Gut durchdachte Beleuchtungskonzepte sind für den Garten nützlich und tauchen die Natur und die Architektur in ein stimmungsvolles Licht. Die Gartenbeleuchtung kann nicht nur dazu verwendet werden, einzelne Gartenbereiche und Pflanzen als Highlight hervorzuheben, sie erhöht auch die Sicherheit. Gehwege und Hindernisse werden erhellt und können so nicht mehr übersehen werden. Neben der Orientierung schreckt die Beleuchtung auch potentielle Einbrecher ab.
In diesem Ratgeber erfahren Sie das Wichtigste über die verschiedenen Beleuchtungsarten, Energiequellen sowie über die Installation und Sicherheit.
1. Arten der Beleuchtung
Die Basis eines intelligenten Lichtsystems bilden unterschiedliche Beleuchtungseinheiten, die nach Belieben auf dem Grundstück positioniert werden. Die Gartenbeleuchtung richtet sich stets nach dem Verwendungszweck und kann als Dekorationsmittel oder zur allgemeinen Beleuchtung benutzt werden.
1.1 Dekorationsleuchten
- Würfel, Kugeln und beleuchtete Pflanzgefäße zeichnen sich durch ihre Nutzungsvielfalt aus. Sie können als Hocker oder Beistelltisch benutzt werden und sind zugleich dezentes Leuchtobjekt. Oftmals sind sie mit weißer oder farbiger LED-Beleuchtung, teilweise auch mit wechselnden Farbprogrammen, erhältlich. Sie eignen sich jedoch nur als flankierende Beleuchtung, da sich das Licht nicht punktuell ausrichten lässt.
- Lichterketten, Netze, Schläuche und Lampions werden bei Gartenpartys im Sommer oder als Weihnachtsbeleuchtung eingesetzt. Sie können an Pavillons, Markisen oder Bäumen befestigt werden oder auch im Sonnenschirm als Lichtquelle dienen.
- Windlichter und Laternen sind transportfähig und je nach Bedarf platzierbar. Sie nehmen meist ein Teelicht oder eine Kerze auf und bieten der Flamme durch das Glas Schutz vor dem Wind. Achten Sie jedoch darauf, dass keine brennbaren Stoffe ins Teelicht ragen oder fallen können, um ein Großfeuer zu vermeiden.
- Gartenfackeln, Öllampen und Feuerschalen bestehen meist aus Edelstahl und werden mit entzündlichen Ölen gefüllt. Durch das Anzünden entstehen echte Flammen, die eine gewisse exotische undrustikale Atmosphäre erzeugen. Gerade durch die Bewegung der Flammen wird ein dynamischer Eindruck vermittelt. Zudem ist das verströmte Licht nicht grell, sondern für die Augen in der Dunkelheit sehr angenehm. Die Beleuchtung kann an beliebigen Orten in weichen Untergrund gesteckt werden, da sie meist nicht mit einer Befestigung versehen ist.
Hinweis: Die Beleuchtung mit offener Flamme kann sehr gefährlich sein. Gerade bei starken Windverhältnissen ist Vorsicht geboten, da sich das Feuer schnell ausbreiten kann. Achten Sie daher auf eine windgeschützte Platzierung. Ebenso ist beim Kauf die Einhaltung der Norm „DIN EN 14059“ obligatorisch.
Eine sichere Öllampe zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:
- Dochtschutz, sodass der Docht nicht in den Mund genommen werden kann
- kindersicherer Einfüllverschluss (Bajonettverschluss)
- Auflaufschutz für das Öl
- Öl, das frei von Paraffin und Petroleum ist
Tipp: Es gibt Fackeln, die mit LED-Leuchtdioden ausgestattet sind und keine brennbare Flüssigkeit benötigen. Dadurch lassen sich auch bunte oder wechselnde Beleuchtungen realisieren.
1.2 Sonstige Beleuchtung
- Standleuchte muss auf festem Untergrund angebracht werden. Es bietet sich an, eine Steinplatte zu verlegen und mit der Leuchte zu verschrauben. Sie kann überall dort eingesetzt werden, wo eine einfache Montage gewährleistet ist. Ideal sind Orte, die auch abends und nachts gut sichtbar sind, wie z.B. Blumenbeete oder Gehwege.
