1. Allgemein
Gerade beim Kauf eines Fernsehers sollten Sie sich nicht auf Ihre Intuition verlassen – es ist hingegen wichtig, gut informiert zu sein. Immerhin kosten die Geräte nicht wenig Geld und sollten dann auf jeden Fall auch auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten sein. Dabei ist nicht nur die Größe und Bildschärfe eines Fernsehgeräts zu beachten – auch die Bildschirm- und Empfangstechnologie sind wichtige Komponenten, die darüber entscheiden, ob Sie mit Ihrem erworbenen Fernseher glücklich werden. Zudem hängt ein gutes Fernseherlebnis vom richtigen Elektronik-Zubehör ab. Damit Sie für den nächsten Fernseherkauf gut gerüstet sind und wissen, welche Eigenschaften ein Fernseher braucht, um Ihren Bedürfnissen gerecht zu werden, haben wir diesen Ratgeber für Sie zusammengestellt.
2. Bildschirmtechnologien
Es gibt verschiedene Bildschirmtechnologien bei Fernsehern. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen LCD, LCD mit LED-Backlight und Plasma. Die Frage, welche der drei Technologien die beste ist, kann nicht so einfach beantwortet werden, da jede spezifische Vor- und Nachteile bietet.
Neben den Vor- und Nachteilen der entsprechenden Technologien sollten Sie auch auf den Energieverbrauch achten. Dabei haben Plasma-Fernseher prinzipiell den höchsten Stromverbrauch, während bei LCD-Fernsehern mit LED-Blacklight der geringste Verbrauch vorliegt.
Eine zusätzliche Hilfe für Verbraucher stellt seit dem 30. November 2011 das Energielabel dar: Fernseher werden so in Bezug auf ihre Energieeffizienzklasse mit Buchstaben von G (für eine geringe Energieeffizienz) bis A+++ (für eine hohe Energieeffizienz) gekennzeichnet.
3. Bildqualität
Mit der Wahl der passenden Bildschirmtechnologie ist der erste Schritt zum richtigen Fernseher getan. Für das perfekte Bild gibt es jedoch noch einige Faktoren, die für eine gute Bildqualität entscheidend sind.
3.1 Bildwiederholfrequenz
- Wird in Hertz (Hz) angegeben
- Beschreibt die Anzahl der Einzelbilder, die pro Sekunde über den Bildschirm laufen (bei 50 Hz sind es 50 Halbbilder pro Sekunde, bei 100 Hz sind es 100, usw.)
- Bei einer zu langsamen Abfolge der Bilder fängt das Bild an zu „ruckeln“
- Fernsehprogramme werden grundsätzlich mit 50 Hz übertragen, so dass diese Bildwiederholfrequenz prinzipiell für den Heimgebrauch ausreicht
- Für Sportsendungen und anderes Filmmaterial mit sehr schnellen Bewegungen sind 100 Hz sinnvoll
- Eine höhere Hertz-Zahl bedeutet nicht automatisch ein besseres Bild
- Die Bildqualität hängt von der Technik ab, mit der die Zwischenbilder produziert werden (Das Einfügen von schwarzen Bildern oder Bildwiederholungen sorgt nicht für eine bessere Qualität)
- Sorgt nur für ein gutes Bild, wenn auch die Reaktionszeit stimmt
3.2 Reaktionszeit
- Wird in Millisekunden (ms) angegeben
- Ist die Reaktionszeit zu lang, werden bewegte Bilder als unscharf wahrgenommen (Schliereffekt)
- Die Reaktionszeit sollte unter 10 ms liegen
- Sorgt nur für ein gutes Bild, wenn auch die Bildwiederholfrequenz stimmt
3.3 HD ready und Full HD
- HD ist die Abkürzung für High Definition (dt.: hochauflösend)
- HD-Geräte besitzen eine fünf Mal höhere Zahl an Pixeln als herkömmliche Geräte, was zu einer großen Bildschärfe und somit großem Detailreichtum führt
- HD ready bzw. HD ready 720p kennzeichnet Fernseher, die 1280 x 720 Pixel
- Full HD bzw. HD ready 1080p kennzeichnet Fernseher, die eine Auflösung von 1920 x 1080 Pixel besitzen
- Full HD-Geräte lohnen sich nur, wenn hochauflösende Bildinhalte (z.B. Blu-Ray-Disks) wiedergegeben werden sollen, da es eine gute Qualität des Fernsehers braucht, um das normale Fernsehprogramm ohne Beeinträchtigung auf HD-Auflösung hochrechnen zu können
3.4 Bildschirmdiagonale
- Wird in Zoll angegeben
- Sollte von dem Abstand des Fernseher zum Sitzplatz abhängig gemacht werden (Faustregel: Bilddiagonale x3)
- Ebenfalls gilt: Je besser die Qualität eines Fernsehgeräts, desto näher können Sie ohne wahrnehmbare Bildstörungen am Fernseher sitzen
- Plasma-Geräte sind erst ab 40 Zoll verfügbar, LCD-Geräte und LCD-Fernseher mit LED-Backlight gibt es bereits in kleineren Ausführungen
- Moderne Flachbildfernseher sind nur noch in 16:9 erhältlich, was den in Breitbild ausgestrahlten Spielfilmen entspricht
4. Empfangstechnologien
Um Ihr TV-Programm richtig genießen zu können, sollten Sie sich für eine passende Empfangstechnologie entscheiden. Sie haben hierbei die Wahl zwischen Kabelfernsehen, Satellitenfernsehen und Antenne.
