Eine Mikrowelle kann Ihre Küche sinnvoll ergänzen: Tiefkühlwaren können sehr schnell aufgetaut werden und Speisen vom Vortag sind in kürzester Zeit aufgewärmt. Daneben lassen einige Geräte auch schonendes Garen von Gemüse, Fisch und Fleisch oder das Grillen von Speisen zu. Für die Verwendung in kleinen Küchen, die ohne einen Backofen auskommen müssen, bieten einige Geräte darüber hinaus eine Backfunktion. Nicht zuletzt ist eine Mikrowelle bezogen auf den Energieverbrauch und die dadurch entstehenden Kosten gegenüber dem Backofen eine sehr lohnenswerte Alternative. Erfahren Sie im Folgenden, auf was Sie achten sollten, wenn Sie sich eine Mikrowelle anschaffen möchten.
1. Die richtige Größe des Gerätes
Mikrowellen gibt es in unterschiedlichen Größen, was das zur Verfügung stehende Garvolumen betrifft. Für das gelegentliche Auftauen und Erwärmen von Speisen ist ein Fassungsvermögen von ungefähr 20 Litern vollkommen ausreichend. Größere Mikrowellen bieten jedoch entscheidende Vorteile:
- Größere Speisen, beispielsweise Tiefkühlpizzen, können mit entsprechender Heißluftfunktion und einem Volumen ab 23 Litern zubereitet werden
- Sie können mehrere Portionen gleichzeitig im Gerät erwärmen
- Beim Reinigen des Innenraums sind die Flächen leichter zu erreichen
Achten Sie auch auf die ausreichende Größe des Drehtellers: Bei der Zubereitung sollte das Anecken des verwendeten Mikrowellengeschirrs nach Möglichkeit vermieden werden. Darüber hinaus existieren Ausführungen, die ohne Drehteller auskommen oder bei denen Sie den Drehmechanismus aussetzen können. Allerdings verteilt sich hierbei die Wärme in der Regel weniger gleichmäßig, sodass es nötig sein kann, Speisen während der Zubereitung umzurühren. Außerdem sollten Sie beachten, dass ähnlich wie bei Backöfen auch bei Mikrowellen zwischen Einbau- und freistehenden Varianten unterschieden wird.
2. Funktionsumfang und Leistung
Die Wahl der geeigneten Mikrowelle ist abhängig von Ihren individuellen Vorlieben: Möchten Sie das Gerät ausschließlich zum Auftauen und Aufwärmen benutzen, so ist eine preiswerte Ausführung, die bereits mit einer geringen Leistung auskommt, vollkommen ausreichend. Soll das Gerät darüber hinaus eine Grill-, Gar- oder Backfunktion besitzen, muss auch die Leistungsfähigkeit entsprechend hoch ausfallen:
| Verwendungszweck | Ungefähr benötigte Leistung in Watt |
|---|---|
| Auftauen | 90 - 240 |
| Garen von Gemüse | 300 |
| Erwärmen | 400 |
| Garen von Fleisch | 500 |
| Backen | 600 |
| Grillen | 1000 |
Eine hohe Leistungsfähigkeit führt zwar auch dazu, dass Gerichte schneller zubereitet werden können. Dabei sollten Sie jedoch beachten, dass hohe Temperaturen in Kombination mit kurzen Betriebszeiten zu ungleichmäßig erwärmten Speisen führen.
Gerade das Auftauen in der Mikrowelle ist energieschonender als das Erwärmen von gefrorenen Speisen mit dem Herd. Aufgrund der unterschiedlichen Beschaffenheit der Lebensmittel sind hierfür unterschiedliche Einstellungen nötig. Beachten Sie, dass Sie die Lebensmittel beim Auftauen ein-bis zweimal wenden sollten, um ein gleichmäßiges Auftauen zu gewährleisten.
