Rezensionen & Testberichte von Sandra81

Richard Stark: Das Geld war schmutzig (Kartoniert / Broschiert)

Das Geld war schmutzig - Kartoniert / Broschiert

Diese Rezension wurde noch nicht bewertet
3 / 5 Sterne   Bei Geld hört die Freundschaft auf (11.08.2009)
Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich vorher noch nie etwas von Richard Stark und den Parker-Romanen gehört habe. Somit war dies mein erster Parker- Roman.

Es geht um den Anti-Helden Parker, der zusammen mit seinen "Kollegen" einen großen Coup gelandet hat, der im Vorgänger Band "Keiner rennt für immer" beschrieben wird. Das erbeutete Geld konnte in einer verlassenen Kirche deponiert werden, aber ein Mittäter wurde gefasst und hat auf seiner Flucht einen Polizisten erschossen. Von diesem Kollegen geht also eine gewisse Gefahr aus, hat er eventuell den Polizisten verraten, wo das Geld liegt?

Dann wäre da noch die Kopfgeldjägerin, die zusammen mit Parker und seinen weiteren Gehilfen gemeinsame Sache machen will. Der Plan: getarnt mit einem Van der "Erlöserkirche" soll das Geld aus der Kirche geholt werden. Da ihnen aber nicht nur die Polizei auf den Fersen ist, sondern auch andere an der Beute teilhaben wollen, beginnt ein großes Katz-und Maus Spiel.

Das Buch konnte man schnell und in einem Rutsch durchlesen, auch die Charaktere wurden gut beschrieben. Allerdings hat meine anfängliche Euphorie ziemlich schnell nachgelassen, irgendwas hat mir gefehlt. Wahrscheinlich hätte etwas mehr Spannung dem Buch gutgetan, auch mehr Erklärungen für Neulinge im Parker Metier hätte ich mir gewünscht. Also eher ein Krimi der alten Schule.
War diese Rezension hilfreich? |
Alle Angebote im Marktplatz
William P. Young: Die Hütte (Gebundene Ausgabe)

Die Hütte - Gebundene Ausgabe

3 von 6 Kunden fanden diese Rezension hilfreich:
2 / 5 Sterne   Ich vergebe, also bin ich? (11.08.2009)
Das Buch handelt von Mack, dem "Die große Traurigkeit" wiederfährt.

Mack ist ein liebender Familienvater, der mit seiner Frau Nan und seinen drei Kindern in Amerika lebt. Seine Frau ist sehr gläubig und nennt Gott schlicht und einfach "Papa", da sie so eine tiefe Bindung zu ihm spürt. Eines Tages entschließt sich Mack, mit seinen drei Kindern einen Ausflug zu unternehmen. Sie verbringen frohe Tage miteinander und am letzten Urlaubstag wollen die zwei Ältesten noch einmal mit dem Kanu fahren. Dabei passiert allerdings ein kleiner Unfall, alle sind ganz aufgeregt, aber keinem ist etwas passiert. Bis auffällt, dass die kleine Tochter nicht mehr da ist. In der ganzen Hektik muss sie verschwunden sein. Großangelegte Suchtrupps werden tagelang vorbereitet, doch die Kleine ist nicht mehr zu finden. Bis die Polizei schließlich ihr blutdurchtränktes Kleid findet.

3 Jahre später: Mack hat sich mit dem Tod seiner Tochter zwar abgefunden, kann aber aufgrund von Rachegedanken und der "großen Traurigkeit" nicht zur Ruhe kommen. Eines Tages bekommt er einen Brief von "Papa", der Mack in eben die Hütte einlädt, in der das Kleidchen der Tochter gefunden wurde.

Mack ist ganz verwirrt, nimmt aber die Reise auf sich. In der Hütte angekommen, trifft er tatsächlich auf Jesus, Gott und den Heiligen Geist. Es folgen tagelange Gespräche, die Mack Gott wieder näher bringen sollen.