| Kabel | Satellit | Antenne |
|---|---|---|
| Analog oder digital? | ||
| Beides möglich | digital | digital |
| Anschluss | ||
|
|
|
| Programmvielfalt | ||
|
Hunderte von unverschlüsselten Programmen |
Vom Standort der Antenne abhängig |
| Empfang | ||
| Stets gleichbleibend (unabhängig vom Wetter) |
Große Wahrscheinlichkeit von Bildstörungen bei Regen, Sturm oder Schneefall |
Kann sich stündlich und täglich ändern |
| Kosten | ||
| Monatliche Gebühren (oft in den Wohnnebenkosten enthalten) |
Nur Anschaffungskosten für die Empfangsanlage |
Nur Anschaffungskosten für den DVB-T-Receiver, sofern dieser nicht bereits im Fernsehgerät integriert ist |
Ein digitaler Anschluss ist einem analogen Anschluss in jedem Fall vorzuziehen. Digitales Bild und digitaler Ton weisen eine wesentlich bessere Qualität auf. Dies ist vor allem für Besitzer von HD-Geräten vorteilhaft, da so auch hochauflösende TV-Formate zur Verfügung stehen.
5. Zubehör
Neben dem eigentlichen Fernsehgerät gibt es noch Zubehör, das Ihr Fernseherlebnis verbessern kann und manchmal dringend notwendig ist, um bestimmte Funktionen in Anspruch nehmen zu können.
5.1 Audio- und Videokabel
- Digitale Videokabel sind analogen vorzuziehen
- Qualitativ hochwertige analoge Audiokabel sind ebenso gut wie digitale Audiokabel
- Das Schirmungsmaß sollte 90 Dezibel nicht unterschreiten und die Schirmungsklasse nicht schlechter als A sein, damit elektromagnetische Strahlungen (z.B. von Stromleitungen oder Mobiltelefonen) keine Bildstörungen hervorrufen
- Je länger die Kabel sind, desto störanfälliger sind sie auch
5.2 HDMI-Kabel
- Ersetzt das herkömmliche Scart-Kabel an modernen Geräten
- Ermöglicht eine an die Qualität von HD-Geräten angepasste Übertragung des Bild- und Tonsignals
- Zwingend notwendig, wenn Sie Filme in 3D sehen möchten, einen Blu-Ray-Player besitzen oder eine PlayStation an Ihren Fernseher anschließen möchten
- Kabellänge sollte 15 Meter nicht überschreiten, damit Übertragungsprobleme ausgeschlossen werden können
5.3 Wand- und Deckenhalterungen
- Durch das leichte Gewicht können Flachbildschirme an die Wand gehängt werden
- An der Wand angebrachte Geräte sind platzsparend
- Decken- oder Wandhalterung mit Gelenk ermöglichen eine genaue Justierung auf Ihre Blickrichtung
5.4 Surround-Systeme
Neben den integrierten Boxen eines Fernsehers gibt es Surround-Systeme, die ein herausragendes Klangerlebnis ermöglichen. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes Mehrkanaltonsystem, bei dem mehrere Lautsprecher zum Einsatz kommen, die für eine Geräuschkulisse wie im Kino sorgen. Bei der Wahl des passenden Surroundsystems stehen Ihnen drei Möglichkeiten zur Verfügung: ein 2.1-, 5.1- oder sogar 7.1-System.
| 2.1-System | 5.1-System | 7.1-System | |
|---|---|---|---|
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FAQ
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Was ist der Unterschied zwischen
analogem und digitalem Fernsehen?
Grundsätzlich ist die Übertragungsart unterschiedlich. Während analoges Fernsehen mit einer analogen Übertragung funktioniert, wird digitales Fernsehen mit DVB-C (Digital Video Broadcasting) übertragen.
