Computer haben in Bezug auf Videospiele einige Vorteile gegenüber den Spielekonsolen: Sei es, wegen der gerade für Ego-Shooter und Strategiespiele sehr komfortablen Steuerung mit Maus und Tastatur oder der Möglichkeit, einzelne Komponenten nach Belieben auszutauschen und so technisch immer auf dem neuesten Stand zu sein. In diesem Ratgeber stellen wir Ihnen die wichtigsten Genres der Computerspiele vor und liefern Ihnen zusätzlich Tipps und Informationen in Bezug auf Hardware und Zubehör.
1. Ego-Shooter
Moderne Ego-Shooter setzen bei der Präsentation häufig neue Maßstäbe; Grafik und Sound bewegen sich dabei auf technisch höchstem Niveau. Daher sollten Sie vor einem Kauf genau auf die Systemanforderungen des Spiels achten und sicherstellen, dass Ihr Computer über genügend Rechenleistung verfügt.
Zwar können Sie die Grafikqualität in den Spieloptionen herunterregeln, doch verlieren First-Person-Shooter dadurch viel von ihrem Reiz.
Da die explizite Darstellung von Gewalt ein wesentlicher Bestandteil ist, besitzen die meisten Exemplare dieser Gattung keine Jugendfreigabe oder sind zumindest erst ab 18 Jahren erhältlich.
Die Merkmale, durch die sich das Genre des Ego-Shooters auszeichnen, haben sich seit den Anfängen der Gattung in den frühen 1990er Jahren kaum verändert.
Üblich sind auch heute noch:
| Klassiker | Aktuelle Titel | Zukünftige Highlights |
|---|---|---|
| • Doom (ab 1993) • Medal of Honor (ab 1999) • Call of Duty (ab 2003) • Far Cry (ab 2004) |
• Wolfenstein: The New Order • Crysis 3 • Call of Duty: Ghosts |
• Call of Duty: Advanced Warfare • Far Cry 4 • Homefront: The Revolution |
Typisch für viele First-Person-Shooter sind eine mehrere Stunden lange Einzelspieler-Kampagne und ein oder Multiplayer-Modi: So können Sie entweder in einem lokalen Netzwerk oder über das Internet gegen menschliche Mitspieler antreten. Inzwischen gibt es zudem einige Vertreter, die größtenteils oder komplett auf einen Solo-Part verzichten und stattdessen vollständig auf Mehrspieler-Partien im Netz ausgelegt sind. Beispiele hierfür sind die Reihen:
- Battlefield
- Counter Strike
- Left 4 Dead
Ego-Shooter steuern Sie am besten mit Maus und Tastatur. Für anspruchsvolle Zocker bieten sich Modelle mit variablem Gewicht, zusätzlichen Tasten und Funktionen sowie besonderer Ergonomie an.
2. Strategie & Aufbau
Beim Strategiespiel überblicken Sie das Geschehen meist aus der Vogelperspektive. Dabei sind Sie nicht direkt am Geschehen beteiligt, sondern übernehmen vielmehr die Funktion eines Befehlshabers, der von oben das Kommando über Einheiten, Gebäude und Rohstoffe hat. Das Navigieren gestaltet sich dabei mit Maus und Tastatur wesentlich einfacher als mit den Analog-Sticks eines Konsolen-Controllers.
Gewöhnlich unterscheidet man zwischen drei Arten von Strategiespielen:
| Echzeit-Strategie | • Spieler und Gegner spielen gleichzeitig, also in Echtzeit • Meist wird eine Basis aufgebaut und eine Streitmacht zusammengestellt, die den Gegner schließlich in die Knie zwingen soll |
| Echtzeit-Taktik | • Ähnlich der Echtzeit-Strategie • Unterschied: Es gibt keinen Basen-Bau, sondern der Spieler muss mit einer festen Anzahl an Einheiten auskommen |
| Runden-Strategie | • Spieler und Gegner spielen nicht gleichzeitg, sondern rundenweise • Spielzüge müssen häufig detailliert geplant werden, um gewinnen zu können • Prinzip ähnelt dem des klassischen Schachspiels |
Bei Echtzeit-Strategiespielen gilt es also, schnell und direkt Situationen zu meistern, die geschicktes Vorgehen abverlangen. Bei der Runden-Strategie entwickeln Sie hingegen durch eine gründliche Planung eine ausgefeilte und durchdachte Strategie, um Ihren Kontrahenten zu besiegen.
Eine Sonderform der Echtzeit-Strategie ist die Aufbau-Strategie: Hierbei gilt es, wirtschaftliche, statt militärische Ziele zu erreichen – etwa eine Stadt mit einer bestimmten Einwohnerzahl zu errichten.
Berühmte Vertreter sind unter anderem:
| Klassiker | Aktuelle Titel | Zukünftige Highlights |
|---|---|---|
| • Sid Meier´s Civilization (ab 1991) • Command & Conquer (ab 1995) • Age of Empires (ab 1997) • Anno 1603 (ab 1998) |
• Starcraft 2 • Tropico 5 • Anno 2070 |
• Sid Meier´s Civilization: Beyond Earth • Warhammer 40.000: Dawn of War 3 |
Viele Produkte warten neben einer Solo-Kampagne auch mit umfangreichen Multiplayer-Modi auf.