Bei dem Buch bin ich sehr zwiegespalten. Die Idee, dass der Autor die Geschichte über seinen Freund, nach einer "wahren Begebenheit", schreibt, fand ich gelungen.
ABER da im Nachwort stand, dass alles nur erfunden sei, um ein Buch über den Galuben zu schreiben, hat mich etwas gestört.

Wahrscheinlich muss man in Amerika aufgewachsen sein, um sich den Dialogen hinzugeben und offen für solche Gedanken zu sein. Letztendlich ein gutes Buch, das Thema spricht nicht unbedingt jeden an, aber wer das Thema Religion auf eine andere Art kennenlernen möchte, sollte hier zugreifen.
War diese Rezension hilfreich? |
Alle Angebote im Marktplatz
Elly Griffiths: Totenpfad (Gebundene Ausgabe)

Totenpfad - Gebundene Ausgabe

Diese Rezension wurde noch nicht bewertet
3 / 5 Sterne   Die Mädchen im Moor (29.12.2009)
Meine anfängliche Euphorie für das Buch hat sich leider nicht lange gehalten. Es geht um die knapp 40-jährige Archäologin Dr. Ruth Galloway, die mit ihren zwei Katzen in England in der Nähe eines Salzmoors lebt. Sie ist Spezialistin für alte Knochen und wird eines Tages von der Polizei gebeten, sich Knochen anzusehen, die man im Moor gefunden hat. Da vor zehn Jahren bereits ein Mädchen aus der Gegend verschwunden ist und vor kurzem erst wieder, vermutet man, dass die Überreste einem der Mädchen gehören. Dem ist aber nicht so, da das Skelett einem Mädchen aus der Eisenzeit zuzuordnen ist, die scheinbar geopfert wurde.

Leiter der Ermittlungen ist Detective Nelson, der seit fast zehn Jahren in unregelmäßigen Abständen Briefe von einem Unbekannten bekommt, gespickt mit archäologischen Fachausdrücken, Zitaten und Hinweisen, wo das tote Mädchen im Moor zu finden sein soll. Nelson zeigt Ruth die Briefe und bindet sie fortan immer mehr in die Ermittlungen ein. Als Ruth schließlich die Leiche des seit kurzem verschwundenen Mädchens mit Hilfe der Briefe findet, ist sie für die Polizeiarbeit und auch für Chief Nelson unentbehrlich...

Sehr gut hat mir gefallen, dass Ruth eine gestandene Frau ist, die einem sofort sympathisch ist, auch weil sie ein paar Kilos zu viel auf den Hüften trägt. Auch Chief Nelson war trotz oder gerade wegen seiner schroffen Art ein echter Sympathieträger. Ab Mitte des Buches hat die Spannung jedoch arg nachgelassen und die Personen und ihr Privatleben rückten sehr stark in den Vordergrund, der Fall an sich war da eher Nebensache. Womit ich mich nicht anfreunden konnte, war die Auflösung des Falls, die mir doch etwas weit hergeholt schien und auch die privaten Umstände der Personen waren für mich nicht nachvollziehbar. Alles in allem ein solider Roman, der nicht unbedingt im Krimi-Bereich anzusiedeln ist mit einer sympathischen Hauptfigur. Hoffen wir, dass Frau Griffiths in den Fortsetzungen die Geschichten besser ausarbeitet, potential ist auf jeden Fall da.
War diese Rezension hilfreich? |
Alle Angebote: Neu ab 19,90 € Gebraucht ab 5,98 €
Josh Bazell: Schneller als der Tod (Gebundene Ausgabe)

Schneller als der Tod - Gebundene Ausgabe

Diese Rezension wurde noch nicht bewertet
5 / 5 Sterne   Genial!! (22.03.2010)
Ich vergebe wirklich selten fünf Sterne, aber in diesem Fall sind sie einfach gerechtfertigt.