| Lebensmittel | Auftaudauer bei 180 Watt | |
|---|---|---|
![]() | Fleisch (bis 500 Gramm) | 15-20 Minuten |
![]() | Fisch (ca. 170 Gramm) | 5 Minuten |
![]() | Kuchen (ca. 100 Gramm) | 2-4 Minuten |
![]() | Brötchen | 0,5-1 Minute |
![]() | Obst | 5-10 Minuten |
![]() | Gemüse | 8-12 Minuten |
2.1. Dampfgaren mit der Mikrowelle
Dampfgaren ist eine besonders schonende Art der Zubereitung. Neben speziellen Dampfgarern sind auch viele Mikrowellen in der Lage, Fisch, Fleisch und Gemüse auf diese Weise zuzubereiten. Dafür wird Wasserdampf erzeugt, der sich in heißen Wassertropfen auf dem Gargut niederschlägt und dieses schonend erwärmt. Beim Dampfgaren mit Ihrer Mikrowelle sollten Sie einige Dinge beachten:
- Die Garzeit ist abhängig von der Größe der Speisen, die zubereitet werden sollen
- Die Zubereitung von Lebensmitteln mit geringem Wassergehalt (beispielsweise Karotten) macht die Zugabe von Wasser erforderlich
- Speisen müssen zur Erhaltung der Inhaltsstoffe bei der Zubereitung immer abgedeckt werden
Eine einfache Variante ist die Zubereitung über spezielle Dampfgarbeutel: Füllen Sie die Speisen hinein und verschließen Sie den Beutel, bevor Sie ihn in die Mikrowelle legen. Für diese Art der Zubereitung benötigen Sie kein mikrowellenbeständiges Geschirr, da der Beutel das Abdecken der Speisen überflüssig macht.
2.2. Integrierte Backfunktion
Möchten Sie bei Ihrer Mikrowelle auch auf eine Backfunktion nicht verzichten, so sollten Sie einige Dinge besonders beachten. In der Regel wird der Heißluftbetrieb über Umluft gewährleistet, wobei die maximal einstellbare Temperatur mindestens 200 Grad Celsius betragen sollte. Wichtig ist auch die Isolierung der Mikrowelle: Mangelhafte Exemplare strahlen die Wärme des Innenraums nach außen ab. Darüber hinaus sollte das Gerät beim Backen eine geringe Betriebslautstärke aufweisen. Meist im Lieferumfang enthalten ist ein dreibeiniger Rost, den Sie anstelle des Drehtellers zum Backen und Grillen in die Mikrowelle stellen können.
2.3. Mikrowellen mit Quarz- oder Infrarotgrill
Ein integrierter Quarzgrill bietet den Vorteil, dass der Innenraum der Mikrowelle schon nach wenigen Sekunden Betrieb maximal erhitzt wird. Die Heizelemente des Quarzgrills sind dabei in der Decke des Garraums eingelassen. In Kombination mit einem Drehteller können Sie so eine gleichmäßige Bräunung bei der Zubereitung von Speisen erzielen. Gerade für Aufläufe eignet sich ein Quarzgrill sehr gut. Im Gegensatz dazu wird die Temperatur bei einem Infrarotgrill nicht über die Erwärmung der Luft erhöht: Infrarot-Strahlung hat den Vorteil, dass im Wesentlichen nur der Körper erwärmt wird, auf den sie auftrifft. Die Hitzeübertragung erfolgt somit direkt und ist wesentlich effizienter als bei Quarzgrills. Dieses Verfahren bietet Ihnen folgende Vorteile:
Darüber hinaus kann mit Infrarotgrills in der Regel eine höhere Temperatur erreicht werden als mit Quarzgrills.
2.4. Die Bedienelemente
In der Regel bestehen die Bedienelemente einer Mikrowelle im Wesentlichen aus Drehreglern zur Einstellung der gewünschten Leistung in Watt und der Garzeit. Achten Sie hierbei auf eine möglichst robuste und hochwertige Verarbeitung. Für sekundengenaues Programmieren sind Tastenfelder hingegen besser geeignet, darüber hinaus sind sie weniger verschleißanfällig. Handelsübliche Mikrowellen verfügen außerdem über nützliche Voreinstellungen wie beispielsweise zum Auftauen von Fleisch. Viele Geräte erlauben zudem das Speichern eigener Einstellungen.