- Wandleuchte/-strahler wird an Wänden angebracht und ist meist flach gebaut. Der Lichtkegel ist nach unten gerichtet und besonders praktisch bei der Ausleuchtung von Terrassen und Balkonen. Ein Vorteil ist, dass sie keinen Platz am Boden wegnimmt und zudem einen großen Wirkungsradius besitzt.
- Bodeneinbauleuchte wird fest im Boden verankert und ergibt versetzt gestellt ein dekoratives Spalier entlang des Weges. Sie wird direkt im Boden integriert, nimmt keinen Platz weg und ist eher unauffällig. Die Beleuchtung von unten bringt ein sehr schönes Licht, besonders wenn Pflanzen angestrahlt werden. Zudem verfügt sie teilweise über einstellbare Reflektoren, die den Lichtkegel gezielt nach oben richten.
- Teich-/Schwimmbeleuchtung kann Wasserflächen optisch in Szene setzen und durch einzigartige Lichtspiele eine stimmungsvolle Atmosphäre schaffen. Am besten sind wasserfeste Halogenleuchten geeignet, die aus witterungs- und temperaturbeständigem Material bestehen. Besonders schön sind schwimmende Teichleuchten, die mit Farbscheiben und Nebeleffekten individuelle Akzente setzen Meist bestehen sie aus Glas oder Kunststoff und sind mit Dimmer erhältlich. Es empfiehlt sich eine Fixierung bei großen Wasserflächen, damit die Beleuchtung nicht vom Wind herumgetrieben wird.
- Bewegungsmelder schalten sich nur ein, wenn sich jemand im Erfassungsbereich des Sensors befindet. Der Melder arbeitet besonders ökonomisch und lässt sich so einstellen, dass er sich erst ab bestimmten Empfindlichkeiten einschaltet. Er eignet sich für Hauseingänge und kann rund um das Haus installiert werden, um optimalen Schutz und Sicherheit vor Einbrechern und unerwünschten Besuchern zu gewährleisten.
2. Energiequellen
Gartenleuchten werden durch die unterschiedlichste Art von Energie betrieben. Strom ist dabei die am weitesten verbreitete Quelle. Aber auch der Antrieb mit Batterie und Solar ist möglich. Welche Antriebsquellen es gibt, wird im folgenden Abschnitt erläutert:
SolarleuchtenSolarleuchten sind besonders energiesparend, da sie die Energie des Sonnenlichts durch integrierte Akkus speichern. Sie sind kinderleicht in der Installation, da das Verlegen von Stromkabeln unnötig ist.
Vorteil:Die Leuchte kann einfach in die Erde gesteckt werden, wodurch sich der Standort leichter wechseln lässt. Zudem ist eine Solarleuchte ideal, wenn Sie nicht die Möglichkeit haben, eine elektrische Beleuchtung zu installieren.
Batteriebetriebene Lampen:Bei diesen Lampen handelt es sich meist eher um kleine Modelle, die mit handelsüblichen Batterien für einen längeren Zeitraum betrieben werden. Für große Lampen fehlt es den Batterien meist an Speicherkapazität. Wählen Sie daher für den Batteriebetrieb keine Lampen, die permanent im Einsatz sein müssen. Batterien eignen sich eher für Lampen an verhältnismäßig unwichtigen Orten, an denen ein möglicher Ausfall der Beleuchtung wenig ins Gewicht fällt.
Strombetriebene Lampen:Lampen, die mit Strom betrieben werden, können permanent eingesetzt werden. Beim Kauf von Gartenbeleuchtung mit Stromkabel sollten die Art des Anschlusses und die Möglichkeit, das Kabel unterirdisch zu verlegen, unbedingt beachtet werden. Wichtig ist auch, dass eine Stromquelle im Freien zur Verfügung steht.
Tipp: Wählen Sie, wenn möglich, eine Kabelfarbe aus, die keinen allzu großen Kontrast zur Hauswand oder Ihrem Gartenbeet darstellt. Gute Bereiche für Stromkabel sind beispielsweise Zäune oder unübersichtliche Areale rund um Blumen und hochgewachsene Pflanzen.
