Auch wenn er lange Zeit hinter dem Holzkohlegrill zurückstehen musste – mittlerweile nutzen mehr als zehn Prozent der Deutschen einen Gasgrill. Was einen Gasgrill so besonders macht und was Sie beim Kauf berücksichtigen sollten, erfahren Sie in diesem Ratgeber.
1. Der Gasgrill
Im Gegensatz zu einem Holzkohlegrill wird ein Gasgrill mit Gas anstatt mit Kohle betrieben. Durch diesen Umstand ergeben sich einige Vor- aber auch Nachteile:
Vorteile
*Verletzungsrisiko geringer im Vergleich zu Elektro- oder Holzkohlegrill
Nachteile
2. Funktionsweise
Ein Gasgrill wird mit Flüssiggas betrieben, das nahezu überall erworben werden kann. Über Schläuche wird diese Gasflasche mit dem oder den Brenner(n) verbunden. Bei einem Gasgrill erhitzt nicht die Gasflamme direkt das Grillgut, sondern die Brenner erwärmen Metallstäbe, poröse Lavasteine oder ein ähnlich gut leitendes Material. Dieses befindet sich direkt unter dem Grillrost, sodass der Grill fast direkt nach dem Entflammen der Brenner betriebsbereit ist. Mit einem Temperaturregler können Sie die Hitze individuell regulieren, um so die perfekte Betriebstemperatur für jede Art von Fleisch zu bekommen.
Propan- oder Erdgas?
Normalerweise wird ein Gasgrill mit Propangas aus bis zu elf Kilogramm schweren Flaschen betrieben. Mittlerweile verfügen jedoch immer mehr Haushalte über einen Erdgasanschluss, der es Ihnen ermöglicht, mit einem Erdgasgrill zu grillen. Auch ein klassischer Gasgrill kann mit einem Erdgaskit aus Erdgasdrüsen zu einem solchen Grill umgerüstet werden.
2.1 Zusatzfunktionen
Moderne Gasgrills können nicht nur jede Art von Fleisch zubereiten, teilweise sind sie so ausgestattet, dass die Zubereitung eines gesamten Menüs ohne Probleme möglich ist. Vor allem die amerikanischen Modelle sind mehr Freilichtküchen als reine Grills. Egal, ob backen, schmoren oder braten – je nach Zusatzfunktion ist der Gasgrill multifunktional einsetzbar. Achten Sie jedoch immer darauf, dass unter dem Rost eine Abtropfschale steht, da die Brenner durch heruntertropfendes Fett beschädigt werden können.
Neben einem oder mehreren Brennern besitzen manche Gasgrills Zusatzfunktionen:
- Seitenbrenner oder -kocher: Dieser Brenner befindet sich außerhalb des eigentlichen Grills und dient der Erwärmung von Speisen. So können auf einem stufenlos regelbaren Seitenbrenner parallel zum Grillprozess Beilagen wie Saucen oder Kartoffeln vorbereiten.
- Rotisseriebrenner/Backburner: Ein Rotisseriebrenner befindet sich auf der Rückseite und vereinfacht das Grillen von Spießen. Die Fleisch- oder Gemüsespieße verlieren durch einen solchen Brenner weniger Flüssigkeit und bleiben so lange knackig und saftig.
- Hotplate: Diese Grillplatte besteht aus einem durchgehenden Guss und eignet sich vor allem für die Zubereitung von Steaks, aber auch kleinerem Grillgut wie Gemüsescheiben.
- Deckel (auch BBQ Haube genannt): Diese Abdeckung ermöglicht indirektes Grillen.
- Heiß- und Infrarotbrenner: Solche Brenner erreichen eine Temperatur von bis zu 1800°C: Dadurch werden die Poren des Grillguts direkt verschlossen, sodass kein Bratensaft auslaufen kann und das Fleisch sehr saftig bleibt.
- Aroma-Schienen: Die Metallleisten werden mit einer beliebigen Flüssigkeit, wie beispielsweise Bier oder Whiskey, gefüllt. Während des Grillens verdampft die Flüssigkeit und gibt so das Aroma an das Grillgut ab.
Weiteres Zubehör: Integrierter Drehspieß, Pizzastein
Piezo-Technik
Besonders praktisch sind Grills, die beim Anzünden über die Piezo-Technik verfügen. Der Gasgrill wird so ganz einfach per Knopfdruck gestartet, was das Anzünden besonders sicher macht. Im Gegensatz zu anderen Anzünd-Techniken funktioniert der Piezo-Druckknopf nicht batteriebetrieben.
3. Grillen mit einem Gasgrill
Ein Gasgrill bietet eine Vielzahl an Zubereitungsmöglichkeiten. Im Folgenden erfahren Sie, wie Sie ihn richtig einsetzen:
Indirektes Grillen: Ein indirektes Grillen ist nur dann möglich, wenn der Grill mit einem Deckel verschlossen werden kann. Dieser reflektiert die Hitze, sodass das Fleisch oder Gemüse ohne wenden zubereitet werden kann. Vermeiden Sie während des indirekten Grillens das Öffnen des Deckels und hohe Temperaturen: Große Fleischstücke, wie beispielsweise ganze Hähnchen, sollten nur bei 130°C indirekt zubereitet werden.