3. Energieeffizienz
Im Allgemeinen ist eine Mikrowelle als Alternative zum Backofen sehr gut geeignet, um Energie zu sparen und somit auch entsprechende Kosten zu senken. Entscheidend hierbei ist jedoch der richtige Einsatz des Geräts. Für welche Zwecke eine Mikrowelle gegenüber einem Backofen vorzuziehen ist und was Sie tun können, um darüber hinaus Energie zu sparen, können Sie der folgenden Aufstellung entnehmen:
- Kleine Mengen an Lebensmitteln bis ungefähr 400 Gramm lassen sich gegenüber dem Backofen in der Mikrowelle schneller und somit effizienter erhitzen
- Das Aufwärmen können Sie über das Abdecken mit einer Schüssel, einem Teller oder einem passenden Deckel weiter beschleunigen
- Mikrowellen dringen nur etwa 6 Zentimeter in Speisen ein. Verteilen Sie deswegen die zu erwärmenden Lebensmittel auf der gesamten Fläche, um die Erwärmung zu beschleunigen
- Zur Beschleunigung der Zubereitung können Sie die Speise in regelmäßigen Abständen umrühren
Achten Sie beim Kauf vor allem auf das Energieeffizienzsiegel: Seit 1994 werden Elektrogeräte damit ausgezeichnet, wobei ein Farbcode Aufschluss gibt über die Energieersparnis. Die Skala reicht hier von Grün für besonders effiziente Geräte über Gelb bis hin zu Rot für sehr hohen Energieverbrauch. Daneben werden die einzelnen Klassen mit Buchstaben von A bis D nach absteigender Effizienz kategorisiert. Auch wenn Geräte mit hoher Energieeffizienz auf den ersten Blick teuer erscheinen können, sollten Sie beachten, dass die langfristige Ersparnis den Anschaffungswert rechtfertigt.
| 60 % geringerer Verbrauch als Klasse A | |
| 40 % geringerer Verbrauch als Klasse A | |
| 20 % geringerer Verbrauch als Klasse A | |
| Verbrauch von weniger als 0,19 kWh | |
| Verbrauch von 0,19 bis 0,23 kWh | |
| Verbrauch von 0,24 bis 0,27 kWh | |
| Verbrauch von 0,28 bis 0,31 kWh |
4. Ist Mikrowellenstrahlung schädlich?
Entgegen großer Besorgnis ist der Verzehr von in Mikrowellen zubereiteten Speisen unbedenklich.Es ist zwar eine Tatsache, dass sich Lebensmittel bei der Zubereitung in ihrer Biochemie verändern – dies ist jedoch auch der Fall, wenn Sie über einen Herd gekocht oder gebraten werden. Darüber hinaus fällt der Nährstoff-Verlust beispielsweise beim Kochen höher aus, als beim Dampfgaren in der Mikrowelle.Handelsübliche Geräte - auch alte Geräte - sind ausreichend isoliert, sodass verhindert wird, dass während des Betriebs Strahlung entweichen kann. Durch das Erwärmen in der Mikrowelle bleiben außerdem keine Rückstände in der Nahrung zurück.Um eine besonders schonende Garung in der Mikrowelle zu gewährleisten gibt es Mikrowellen mit Inverter-Technologie.
5. Passendes Zubehör
Für den optimalen Betrieb Ihrer Mikrowelle benötigen Sie Geschirr aus Kunststoff, das speziell für diesen Zweck hergestellt wird. Beim Kauf sollten Sie auf eine entsprechende Kennzeichnung achten. Welche Materialien keinesfalls in Verbindung mit der Mikrowelle benutzt werden sollten, erfahren Sie anhand der folgenden Übersicht:
| Material | Auswirkungen |
| Metall (außer Aluminium) | Führt zu starker Funkenbildung und beschädigt das Gerät |
| Stein | Kann brechen, wenn er feucht ist |
| Normaler Kunststoff | Kann sich verformen, möglicherweise auch schmelzen |
Sollte der Drehteller beschädigt werden, erhalten Sie problemlos Ersatz. Wichtig ist hierbei, dass die Größe des Tellers auch zu Ihrem Gerät passt. Ist Ihre Mikrowelle auch zum Backen geeignet und mit entsprechenden Schienen versehen, können Sie Backbleche in passenden Größen kaufen. Für die platzsparende und praktische Unterbringung der Mikrowelle auf Griffhöhe existieren verstellbare Halterungen, die Sie an der Küchenwand oder unter Hängeschränken anbringen können.