Inhalt:

Pietro Brwna lebt bis zu seinem 15. Lebensjahr bei seinen polnischen Großeltern, die ihn liebevoll aufziehen. Eines Tages jedoch werden beide brutal ermordet. Das ist der Wendepunkt für Pietro und er beschließt, die Täter, die er im Mafia- Genre vermutet, umzubringen. Er lernt auf einer Elite- Schule schnell Adam Locano und seine Familie kennen, die zum Mafia Mob gehören und Pietro fortan wie ihren zweiten Sohn behandeln. Er freundet sich mit Adam an und es dauert auch nicht lange, bis Pietro die ersten "Aufträge" bekommt. Er verrichtet seine Arbeit gut und verdient sich schnell Respekt. Er lernt zudem seine erste große Liebe kennen, für die er alles tun würde. Bis zu dem Tag, an dem er mit Adam einen letzten Auftrag hat, bei dem so einiges schiefgeht und Pietro zu seinem Spitznamen "Die Bärentatze" kommt. Pietro kommt in Untersuchungshaft und fortan ins WITSEC, das Zeugenschutzprogramm. Er beginnt ein neues Leben als Arzt an einem Krankenhaus. Dort betreut er einen Patienten, den er noch aus seiner Vergangenheit kennt und droht, Pietro auffliegen zu lassen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt...

Stil:

Die Geschichte wird aus Pietros Sicht erzählt. Dabei springt er immer wieder vom aktuellen Geschehen in die Mafia- Vergangenheit, bis die Geschichte letztendlich ein großes Ganzes ergibt. Die Story ist einfallsreich, intelligent, brutal, teilweise sehr sarkastisch und spannend. Aufgelockert wird der Thriller durch Fußnoten, in denen der Leser direkt angesprochen wird. Hier werden z.B. medizinische Begriffe auf sehr unterhaltsame Art und Weise erklärt

Eigene Meinung:

Ich bin total begeistert! Ich habe das Buch an einem Nachmittag gelesen, weil ich es einfach nicht mehr aus der Hand legen konnte. Die Übergänge zwischen Gut und Böse sind nicht immer klar definiert und Pietro wächst einem schnell ans Herz, obwohl oder gerade weil er kein Unschuldslamm ist. Die Geschichte wurde auf eine neue Art erzählt, wie ich es bisher noch nicht gelesen habe. Da wird auch vor detaillierter Gewalt nicht zurückgeschreckt, aber es passt einfach zu der Geschichte. Den Namen Josh Bazell sollte man sich auf jeden Fall merken.

War diese Rezension hilfreich? |
Alle Angebote: Neu ab 18,95 € Gebraucht ab 1,32 €
Peter Prange: Himmelsdiebe (Gebundene Ausgabe)

Himmelsdiebe - Gebundene Ausgabe

Diese Rezension wurde noch nicht bewertet
5 / 5 Sterne   Bis das die Wirklichkeit uns scheidet (21.08.2010)
London im Jahr 1937. Der angesehene Maler Harry Winter und die junge und nicht weniger talentierte Engländerin Laura Paddington treffen bei Harrys Ausstellung das erste Mal aufeinander. Er ist sofort fasziniert von der hübschen Laura und verlässt seine Freundin Florence für ihn. Laura sieht in dem mehr als zwangig Jahre älteren Harry den "großen Zauberer", der ihr sehen, leben und lieben beibringen wird. Von Anfang an besteht eine Art Seelenverwandschaft zwischen ihnen, Laura wird Harrys Muse und auch ihre Arbeiten entwickeln sich weiter. Obwohl Harry Winter auf seiner letzten Ausstellung beschlossen hatte, der Liebe abzuschwören, hat er scheinbar in Laura die Frau fürs Leben gefunden.

Laura begleitet Harry nach Paris, wo sie sich ein "Zauberhaus" zulegen und den ganzen Tag mit der Liebe und der Kunst beschäftigt sind. Dabei nehmen sie nicht die Veränderungen wahr, die in der Welt vonstatten gehen. Die Nazis werden immer mächtiger und sind dabei, die Welt zu "säubern". Dabei wird auch nicht vor impressionistischen Künstlern wie Harry Halt gemacht, die fortan in der Ausstellung "Entartete Kunst" in Deutschland als abschreckendes Beispiel gelten sollen. Und so kommt es dann auch, dass Harry verhaftet wird und in ein Internierungslager gesteckt wird.

