Tapeten komplettieren das Gesamterscheinungsbild eines Raumes – mit der entsprechenden Wandgestaltung können Sie entweder tolle Akzente setzen oder für einen schlichten, ruhigen Hintergrund sorgen, vor dem insbesondere Dekorationsobjekte ideal zur Geltung kommen. In unserem Ratgeber stellen wir Ihnen die einzelnen Tapetenarten vor und geben Ihnen hilfreiche Tipps rund ums Tapezieren.
1. Tapetenarten
Bei der Wahl einer passenden Tapete für Ihre Räume spielen Aspekte wie Anbringung, Struktur, Farbe/Muster, Umweltverträglichkeit und Haltbarkeit eine entscheidende Rolle. Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über die einzelnen Tapetenarten und deren Eigenschaften.
| Eigenschaften | |
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Vliestapeten
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Strukturtapeten
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Papiertapeten
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Vinyltapeten
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Textiltapeten
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Fototapeten
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2. Die passende Tapete für jeden Raum
Beim Tapetenkauf müssen Sie außerdem die Bedingungen im entsprechenden Raum berücksichtigen. Sammelt sich dort für gewöhnlich Feuchtigkeit an? Kann es leicht passieren, dass Schmutz an die Wände gelangt? Darüber hinaus kommt es auf die Maße des Zimmers an: Höhe, Länge und das gesamte Flächenmaß müssen bei der Tapetenwahl stets bedacht werden, damit der Raum ideal wirken kann. Im Folgenden erhalten Sie Tipps, wie Sie Ihre eigenen vier Wände mit passenden Tapeten toll gestalten können, sodass jeder Raum ein ganz individuelles Flair erhält:
- Tapeten für die KücheWandbeläge in der Küche müssen hohen Belastungen standhalten: Sie sollten möglichst unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit sein und sich, für den Fall, dass Essensrückstände oder Ähnliches an die Wände gelangen, leicht abwaschen lassen. Ideal für Küchen geeignet sind Vinyl- und PVC-Tapeten. Diese zeichnen sich neben Feuchtigkeitsresistenz und leichter Reinigung vor allem dadurch aus, dass sie nur schwer entflammbar sind.
- Tapeten für das BadezimmerAufgrund der hohen Feuchtigkeit im Badezimmer können Sie für diesen Raum nicht alle Tapetenarten verwenden. Einige Varianten nehmen die Feuchtigkeit stark auf. Folgen sind mitunter wellige Oberflächen und Schimmelbildung. Achten Sie aus diesem Grund auf die Angaben auf der Tapetenrolle: Nur bei einem ausdrücklichen Hinweis, dass es sich um eine Tapete für Feuchträume handelt, können Sie diese ohne Bedenken verwenden. Dennoch empfiehlt es sich, im Bereich rund um die Dusche oder Badewanne Fliesen zu legen. Gerade dort kommen die Wände verstärkt mit Wasser in Berührung, weswegen auf robusteres Material zurückgegriffen werden sollte. Für den restlichen Bereich eignen sich Vliestapeten: Diese sind besonders wasser- und dampfbeständig.
- Tapeten für hohe RäumeUm hohe Wände optisch zu verkürzen, können Sie zu Tapeten mit Querstreifen greifen. Dunkle Tapeten an der Decke sind eine weitere Möglichkeit.
- Tapeten für niedrige RäumeIndem Sie Tapeten mit senkrechten Streifen in dezenten Farben wählen, wirken niedrige Räume größer. Die Decke sollte am besten in Weiß oder einem anderen hellen Farbton gehalten sein.
- Tapeten für lange RäumeUm lange Räume optisch zu verkürzen, sollten Sie die entsprechende Wand mit Tapeten in auffälligen Farben oder mit Mustern tapezieren.