Der größte Unterschied liegt in den Vorteilen, die digitales Fernsehen bietet: Die Programmvielfalt ist größer, die Bild- und Tonqualität ist besser und es ermöglicht den Empfang von hochauflösenden Sendungen. Zudem ist die digitale Übertragungsart gerade dabei, das analoge Fernsehen gänzlich abzulösen.
-
Was ist HDTV?
Die Abkürzung HDTV steht für High Definition Television (dt.: hochauflösendes Fernsehen) und bezieht sich auf mehrere Fernsehnormen, die sich alle über eine sehr hohe Auflösung – also über eine große Zahl an Bildpunkten – definieren.
Diese ist bis zu fünf Mal höher als bei einer herkömmlichen Übertragung sorgt für eine beeindruckende Bildschärfe und somit für einen immensen Detailreichtum. Um HDTV richtig empfangen zu können, benötigen Sie ein HD-Gerät, das in der Lage ist, die hohe Auflösung auch wiederzugeben. Solche Geräte haben entweder eine Auflösung von 1280 x 720 Pixel (HD ready) oder von 1920 x 1080 Pixel (Full HD).
-
Wieso muss meine Satellitenschüssel ein
digitales Empfangsteil besitzen?
Dies ist notwendig, damit Sie überhaupt ein Fernsehprogramm empfangen können. Seit April 2012 ist kein analoger Satellitenempfang mehr verfügbar, so dass Sie nur noch einen digitalen Empfang nutzen können. Hierfür benötigen Sie das digitale Empfangsteil.
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Kann mir mein Vermieter verbieten, eine
Satellitenschüssel am Haus anzubringen?
Dank einem Urteil des Bundesgerichtshofes aus dem Jahr 2007 darf ein Vermieter das Anbringen einer Satellitenschüssel nicht pauschal verbieten
Wenn Sie ein Sonderinteresse am Satellitenfernsehen haben – beispielsweise weil Sie als ausländischer Mitbürger Kanäle aus ihrem Heimatland empfangen möchten oder aus beruflichen Gründen auf Sender zugreifen müssen, die über das Kabelfernsehen nicht zu empfangen sind – ist Ihr Vermieter verpflichtet, Ihnen das Anbringen einer Satellitenschüssel zu gewähren.
Doch auch ohne nennenswertes Sonderinteresse haben Sie gute Chancen durch zahlreiche Präzedenzfälle. Allerdings hat Ihr Vermieter das Vorrecht, den Anbringungsplatz zu bestimmen – dieser muss im Empfangsbereich liegen – und darf Ihnen sogar eine Satellitenschüssel zur Verfügung stellen und die Kosten für diese in Form von Modernisierungskosten auf Sie umlegen. In diesem Fall muss der Vermieter Ihnen nicht gestatteten, Ihre eigene Satellitenschüssel anzubringen.
-
Wie weit sollte ich von meinem
Fernseher entfernt sitzen?

Es gibt eine Faustformel, nach der Sie sich richten können. Demnach nehmen Sie die Bildschirmdiagonale in Zentimetern (1 Zoll = 2,54 cm) und multiplizieren diese mit drei. Dadurch erhalten Sie den Sitzabstand in Zentimetern.
Besitzen Sie also einen 32-Zoll-Fernseher, sollten Sie 2,43 Meter von Ihrem Fernseher entfernt sitzen (32 x 2,54 cm = 81,28 cm x 3 = 243,84 cm). So können Sie bequem Fernsehen schauen, ohne dass Ihre Augen zu stark belastet werden.
-
Wie reinige ich meinen LCD oder Plasma
Fernseher am besten?
Bevor Sie mit der Reinigung anfangen, sollten Sie sicherstellen, dass der Fernseher aus und kalt ist. Er sollte auch nicht mehr am Stromnetz angeschlossen sein. Die Mattscheibe sollte wöchentlich von Staub befreit werden.
Verwenden Sie dafür ein weiches Tuch, damit keine Kratzer verursacht werden können. Ecken und Ritzen können Sie mit einem weichen Pinsel reinigen. Achten Sie dabei darauf, dass wirklich nur die Borsten den Fernseher berühren. Mit einem Staubsauger und einem Bürstenvorsatz können Sie die Lautsprechergitter reinigen. Dies ist nur ein bis zwei Mal im Jahr nötig.
Zudem gibt es Spezialreiniger, die extra für die Reinigung von LCD und Plasma Geräte geeignet sind. Alternativ können Sie auch einen üblichen Fensterreiniger (ohne Essig- und Zitronensäure!) verwenden. Von anderen Reinigungsmitteln sollten Sie auf jeden Fall absehen, denn durch eine falsche Reinigung können Kratzer entstehen. Es kann sogar vorkommen, dass die Bildschirmoberfläche matt wird oder sogar grau anläuft.















