund auf die Angaben auf der Tapetenrolle: Nur bei einem ausdrücklichen Hinweis, dass es sich um eine Tapete für Feuchträume handelt, können Sie diese ohne Bedenken verwenden. Dennoch empfiehlt es sich, im Bereich rund um die Dusche oder Badewanne Fliesen zu legen. Gerade dort kommen die Wände verstärkt mit Wasser in Berührung, weswegen auf robusteres Material zurückgegriffen werden sollte. Für den restlichen Bereich eignen sich Vliestapeten: Diese sind besonders wasser- und dampfbeständig.

- Tapeten für hohe Räume

Um hohe Wände optisch zu verkürzen, können Sie zu Tapeten mit Querstreifen greifen. Dunkle Tapeten an der Decke sind eine weitere Möglichkeit.

- Tapeten für niedrige Räume

Indem Sie Tapeten mit senkrechten Streifen in dezenten Farben wählen, wirken niedrige Räume größer. Die Decke sollte am besten in Weiß oder einem anderen hellen Farbton gehalten sein.

- Tapeten für lange Räume

Um lange Räume optisch zu verkürzen, sollten Sie die entsprechende Wand mit Tapeten in auffälligen Farben oder mit Mustern tapezieren.

3. Richtig tapezieren in 7 Schritten

Wenn beim Tapezieren Probleme auftreten, gehen diese meist nicht auf die Tapete selbst, sondern auf einen unsachgemäßen Umgang zurück. Im Folgenden haben wir eine kleine Übersicht der häufigsten Fehler erstellt – dabei geben wir Ihnen Tipps, wie Sie diese umgehen beziehungsweise lösen können:

Problem Grund Lösung
Die Tapetenoberfläche fühlt sich ungleichmäßig an. Falscher Untergrund (oftmals raue Oberfläche oder alte Raufasertapeten) Nehmen Sie einen Spachtel zur Hand und sorgen Sie damit für eine glatte Oberfläche beziehungsweise entfernen Sie damit ältere Tapetenschichten.
Es bilden sich feuchte Stellen auf der Tapete.Die Tapetenoberfläche fühlt sich ungleichmäßig an. Undichte Stellen im Mauerwerk Sanierung
Ich erhalte kein gleichmäßiges, fortlaufendes Muster. Unsachgemäßes Schneiden der Tapete oder unterschiedliche Einweichzeiten Messen Sie die Tapete im Vorfeld genau ab – nur dadurch können Fehler beim Schneiden vermieden werden. Achten Sie darüber hinaus auf eine einheitliche Einweichzeit der Bahnen.
Meine Tapete wirft unschöne Falten.

Zu kurze Einweichzeit


Keine senkrechte Anbringung


Tapeten über Ecken angebracht

Halten Sie sich an die Einweichzeit, die auf der Tapetenrolle angegeben ist und bringen Sie den Wandbelag stets senkrecht an. Darüber hinaus sollten Sie niemals über Eck tapezieren.

Lesen Sie im Folgenden, wie Sie in sieben Schritten für ein tolles Ergebnis sorgen:

    Tapetenablöser
    Tapetenablöser erleichtern das Lösen von Tapeten ungemein.
  1. Alte Tapete entfernen

    Nachdem Sie Ihre Bilder und sonstigen Wanddekorationen abgehängt haben, müssen Sie die alte Tapete entfernen. Suchen Sie dafür nach dem Anfang einer Tapetenbahn und ziehen Sie sie langsam ab. Wenn sie sich nicht ohne Weiteres lösen lässt, können Sie mit etwas Spülmittel und warmem Wasser nachhelfen. Damit keine Luftblasen beim erneuten Tapezieren entstehen, sollten Sie die komplette Tapetenschicht sorgfältig entfernen. Wenn die Tapete mit Dispersionskleber angeklebt wurde, muss sie mit einem Heißdampfgerät entfernt werden.


  2. Den Untergrund vorbehandeln

    Wenn die Wand darunter sauber und eben ist, können Sie direkt mit dem Tapezieren beginnen. Andernfalls müssen Sie den Untergrund entsprechend vorbereiten – je nach Mangel sorgen dabei unterschiedliche Vorgehensweisen für das gewünschte Ergebnis:

    • Leimfarben-Rückstände entfernen Sie am besten mit Wasser und etwas Tapetenlöser.
    • Risse können mit Spachtelmasse abgedeckt werden.
    • Mürber Putz muss mit Tiefgrund behandelt werden, damit die Tapete einwandfrei hält.
    • Auf Wasserflecken sollte eine Isoliergrundierung aufgetragen werden. Andernfalls dringen diese auch durch die Tapete.

  3. Grundieren

    Welches Grundiermittel das richtige ist, richtet sich nach der Art des Untergrunds:

    Untergrund Grundiermittel
    Kreidige oder sandige Wände Wässriger Tiefgrund
    Flächen, die häufig neu tapeziert werden Tapetenwechselgrund
    Untergrund mit Farbunterschieden Pigmentierter Tapetengrund

    Hinweis: Lacke oder Kunststoffe sind keine saugenden Untergründe, daher werden sie meistens abgeschliffen und angelaugt.