3. Richtig tapezieren in 7 Schritten
Wenn beim Tapezieren Probleme auftreten, gehen diese meist nicht auf die Tapete selbst, sondern auf einen unsachgemäßen Umgang zurück. Im Folgenden haben wir eine kleine Übersicht der häufigsten Fehler erstellt – dabei geben wir Ihnen Tipps, wie Sie diese umgehen beziehungsweise lösen können:
| Problem | Grund | Lösung |
|---|---|---|
| Die Tapetenoberfläche fühlt sich ungleichmäßig an. | Falscher Untergrund (oftmals raue Oberfläche oder alte Raufasertapeten) | Nehmen Sie einen Spachtel zur Hand und sorgen Sie damit für eine glatte Oberfläche beziehungsweise entfernen Sie damit ältere Tapetenschichten. |
| Es bilden sich feuchte Stellen auf der Tapete.Die Tapetenoberfläche fühlt sich ungleichmäßig an. | Undichte Stellen im Mauerwerk | Sanierung |
| Ich erhalte kein gleichmäßiges, fortlaufendes Muster. | Unsachgemäßes Schneiden der Tapete oder unterschiedliche Einweichzeiten | Messen Sie die Tapete im Vorfeld genau ab – nur dadurch können Fehler beim Schneiden vermieden werden. Achten Sie darüber hinaus auf eine einheitliche Einweichzeit der Bahnen. |
| Meine Tapete wirft unschöne Falten. | Zu kurze Einweichzeit Keine senkrechte Anbringung Tapeten über Ecken angebracht |
Halten Sie sich an die Einweichzeit, die auf der Tapetenrolle angegeben ist und bringen Sie den Wandbelag stets senkrecht an. Darüber hinaus sollten Sie niemals über Eck tapezieren. |
Lesen Sie im Folgenden, wie Sie in sieben Schritten für ein tolles Ergebnis sorgen:

- Alte Tapete entfernen
Nachdem Sie Ihre Bilder und sonstigen Wanddekorationen abgehängt haben, müssen Sie die alte Tapete entfernen. Suchen Sie dafür nach dem Anfang einer Tapetenbahn und ziehen Sie sie langsam ab. Wenn sie sich nicht ohne Weiteres lösen lässt, können Sie mit etwas Spülmittel und warmem Wasser nachhelfen. Damit keine Luftblasen beim erneuten Tapezieren entstehen, sollten Sie die komplette Tapetenschicht sorgfältig entfernen. Wenn die Tapete mit Dispersionskleber angeklebt wurde, muss sie mit einem Heißdampfgerät entfernt werden.
- Den Untergrund vorbehandeln
Wenn die Wand darunter sauber und eben ist, können Sie direkt mit dem Tapezieren beginnen. Andernfalls müssen Sie den Untergrund entsprechend vorbereiten – je nach Mangel sorgen dabei unterschiedliche Vorgehensweisen für das gewünschte Ergebnis:
- Leimfarben-Rückstände entfernen Sie am besten mit Wasser und etwas Tapetenlöser.
- Risse können mit Spachtelmasse abgedeckt werden.
- Mürber Putz muss mit Tiefgrund behandelt werden, damit die Tapete einwandfrei hält.
- Auf Wasserflecken sollte eine Isoliergrundierung aufgetragen werden. Andernfalls dringen diese auch durch die Tapete.
- Grundieren
Welches Grundiermittel das richtige ist, richtet sich nach der Art des Untergrunds:
Untergrund Grundiermittel Kreidige oder sandige Wände Wässriger Tiefgrund Flächen, die häufig neu tapeziert werden Tapetenwechselgrund Untergrund mit Farbunterschieden Pigmentierter Tapetengrund - Makulaturtapete verwenden
Weist eine Wand starke Unebenheiten auf, kann man vor dem Tapezieren eine Makulaturtapete verwenden. Dadurch werden störende Stellen überdeckt und es entsteht ein ebener Untergrund für die spätere Tapete. Sowohl Makulaturpapier als auch Vliesmakulatur eignen sich dafür. Letztere besitzt allerdings einige Vorteile: Sie muss nicht einweichen, ist leicht zu verarbeiten, knittert nicht und verdeckt eventuelle Risse zuverlässig. Alternativ können Sie flüssige Makulatur verwenden, die mit Pinsel oder Bürste aufgetragen wird und aus Kleber und Füllstoff besteht.
- Wahl des Kleisters
Um eine gute Tapezierarbeit zu gewährleisten, ist die Wahl des geeigneten Kleisters unerlässlich: Der Klebstoff sollte chemisch neutral, transparent auftrocknend und gesundheitlich gut verträglich sein. Allerdings bedarf es für die unterschiedlichen Tapetenarten eines speziellen Kleisters, der sich mit dem entsprechenden Material verträgt. Alle wichtigen Informationen zu diesem Thema können Sie der folgenden Tabelle entnehmen:
Tapetenart Geeigneter Kleister Papiertapete Methylcellulose-Kleber Kaum bis gar nicht saugfähige Tapeten Kleister mit Kunststoffdispersion Vliestapete Kleister mit Kunstharz-Redispersionspulver Welcher Kleber individuell benötigt wird, kann nicht eindeutig angegeben werden. Bei Einzelfragen suchen Sie am besten einen Fachhandel auf.
- Das Einkleistern der Tapete
Auch beim Einkleistern der Tapete kommt es stark auf die entsprechende Tapetenart an: Vliestapeten sind einfach zu verarbeiten, sie müssen nicht eingeweicht werden und verziehen sich nur selten. Falls Sie sich allerdings für eine Tapete mit Einweichzeit entscheiden, müssen Sie immer auf die Angaben des Herstellers achten. Die Kleistermenge muss gleichmäßig aufgetragen werden und die Einweichzeit sollte für jede Tapetenlaufbahn gleich lang sein.