6. Die Reinigung der Mikrowelle
Die Reinigung der äußeren Oberflächen können Sie mit einem Schwamm oder Lappen erledigen. Fingerabdrücke lassen sich ohne Probleme mit einem feuchten Tuch abwischen. Grobe Verschmutzungen entfernen Sie am besten mit Scheuermilch. Für das Putzen der Glasfront eignet sich handelsüblicher Glasreiniger, den Sie nach dem Aufsprühen mit Küchenpapier abwischen sollten. Gerade beim Einsatz der Grillfunktion kann es zu hartnäckigen Verschmutzungen kommen. Für die Reinigung des Innenraums stellen Sie einen geeigneten Behälter mit einem Gemisch aus Wasser und Essig offen in die Mikrowelle und schalten das Gerät für zehn Minuten auf Maximalbetrieb. Der entstehende Dampf sorgt dafür, dass sich auch hartnäckiger Schmutz im Anschluss mit einem Tuch einfach lösen lässt. Statt des Essigs können Sie auch Zitronenscheiben in den Wasserbehälter geben. Diese sorgen für einen angenehmen Geruch, jedoch sollten Sie dafür eine Betriebsdauer von lediglich fünf Minuten bei maximaler Leistung einstellen.
FAQ
-
Welche Lebensmittel sollte ich nicht in der Mikrowelle zubereiten?
Eier lassen sich mit einer Mikrowelle nur mit entsprechendem Zubehör zubereiten, ansonsten platzen sie auf und verschmutzen den Innenraum des Gerätes. Auch Aufbackbrötchen oder Pizzen sollten nur über den Einsatz von Umluft zubereitet werden, da diese Produkte ansonsten nur ungleichmäßig erwärmt werden. Öl sollte unter keinen Umständen in der Mikrowelle erhitzt werden, da es sich entzünden kann.
-
Wie werden kaputte Mikrowellen entsorgt?
Bei der Entsorgung von Elektromüll existieren unterschiedliche Vorgaben, die kommunal geregelt werden. In vielen Städten ist es möglich, Mikrowellen über die Müllabfuhr entsorgen zu lassen: Wenn Sie Sperrmüll beantragen, müssen sie vermerken, dass Sie auch Elektromüll abzugeben haben. In anderen Gemeinden wiederum existieren für das Sammeln von Elektroschrott Recycling- und Wertstoffhöfe. In diesem Fall sind Sie selbst für den Transport zuständig. Sind Sie sich nicht sicher, welche Bestimmungen für Ihren Wohnort gelten, so sehen Sie im Abfallkalender nach.
-
Gehen bei der Zubereitung von Speisen in der Mikrowelle mehr Vitamine und Nährstoffe verloren?
Bei der Erwärmung über Mikrowellen gehen nicht mehr Inhaltsstoffe verloren als bei herkömmlichen Zubereitungsmethoden. Sobald Lebensmittel erhitzt werden, verlieren Sie Nährstoffe, wobei es keine Rolle spielt, auf welche Weise die Erwärmung erreicht wird. Je länger und heißer Nahrungsmittel erhitzt werden, desto höher fällt auch dieser Verlust aus. Eine Mikrowelle erhitzt Nahrung in der Regel über kürzere Zeiträume als beispielsweise ein Herd. Dies gilt vor allem für das Auftauen. Beim Kochen werden zusätzlich Inhaltsstoffe an das Wasser abgegeben, da in der Mikrowelle jedoch weniger Wasser zum Einsatz kommt, bleiben mehr Nährstoffe erhalten.
-
Über welche Leistung sollte eine Mikrowelle mindestens verfügen?
Die optimale Leistungsstärke einer Mikrowelle richtet sich danach, für welche Zwecke sie vorrangig benutzt werden soll. Für das Auftauen von Fleisch, Fisch und Gemüse ist eine Leistung von 90 – 240 Watt vollkommen ausreichend. Für das Garen und Aufwärmen sind ungefähr 500 Watt optimal. Geräte mit integriertem Heißluftbetrieb sollten Leistungen von circa 600 Watt aufweisen, eine Grillfunktion erzielt ab 1000 Watt sehr gute Ergebnisse bei der Zubereitung von Speisen.















