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„Der liebestolle Fürst“ (05.03.2010)
Inhalt:
Fürst Pückler, ein gutaussehender Mann von vierzig Jahren, hat sich in Muskau einen Traum verwirklicht: seine ganze Liebe hat er in die Gestaltung und Formung seines Parks und seiner Ländereien gesetzt. Leider auch sein ganzes Geld, denn die Bewirtschaftung verschlingt einiges an Geld, das er und seine Frau Lucie langsam ausgeht. Daher beschliessen die beiden, sich scheiden zu lassen. Hermann soll nun mit dem Diener Otto nach London reisen, um sich wieder reich zu verheiraten.
So eine Schiffsfahrt hat damals lange gedauert und so blieb genug Zeit, dass dem Fürsten bei seiner Ankunft schon der Ruf eines "Brautjägers" vorauseilte. Die nächsten Tage sahen nun auch nicht besser aus, da eine Tote aus dem Fluss gefischt wird, die er zufälligerweise am Abend zuvor noch gesehen hat. Viele "leichte Mädchen" mussten schon ihr Leben lassen und blöderweise ist immer der Fürst in der Nähe. Schnell wird er zum Verdächtigen, was ihm bei seiner Brautsuche nicht unbedingt hilft. Alleine sein neuer Diener Sherlock Holmes bewahrt den Überblick und kombiniert gewohnt klug.
Da ihm bald das Geld ausgeht, hält er Audienz bei Nathan Meyer Rothschild und bittet dort um einen Kredit. Rothschild ist amüsiert und möchte ihn unterstützen.
In der Zwischenzeit regelt seine Frau Lucie, genannt Schnucke, die Geschäfte zu Hause und merkt, dass sich mit ein wenig Geschick gut wirtschaften lässt. Außerdem nimmt sie sich einen Jüngling, den sie eigentlich als neuen Gartengestalter ausbilden wollte, als Liebhaber.
Pückler´s Ruf erholt sich langsam und die Frauenwelt lässt auch nicht mehr lange auf sich warten. Er scheint endlich bei seinem Ziel angekommen zu sein..
Stil:
Ralf Günther passt seinen Erzählstil der damaligen Zeit an, was den Lesefluss manchmal etwas bremst. Zudem werden historisch fundierte Personen in die Geschichte mit eingebaut, die leider etwas "verpulvert" werden. Charles Dickens beispielsweise wird zum schmierigen Klatschreporter. Der Roman wird größtenteils aus der Sicht des Fürsten geschildert, der in Briefen an seine Frau Schnucke die Geschehnisse schildert. Da sie ihm auch antwortet, erhält man verschiedene Perspektiven.
Eigene Meinung:
Anfangs fand ich die Idee gut, die wahren Ereignisse um Fürst Pückler in einem Roman zu verarbeiten. Auch die Erzählweise in Form von Briefen gefällt mir gut. Allerdings wurde die Geschichte von Seite zu Seite immer abstruser. Der Fürst benimmt sich wie ein eitler Pfau, der gar nicht mehr weiß, welche Frau er als nächstes becircen kann und seine Frau mit ihrem Jüngling ist auch nicht gerade besser. Dazu noch die Jagd nach dem Mörder, das war alles nichts Halbes und nichts Ganzes. Wenn sich der Autor für ein Genre entschieden hätte, wäre das Buch sicherlich besser gewesen, aber so war ich von den ganzen kindischen Liebelein einfach nur noch genervt.
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