- Tapezieren
Bei Tapeten ohne Fotomotiv beginnen Sie mit der Tapezierarbeit immer vom Fenster aus, also mit dem Licht. Bei Fototapeten sollten Sie hingegen in der Mitte der Wand anfangen. Damit die Nahtstellen nicht auffallen, sollte nicht viel Zeit zwischen dem Anbringen der einzelnen Tapetenbahnen verstreichen. Nun schneiden Sie die Tapetenbahnen zurecht: Dafür addieren Sie zur Höhe des Raums etwa zehn Zentimeter. Bei einfarbigen Tapeten können alle Bahnen gleich breit geschnitten werden, Varianten mit Muster sollten hingegen entsprechend dem Rapport (Stelle, an der ein Muster abgeschlossen ist) gekürzt werden. Kleistern Sie dann die Tapete ein und bringen Sie sie mithilfe eines Senklots vorsichtig an: üben Sie dafür Druck in der Mitte aus und arbeiten Sie sich daraufhin langsam nach außen. Eine Tapezierbürste erleichtert Ihnen die Arbeit ungemein. Mithilfe einer Tapezierschere oder eines Cutters können Sie nun die überstehenden Kanten bequem abschneiden. Die Kanten der Tapete drücken Sie mit geringem Druck an, hierfür eignet sich ein Nahtroller. Falls etwas Kleister aus der Naht quillt, wischen Sie ihn sofort ab.


Das richtige Vorgehen beim Tapezieren wird in folgendem Video anschaulich zusammengefasst:
4. Tapezierzubehör
Einige kleine Hilfsmittel erleichtern Ihnen die Tapezierarbeit ungemein. Wir zeigen Ihnen, welche Utensilien nicht fehlen dürfen:
FAQ
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Wie lange müssen Tapeten vor dem Auftragen in Kleister einweichen?
Hierfür beachten Sie am besten die vom Hersteller in der Beschreibung angegebenen Einweichzeiten. Warten Sie zu lange, wird die Tapete zu weich – Folge davon können Risse, Falten, Blasen oder Wellen sein. Ist die Einweichzeit zu kurz, kann die Tapete nicht genügend Feuchtigkeit aufnehmen. Dadurch beginnt die Tapete, sich nicht wie üblich vor dem Anbringen auszudehnen. Dieser Prozess startet erst an der Wand, was zu unschönen Blasen und Falten führt.
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Wie lange muss die Tapete trocknen und was muss beim Trocknungsprozess beachtet werden?
In der Regel ist die Tapete nach etwa einem Tag vollständig getrocknet. Dabei ist es besonders wichtig, dass der tapezierte Raum während des Trocknungsprozesses konstante Temperaturen aufweist (die Idealtemperatur liegt bei etwa 20 Grad). übermäßige Hitze und Durchzug sollten beim Tapezieren vermieden werden, da die Tapete dadurch unregelmäßig trocknet.
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Wie tapeziere ich um Schalter und Steckdosen herum?
Vor dem Tapezieren an Steckdosen und Lichtschaltern ist es wichtig, den Strom abzuschalten. Im Anschluss müssen Sie die Blenden abnehmen. Danach kann wie gewohnt über die Öffnungen tapeziert werden. Nach dem Trocknen sollte über den Anschlüssen kreuzweise eingeschnitten werden. Allerdings nur soweit, dass die entstandene Öffnung nachher nicht unter der Blende hervorscheint. Ist das Loch ausgeschnitten, kann die Blende wieder über die offene Stelle angebracht werden.
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Wie tapeziere ich die Ecken richtig?
Beim Tapezieren von Ecken muss zwischen Innen- und Außenecken unterschieden werden. Bei Innenecken müssen die tapezierten Bahnen einen überstand von etwa zwei Zentimetern aufweisen. Sobald die Bahn richtig angebracht ist, muss der Überstand um die Ecke herum angedrückt werden. Danach wird die nächste Bahn bündig an die vorherige Bahn angebracht, dabei wird der vorher entstandene kleine überstand einfach übertapeziert. Bei den Außenecken überlappen sich die Tapetenbahnen nicht, sondern treffen an der Kante passgenau aufeinander. Sollte die Ecke besonders uneben sein, wird die überlapptechnik (dasselbe Prinzip wie beim Tapezieren von Innenecken) angewendet.
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Wo entsorge ich Tapetenreste?
Da viele Tapeten Inhaltsstoffe wie PVC oder Klebereste enthalten, ist eine einfache Entsorgung über die Papiermülltonne nicht erlaubt. Wenn es sich um kleinere Mengen handelt, können diese einfach über den Restmüll entsorgt werden. Andernfalls können gegen eine Gebühr spezielle Müllsäcke beim Landratsamt erworben werden, die am Entsorgungstag neben die Restmülltonne gestellt werden. Wer nicht bis dahin warten möchte, kann seine Tapetenreste auch bei Restmüllannahmestellen entsorgen.