3. Installation
Vor dem Erwerb der Gartenbeleuchtung ist eine gründliche Planung unerlässlich. Die Beleuchtung sollte möglichst effizient genutzt werden. Es gilt daher schon im Vorfeld zu überlegen, welche Bereiche Ihres Gartens beleuchtet werden sollen. Ist ein Grundriss des Gartens vorhanden, empfiehlt es sich, die Fläche zu vermessen und zu überlegen, welche Leuchte an welcher Stelle vorteilhaft ist. Durch das Ausmessen können Sie auch besser einschätzen, wie viel Kabel benötigt wird beziehungsweise wie viel Sie verlegen müssen. Folgendes gilt es bei der Installation der Gartenbeleuchtung zu beachten:
- Bei strombetriebener Gartenbeleuchtung muss das Kabel mindestens 60 Zentimeter tief in der Erde versenkt werden. So ist es vor Spatenstichen, Wind und Frost geschützt. Ziehen Sie bei Bedarf einen Elektriker zurate, der Ihnen das Kabel verlegt.
- In dunkler Umgebung ist die Augenempfindlichkeit durch Lichtblendungen größer. Die Strahler und Leuchten sollten daher so ausgerichtet sein, dass sie nicht blenden. Das Licht muss auf den Boden und darf nicht in das Gesicht scheinen.
- Die Lichtfarbe trägt entscheidend zur Atmosphäre im Garten bei. Kalte und helle Lampenfarben wirken eher irritierend. Warm-weißes Licht rückt stattdessen die Natürlichkeit in den Vordergrund, während das Spiel mit farbigen Leuchtmitteln nahezu mystische Szenarien schafft.
- Für Anstrahlungen verwenden Sie am besten innenverspiegelte Glühlampen, da sich deren warmes Licht am besten für die Farbwiedergabe der Gartenpflanzen eignet.
- Die Beleuchtung sollte so ausgerichtet sein, dass die Nachbarn nicht gestört werden. Diese können sogar verlangen, dass eine dauerhafte Beleuchtung ausgeschaltet wird.
- Bauen Sie die Beleuchtung so ein, dass sie mit dem Gesamtbild des Gartens harmoniert und nicht zu überladen wirkt. Als Faustregel gilt: Ein Watt pro Quadratmeter Gartenfläche.
- Reduzieren Sie die Lichtdauer und Intensität auf das wirklich benötigte Maß und verwenden Sie energieeffiziente Lampen mit einem möglichst geringen UV-Anteil. Zeitschaltuhren erleichtern Ihnen die Steuerung und helfen Strom und Geld zu sparen.
Tipp: Installieren Sie nicht zu viele Leuchten in Ihrem Garten, damit die Tierwelt nicht gestört wird. Dies gilt vor allem für die Unterwasserbeleuchtung im Teich, da sich dort Fische, Frösche und andere Tiere aufhalten. Zu viel Licht wirkt sich auch negativ auf die Bepflanzung Ihres Gartens aus. Viele Herbstblüher wie beispielsweise Chrysanthemen sind sogenannte Kurztagspflanzen, deren Impuls zu blühen erst dann ausgelöst wird, wenn die Tageslänge weniger als zwölf Stunden beträgt. Wird der Tag durch das Gartenlicht künstlich verlängert, setzen die Blumen keine Knospen an.
4. Sicherheitstipps und IP-Schutzklassen
Der Garten ist das ganze Jahr über Witterungseinflüssen ausgesetzt, weshalb im Umgang mit Strom besondere Vorsicht geboten ist. Einige grundlegende Sicherheitsaspekte sind zu beachten, damit es nicht zu Unfällen oder Schäden kommt.
Zur schnellen Übersicht, welche Leuchtmittel für einen bestimmten Verwendungszweck geeignet sind, werden alle Geräte einer Schutzart und einer Isolationsklasse zugeordnet. Diese richten sich nach der DIN 40050 und informieren über die Staub-, Spritz- und Wasserresistenz. So erkennen Sie, inwieweit das entsprechende Leuchtmittel im Garten- und Nassbereich eingesetzt werden darf.
Dieser IP-Code (International Protection) besteht aus zwei Ziffern: Die erste Ziffer zeigt den Schutzgrad an, den das Gerät gegenüber Fremdkörpern und Berührungen hat. Die zweite Ziffer zeigt die Beständigkeit gegen eindringendes Wasser an. Je höher die jeweilige Zahl ist, desto höher ist der Schutz.