Räucherung des Fleisches: Viele Kritiker vermissen beim Grillen mit Gas das typische Holzkohlearoma. Doch auch auf einem Gasgrill können Sie Ihr Fleisch räuchern: Wässern Sie Holzchips ausreichend und wickeln Sie sie in Alufolie, in die Sie anschließend mit einer Gabel kleine Löcher hineinstechen. Legen Sie dann diese Pakete neben das Fleisch auf dem Grill, beim indirekten Grill geben die Holzchips ihre Geruchs- und Geschmacksstoffe an das Grillgut ab.
Der Gasgrill in der Anwendung
- Platzieren Sie den Gasgrill an einer geschützten Stelle und auf einem ebenen Untergrund
- Heizen Sie den Grill für maximal 10 Minuten bei geschlossenem Deckel vor
- Einmaliges Wenden des Grillguts ist völlig ausreichend
- Halten Sie den Deckel sooft wie möglich geschlossen, da indirektes Grillen die Wahrscheinlichkeit von Stichflammen senkt
- Achten Sie immer auf die Temperatur, ein Gasgrill kann sehr heiß werden
3.1 Vorbereitungen & Lagerung
Grillen das erste Mal nach dem Winter:
- Kontrollieren Sie alle Brüche auf Risse oder Lecks.
- Defekte Leitungen sollten immer ausgetauscht und nicht nur repariert werden.
- Setzen Sie die Schläuche niemals der direkten Sonneneinstrahlung aus.
3.2 Pflege und Reinigung
Damit der Gasgrill Ihnen möglichst lange Freude macht, spielt neben der Qualität und Verarbeitung auch die entsprechende Pflege eine entscheidende Rolle. Wird die Reinigung regelmäßig durchgeführt, benötigen Sie nicht mehr als warmes Wasser, ein Tuch und etwas (Edelstahl-) Reiniger. Erst wenn der Grill lange nicht gepflegt wurde, wird die Reinigung sehr zeitintensiv.
Nach jedem Grillen:
- Reinigung des Grillrosts (Entfernung aller Fett-, Öl- und Essensrückstände
- Ausbrennen des Grills, bis kein Rauch mehr aufsteigt
Regelmäßig:
- Entfernen und Austauschen der Abtropfschale
- Entfernen der Schmauchspuren vom gesamten Grill mit speziellem Edelstahlreiniger
- Falls vorhanden: Austauschen der Lavabriketts (etwa einmal bis zweimal in der Grillsaison)
FAQ
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Wo bringe ich die Gasflasche am besten unter?
Bei den meisten Gasgrills wird die Flasche unter der Grillfläche verstaut. Achten Sie immer darauf, dass sie gerade und auf einem sicheren Untergrund steht. Wird der Grill für längere Zeit nicht verwendet, sollten Sie die Flasche abmontieren und sicher lagern.
Sie darf nicht in einem geschlossenen Raum aufbewahrt werden und sollte auch weder Frost noch direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein. Lagern Sie die Gasflasche stattdessen an einem schattigen Platz im Garten oder auf dem Balkon. -
Wie lange muss ein Gasgrill vorgeheizt werden?
Ein Gasgrill ist im Gegensatz zu einem Holzkohlegrill direkt betriebsbereit. Dennoch sollten Sie etwa zehn Minuten warten, bevor Sie Grillgut auf den Grill legen. Nur wenn das Fleisch mit Höchsttemperatur gebraten wird, können sich die Poren verschließen und es bleibt schön saftig.
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Kann man auf einem Gasgrill räuchern?
Entgegen der weitverbreiteten Meinung, man könne auf einem Gasgrill kein Holzkohlearoma bekommen, können Sie Ihr Fleisch auch auf einem Gasgrill räuchern.
Dazu benötigen Sie lediglich einige Holzchips, die Sie in Wasser einlegen und anschließend in Alufolie wickeln. Die mit kleinen Löchern versehenen Pakete werden während des indirekten Grillens neben das Fleisch gelegt und geben ihm so ein rauchiges Aroma. -
Wieso ist die Flamme meines Gasgrills gelb?
Wenn die Flamme Ihres Gasgrills gelb statt blau ist, kann es beispielsweise sein, dass der Brenner abgenutzt ist. Stellen Sie sicher, dass er keine Risse oder Löcher hat und lassen Sie ihn gegebenenfalls vom Fachmann austauschen.
Grund für eine gelbe Flamme kann auch die mangelnde Luftzufuhr sein: Unterhalb des Grills befindet sich zumeist ein Regler für diese, die sich jedoch verhaken kann, weswegen sich der Grill nicht richtig aufheizen kann.