Das erste Mal getrennt, geht jeder anders mit dem Schmerz um. Laura wird im wahrsten Sinne des Wortes verrückt und von ihrer alten Freundin Geraldine in eine Nervenheilanstalt gesteckt. Dort kommt sie mit der Zeit wieder zur Vernunft und beschließt, dass sie "den großen Zauberer" nie wieder sehen darf, um nüchtern und gesund zu bleiben.

Harry hingegen sehnt sich mit jedem Tag mehr nach seiner "Windbraut". Ob die beiden letztendlich doch noch zusammen kommen, sollte jeder selbst herausfinden.

Peter Prange hat einen wahrlich großen Roman erschaffen, der einen guten Einblick in die damalige Künstlerszene, die Anfänge der Nazi-Zeit und natürlich der großen Liebe gibt.

Dabei schafft es der Autor, den selbstverliebten Harry so sympathisch zu zeichnen, dass man sich gerne auf die jahrelange Reise mit ihm begibt, einfach weil es jeder verdient, sein passendes Gegenstück zu finden. Denn wie heißt es so schön? "Halt an deiner Liebe fest".

War diese Rezension hilfreich? |
Alle Angebote im Marktplatz
Conni Lubek: Entlieben für Fortgeschrittene (Kartoniert / Broschiert)

Entlieben für Fortgeschrittene - Kartoniert / Broschiert

Diese Rezension wurde noch nicht bewertet
4 / 5 Sterne   Die Liebe ist ein seltsames Spiel... (09.11.2009)
... sie kommt und geht von einem zum anderen. Und so auch geschehen bei Lchen.

Der Inhalt ist schnell erzählt: Lchen, Frau Ende 30, erfolgreich in der Werbebranche tätig, hat sich nach 119 in den Holländer Dick verkliebt. In seiner Heimatstadt Amsterdam hat es recht gut geklappt mit den Beiden, doch bei ihr in Hamburg ist Dick Lchen irgendwie ein Dorn im Auge. Sie fühlt sich eingeengt und ist sich ihrer Liebe zu ihm nicht ganz sicher. Wieder in Amsterdam, geht es Lchen prächtig und der neue Mann an ihrer Seite scheint der Glücksgriff schlechthin zu sein. Doch die glücklichen Stunden sollen bald ihr jähes Ende finden. Der gute Dick war nicht ganz ehrlich und hat Lpunkt etwas zu beichten....

Das Buch war mal erfirschend anders. Besonders gut hat mir gefallen, dass Lchen eine Frau ist wie du und ich, sie ist in die Jahre gekommen und auch sonst recht "normal", so dass man sich schnell mit ihr identifizieren kann. Zudem weist das Buch einen feinen, intelligenten Humor auf und Lchen kann am Besten über sich selbst lachen. Das Buch zeigt, dass die Liebe einfach (schrecklich) schön sein kann und dass es kein Heilmittel dagegen gibt. Uneingeschränkt empfehlenswert für alle Frauen, die bei einem Buch lachen und weinen wollen und den Standpunkt vertreten: Love sucks. Aber nicht immer :-)

War diese Rezension hilfreich? |
Alle Angebote im Marktplatz
Joanne Harris: Blaue Augen (Gebundene Ausgabe)

Blaue Augen - Gebundene Ausgabe

Diese Rezension wurde noch nicht bewertet
4 / 5 Sterne   boesebuben (05.04.2011)
Der 42-jährige B. B. arbeitet im Krankenhaus, lebt noch bei seiner Mutter und betreibt regelmäßig den boesebuben Blog. Hier teilt er seinen Lesern Episoden aus seinem Leben mit, wobei er teilweise auch in die Vergangenheit springt.