| Erste Ziffer | Schutz gegen Fremdkörper |
|---|---|
| 0 | Nicht geschützt |
| 1 | Feste Fremdkörper mit Durchmesser > 50mm |
| 2 | Feste Fremdkörper mit Durchmesser > 12,5mm |
| 3 | Feste Fremdkörper mit Durchmesser > 2,5mm |
| 4 | Feste Fremdkörper mit Durchmesser > 1mm |
| 5 | Staubgeschützt |
| 6 | Staubdicht |
| Zweite Ziffer | Schutz gegen Wasser |
|---|---|
| 0 | Nicht geschützt |
| 1 | Senkrecht tropfendes Wasser |
| 2 | Tropfendes Wasser mit 15° Neigung |
| 3 | Sprühwasser schräg bis 60° |
| 4 | Spritzwasser |
| 5 | Strahlwasser |
| 6 | Starkes Strahlwasser |
| 7 | Zeitweiliges Untertauchen |
| 8 | Andauerndes Untertauchen |
| 9 | Sehr intensiver Wasserstrahl |
Eine Lampe für den Außenbereich sollte mindestens den IP-Pflichtwert von 43 besitzen. Für den Gartenteich empfiehlt sich ein IP-Wert von 68, um sicherzustellen, dass die Beleuchtung auch bei dauerhaftem Untertauchen wasserdicht ist.
FAQ
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Wie funktioniert ein Bewegungsmelder?
Ein Bewegungsmelder ist ein elektronischer Sensor, der Bewegungen in seiner näheren Umgebung erkennt. Der Sensor reagiert auf eine Temperaturänderung, die durch eine Strahlungsflussänderung von Menschen, Tieren und Kraftfahrzeugen in seiner näheren Umgebung bewirkt wird. Der Bewegungsmelder hat in der Regel einen eingebauten Dämmerungsschalter, der dafür sorgt, dass die Beleuchtung nur bei Dunkelheit eingeschaltet werden kann. Bewegt sich eine Wärmequelle vor dem Melder, so wird die Beleuchtung für eine einstellbare Zeitspanne eingeschaltet und nach Ablauf der Leuchtzeit wieder ausgestellt.
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Wie wird eine Terrasse am besten beleuchtet?
Um eine homogene Ausleuchtung der Terrasse herzustellen, empfiehlt es sich als Basisbeleuchtung Gartenleuchten einzusetzen, die eine geringe Leuchtstärke besitzen. So können beispielsweise Lampen am Terrassenrand in gleichmäßigen Abständen angebracht werden. Dabei sollten Sie darauf achten, dass diese nicht zu hoch montiert werden, da sonst die Gefahr besteht, vom Licht geblendet zu werden. Hierfür sind zum Beispiel Gartenleuchten in Laternenoptik geeignet. Wenn Sie gerne einige bunte Akzente für Ihre Terrassenbeleuchtung setzen möchten, greifen Sie auf LED-Leuchtketten zurück. Diese können über kleine Büsche, am Terrassengeländer oder unter dem Terrassendach befestigt werden.
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Wie kann ich verhindern, dass Tiere durch die Beleuchtung gestört werden?
Eine hohe Lichtintensität, lange Beleuchtungszeiten und ein unnötiges Abstrahlen des Lichtes in alle Richtungen irritieren die Tierwelt in Ihrem Garten. Ein in die Baumkrone gerichteter Effektscheinwerfer kann beispielsweise Vögel bei ihrem Brutgeschäft stören. Zudem lockt die neue Terrassenbeleuchtung vermehrt lästige Insekten in die Wohnungsnähe. Nachtaktive Tiere haben das größte Problem mit der Beleuchtung. Sie sind auf das Leben in der Dunkelheit eingestellt und werden durch die Lichtquellen stark irritiert. Besonders empfehlenswert sind abgeschirmte Leuchten, die ein so genanntes „Full-cut-off“ System haben. Sie strahlen ihr Licht nur in den unteren Halbraum ab. Die Lichtabstrahlung nach oben fällt gänzlich weg und die seitliche Abstrahlung wird deutlich reduziert.
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Welche Beleuchtung ist besonders stromsparend?
Besonders stromsparend ist Beleuchtung, die mit Solar betrieben wird. Diese Lichter sind mit kleinen Sonnenkollektoren ausgestattet, die tagsüber die Sonneneinstrahlung aufnehmen und nachts wieder abgeben. Somit kommen sie vollständig ohne Strom aus der Steckdose aus und benötigen keine Kabel. Es fallen keine laufenden Stromkosten an, sondern lediglich der einmalige Anschaffungspreis. Die Leuchten bieten maximale Unabhängigkeit von Stromquellen und sind äußerst flexibel einsetzbar. Hinzu kommt, dass sie sich bei Dunkelheit selbst aktivieren, sie müssen weder ein- noch ausgeschaltet werden.