3. Sport- & Rennspielle
Das Genre der Sport- und Rennspiele wird von den großen Serien dominiert: Ob Fußball-Simulationen wie FIFA und Pro Evolution Soccer, Basketballreihen wie NBA 2K oder Rennspiele wie Need for Speed – sie alle werden nach einer gewissen Zeit durch eine neue Auflage ersetzt. Dabei leben sie entweder von ihrer Authentizität (FIFA, Pro Evolution Soccer) oder von einem unrealistischen, dafür aber adrenalingeladenen Gameplay (Need for Speed).
Sie sollten allerdings über einen leistungsstarken Rechner verfügen: Nicht nur sind die Titel grafisch oft aufwändig, ein flüssiger Spielablauf ist zudem geradezu Voraussetzung für ein spaßiges und erfolgreiches Spielerlebnis.
Auch wenn Sie Sport- und Rennspiele per Tastatur und Maus steuern können, ist die Bedienung mit einem separaten Gamepad wesentlich komfortabler: So sind die verfügbaren Aktionen kompakt und logisch angeordnet und müssen nicht auf der Tastatur verteilt (und gesucht) werden. In der Regel lassen sich die Knöpfe des Gamepads außerdem individuell belegen.
Bekannte Vertreter dieses Genres sind:
| Klassiker | Aktuelle Titel | Zukünftige Highlights |
|---|---|---|
| • Fifa (ab 1993) • Need for Speed (ab 1994) • Pro Evolution Soccer (ab 2001) |
• Fifa 14 • Pro Evolution Soccer 14 • Need for Speed: Rivals • F1 2013 |
• Fifa 15 • Pro Evoluion Soccer 15 • NBA 2k15 • The Crew • F1 2014 |
Über das Internet können Sie bei fast allen Games dieses Genres gegen menschliche Kontrahenten aus aller Welt antreten. Da auf explizite Gewaltdarstellung verzichtet wird und die Steuerung relativ leicht zu erlernen ist, unterliegen Sport- und Rennspiele keinen bzw. nur geringen Alterseinschränkungen.
4. Rollenspiele
Rollenspiele zeichnen sich durch eine große, offene Spielwelt aus, in der der Spieler sich mit seiner (oftmals selbsterstellten) Figur größtenteils frei bewegen kann. Bei klassischen Titeln besteht dabei keine Internetverbindung; interagiert wird hier mit sogenannten NPCs (engl. Non-Player-Character), also computergesteuerten Figuren.
Das hat den Vorteil, dass die Handlung jederzeit berechenbar bleibt und dadurch von den Entwicklern sehr detailliert ausgearbeitet werden kann. In modernen Rollenspielen passt sich der Verlauf der Geschichte darüber hinaus den Entscheidungen des Spielers an. Die Spieldauer in diesem Genre kann leicht 50 Stunden und mehr betragen.
Wichtige Vertreter der Gattung sind unter anderem:
| Klassiker | Aktuelle Titel | Zukünftige Highlights |
|---|---|---|
| • The Elder Scrolls (ab 1994) • Diablo (ab 1996) • Gothic (ab 2001) |
• Diablo III • The Elder Scrolls V: Skyrim |
• Risen 3: Titan Lords • The Witcher 3: Wild Hunt |
Eine Sonderform stellen Online-Rollenspiele dar, auch bekannt unter dem Akronym MMORPG (engl. Massively Multiplayer Online Role-Playing Game). Hier stehen nicht NPCs im Mittelpunkt der Interaktion, sondern Mitspieler aus aller Welt. Gemeinsam werden Aufträge, sogenannte Quests, erfüllt und Gegner besiegt, wobei die Kommunikation über Headset oder Text-Chats ein zentraler Bestandteil der Spielmechanik ist.
Auch das PvP – Player vs. Player – spielt bei MMORPGs eine wichtige Rolle – dabei treten Spieler einzeln oder in riesigen Gruppen gegeneinander an.
Bekannte Online-Rollenspiele sind:
5. Action
Actionspiele lassen sich streng genommen kaum als eigenes Genre bezeichnen: Sie bedienen sich vielmehr an Elementen aus diversen Bereichen des Videospiel-Universums, beispielsweise den Genres Ego-Shooter, Rollen- und Rennspiele. So entsteht ein äußerst abwechslungsreiches und langfristig motivierendes Spielerlebnis. Bei aller Vielfältigkeit gibt es jedoch einige Aspekte, die viele Actionspiele gemeinsam haben:
- Third-Person View
- Waffengebrauch
- Vielschichtige Story
- Taktisches Vorgehen
- Geschicklichkeit
- Abwechslungsreiches Gameplay
Große Namen im Bereich Action sind:
| Klassiker | Aktuelle Titel | Zukünftige Highlights |
|---|---|---|
| • Tomb Raider (ab 1996) • Grand Theft Auto (ab 1997) • Splinter Cell (ab 2002) • Assassins Creed (ab 2007) |
• Hitman: Absolution • Splinter Cell: Blacklist • Assassins Creed IV: Black Flag • Watch Dogs |
• Grand Theft Auto V • Assassins Creed Unity • Rise of the Tomb Raider |
6. (Point-and-click) Adventures
(Point-and-Click-)Adventures stellen ein klassisches PC-Genre dar – auf den Konsolen hat sich diese Gattung bislang nicht durchsetzen können. Im Gegensatz etwa zu Ego-Shootern und Rennspielen steht hier nicht das Gameplay im Mittelpunkt, sondern das Lösen von Rätseln sowie die Story und die Atmosphäre.