  4. Makulaturtapete verwenden

    Weist eine Wand starke Unebenheiten auf, kann man vor dem Tapezieren eine Makulaturtapete verwenden. Dadurch werden störende Stellen überdeckt und es entsteht ein ebener Untergrund für die spätere Tapete. Sowohl Makulaturpapier als auch Vliesmakulatur eignen sich dafür. Letztere besitzt allerdings einige Vorteile: Sie muss nicht einweichen, ist leicht zu verarbeiten, knittert nicht und verdeckt eventuelle Risse zuverlässig. Alternativ können Sie flüssige Makulatur verwenden, die mit Pinsel oder Bürste aufgetragen wird und aus Kleber und Füllstoff besteht.


  5. Kleister
    Die Wahl des Kleisters ist von der Tapetenart abhängig.
  6. Wahl des Kleisters

    Um eine gute Tapezierarbeit zu gewährleisten, ist die Wahl des geeigneten Kleisters unerlässlich: Der Klebstoff sollte chemisch neutral, transparent auftrocknend und gesundheitlich gut verträglich sein. Allerdings bedarf es für die unterschiedlichen Tapetenarten eines speziellen Kleisters, der sich mit dem entsprechenden Material verträgt. Alle wichtigen Informationen zu diesem Thema können Sie der folgenden Tabelle entnehmen:

    Tapetenart Geeigneter Kleister
    Papiertapete Methylcellulose-Kleber
    Kaum bis gar nicht saugfähige Tapeten Kleister mit Kunststoffdispersion
    Vliestapete Kleister mit Kunstharz-Redispersionspulver

    Welcher Kleber individuell benötigt wird, kann nicht eindeutig angegeben werden. Bei Einzelfragen suchen Sie am besten einen Fachhandel auf.


  7. Das Einkleistern der Tapete

    Auch beim Einkleistern der Tapete kommt es stark auf die entsprechende Tapetenart an: Vliestapeten sind einfach zu verarbeiten, sie müssen nicht eingeweicht werden und verziehen sich nur selten. Falls Sie sich allerdings für eine Tapete mit Einweichzeit entscheiden, müssen Sie immer auf die Angaben des Herstellers achten. Die Kleistermenge muss gleichmäßig aufgetragen werden und die Einweichzeit sollte für jede Tapetenlaufbahn gleich lang sein.


  8. Tapeten
    Beginnen Sie beim Anbringen von Tapeten stets in der Mitte und arbeiten Sie sich dann langsam nach außen.
  9. Tapezieren

    Bei Tapeten ohne Fotomotiv beginnen Sie mit der Tapezierarbeit immer vom Fenster aus, also mit dem Licht. Bei Fototapeten sollten Sie hingegen in der Mitte der Wand anfangen. Damit die Nahtstellen nicht auffallen, sollte nicht viel Zeit zwischen dem Anbringen der einzelnen Tapetenbahnen verstreichen. Nun schneiden Sie die Tapetenbahnen zurecht: Dafür addieren Sie zur Höhe des Raums etwa zehn Zentimeter. Bei einfarbigen Tapeten können alle Bahnen gleich breit geschnitten werden, Varianten mit Muster sollten hingegen entsprechend dem Rapport (Stelle, an der ein Muster abgeschlossen ist) gekürzt werden. Kleistern Sie dann die Tapete ein und bringen Sie sie mithilfe eines Senklots vorsichtig an: üben Sie dafür Druck in der Mitte aus und arbeiten Sie sich daraufhin langsam nach außen. Eine Tapezierbürste erleichtert Ihnen die Arbeit ungemein. Mithilfe einer Tapezierschere oder eines Cutters können Sie nun die überstehenden Kanten bequem abschneiden. Die Kanten der Tapete drücken Sie mit geringem Druck an, hierfür eignet sich ein Nahtroller. Falls etwas Kleister aus der Naht quillt, wischen Sie ihn sofort ab.

Wichtig: Schließen Sie während der Tapezierarbeit alle Fenster und Türen und schalten Sie die Heizung aus. Mustertapeten sollten außerdem niemals von zwei Richtungen geklebt werden – andernfalls können unschöne übergänge zwischen den einzelnen Bahnen entstehen.

Das richtige Vorgehen beim Tapezieren wird in folgendem Video anschaulich zusammengefasst:

(c)Bauhausinfo

4. Tapezierzubehör

Einige kleine Hilfsmittel erleichtern Ihnen die Tapezierarbeit ungemein. Wir zeigen Ihnen, welche Utensilien nicht fehlen dürfen:

Redakteurin Sybille Schäftner
Redaktionshinweise
Veröffentlichungsdatum: 27.01.2015
Redaktion: Sybille Schäftner

Sybille Schäftner lebt und arbeitet in Köln. Neben ihrem Studium der Medienkulturwissenschaft unterstützt sie das Hitmeister-Team seit mehr als einem Jahr bei der inhaltlichen Gestaltung der Hitmeister-Website sowie der Pflege der Social-Media-Kanäle und des firmeneigenen Blogs.

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