Die Bezeichnung „Point-and-Click“ ist dabei wörtlich zu nehmen: Häufig steuern Sie Ihre Figur nicht aktiv durch die Spielwelt, sondern klicken sich mit der Maus von einem Schauplatz zum nächsten. Mit der Umwelt interagieren Sie dabei ebenfalls mithilfe des Mauszeigers und durch Klicken auf Gegenstände.
Meilensteine und weitere nennenswerte Titel sind:
| Klassiker | Aktuelle Titel | Zukünftige Highlights |
|---|---|---|
| • Leisure Suit Larry • Monkey Island • Baphometes Fluch • Black Mirror |
• The Walking Dead • Black Mirror 3 • Gray Matter |
• Dreamfall Chapters • Game of Thrones: A Telltale Games Series |
Adventures bieten zwar meist eine hübsche Grafik, doch weil diese häufig vorgezeichnet ist und nicht in Echtzeit vom PC berechnet werden muss, sind die Hardware-Anforderungen meist sehr gering – auch ältere und schwächere Computer haben hierbei normalerweise keine Probleme. Einen Multiplayer-Part gibt es so gut wie nie.
7. Sonstige Genres
Schließlich gibt es auf dem PC auch solche Spiele, die sich entweder nicht in eine der üblichen Kategorien einordnen lassen oder denen solch eine Eingrenzung nicht gerecht werden würde. Zwei der bekanntesten Beispiele hierfür sind zum einen die Lebens-Simulation Die Sims und zum anderen der virtuelle Baukasten Minecraft.
Ein elementarer Unterschied zu anderen Games besteht hierbei darin, dass es keine vorgegebenen Missionen, keine Geschichte und praktisch kein Ende gibt – allein Sie als Spieler entscheiden, was Sie im Spiel tun und wie lange Sie es tun. Hierzu gehören Meilensteine wie Die Sims oder Minecraft.
FAQ
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Ich habe in meinen PC zusätzlichen Arbeitsspeicher eingebaut – warum ist die Leistung trotzdem nicht wesentlich besser geworden?
Hierfür kann es mehrere Gründe geben. Vergewissern Sie sich zunächst, dass die neuen Bauteile technisch mit Ihrem System kompatibel sind. Ist trotz passender Komponenten keine Verbesserung zu erkennen, kann es sein, dass Ihr Betriebssystem mit 32- statt 64-Bit arbeitet. 32-Bit Systeme können aus technischer Sicht nicht mehr als drei Gigabyte RAM verwenden – zusätzlich eingebauter Speicher wird ignoriert. Für moderne Spiele sollten Sie daher unbedingt ein Betriebssystem mit 64-Bit verwenden.
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Gibt es nennenswerte Unterschiede zwischen den Versionen eines Spiels für PC und Konsole?
Aus inhaltlicher Sicht sind Multiplattform-Titel in der Regel identisch – lediglich für ältere Konsolen wird zuweilen der Umfang angepasst, um die schwächere Hardware auszugleichen. Technisch gesehen bieten die Versionen für den Computer oft das beste Resultat, da die Entwickler stets die neuesten Prozessoren und Grafikkarten berücksichtigen können. Bei Konsolen bestehen hingegen keine oder nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten, die Leistung nachträglich durch neue Bauteile zu erhöhen.
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Woher weiß ich, ob ein Spiel auf meinem Computer läuft?
Jeder Hersteller gibt für sein Spiel die entsprechenden Systemanforderungen an – Sie finden sie in der Produktbeschreibung. Es gibt dabei stets zwei verschiedene Angaben: die Mindestanforderungen und die empfohlene Hardware für ein ideales Spielerlebnis. Erstgenannte sollte Ihr PC unbedingt erfüllen – andernfalls müssen Sie mit starken Einschränkungen rechnen.
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Welche Komponente ist für eine gute Performance bei Spielen am wichtigsten – Prozessor, Grafikkarte oder Arbeitsspeicher?
In einem Wort: alle. Denn nur, wenn sich die einzelnen Bauteile in ihrer Leistung ergänzen, können sie ihr volles Potential entfalten. In der Praxis bedeutet das, dass eine langsame Komponente die anderen ausbremsen kann – selbst, wenn diese wesentlich schneller sind. Investieren Sie Ihr Geld daher besser in drei durchschnittliche, aber dafür leistungsgleiche Elemente, anstatt zum Beispiel eine Grafikkarte für mehrere Hundert Euro einem schwachen Prozessor und zu wenig Arbeitsspeicher zur Seite zu stellen.