Als jedoch einer der beiden Brüder B. B.´s bei einem Unfall ums Leben kommt, behauptet er, der Mörder zu sein und beginnt, chronologisch zu erzählen, wie aus “Blauauge”, wie B. B. sich selber nennt, ein Mörder wurde.

Blauauge wächst mit seinen beiden Brüdern bei seiner Mum Gloria in einer kleinen Stadt in im Norden Englands ohne Vater auf. Ihre Mutter teilt die drei Jungs in Farben auf, wobei ihr Liebling Blauauge immer blau tragen muss. Sie arbeitet hart, damit es ihre Kinder einmal besser haben. Dabei verlangt sie allerdings auch viel von ihren Jungs und schreckt auch vor körperlicher Gewalt nicht zurück.

Bei Blauauge wird ziemlich schnell eine besondere Gabe festgestellt, die ihn zu Dr. Peacock führt. Er veranstaltet wissenschaftliche Tests mit dem neuen Wunderkind und bringt Gloria den lange ersehnten Ruhm ein. Als jedoch das blinde Mädchen Emily auftaucht und Blauauge für Dr. Peacock und die Medien immer uninteressanter wird, häufen sich die Mordfälle in Blauauges Umfeld…

Der Roman wird anfangs aus Blauauges Sicht in Blogeinträgen geschrieben. Ab ca. der Hälfte meldet sich eine zweite Bloggerin, Albertine, zu Wort, die zu den (erfundenen?) Geschichten von Blauauge Stellung bezieht. Albertine war mit B.B´s Bruder Nigel zusammen und scheint noch eine Rechnung mit Blauauge offen zu haben, man spürt förmlich die Spannung zwischen den beiden.

Der Roman begann recht leise, man erfährt ausführlich von Blauauges Leben und den merkwürdigen Leuten aus der Nachbarschaft. Als sich jedoch Albertine zu Wort meldet, sich die Morde häufen und die falschen Identitäten langsam aufgedeckt werden, entsteht ein wahrer Psychothriller, den ich zum Schluss nicht mehr aus der Hand legen konnte. Joanne Harris führt dabei den Leser an der Nase herum und fordert seine vollste Aufmerksamkeit. Wer sich nicht von den vielen Personen und Wendungen aus der Fassung bringen lässt, wird mit einem wunderbaren Buch über Gut und Böse, Liebe und Hoffnung belohnt.

War diese Rezension hilfreich? |
Alle Angebote im Marktplatz
Oliver Stark: American Devil (Kartoniert / Broschiert)

American Devil - Kartoniert / Broschiert

Diese Rezension wurde noch nicht bewertet
3 / 5 Sterne   Leider nur 3 von 5 Hackebeilchen (29.10.2010)
Inhalt:
Ein sadistischer Mörder hat es auf New Yorks reichste und schönste Frauen abgesehen: innerhalb kürzester Zeit werden drei junge Frauen auf bestialische Weise ermordet, teils sogar in ihren eigenen Appartements. Den Leichen wird stets ein Körperteil oder Organ entwendet. Zudem werden sie vom Mörder so drapiert, dass sie einer religiösen Figur ähneln.
Da die Ermittler nicht weiter kommen, soll Tom Harper die Leitung übernehmen. Er gilt als ausgezeichneter Detective, wurde jedoch vom Dienst wegen einer Schlägerei unter Kollegen suspendiert. Nun stürzt er sich wie gewohnt in den Fall und kann auch schon erste Schlüsse ziehen. Da eine Vorraussetzung der Wiedereinstellung Harpers war, dass er sich psychologische Hilfe sucht, trifft er sich mit der neuen Polizeipsychologin Denise Levene. Die beiden werden sich mit der Zeit immer sympathischer und Harper weiht Denise in den Fall ein. Sie erstellt nun das Täterprofil.
Der Mörder ist den Polizisten allerdings immer einen Schritt voraus. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt…
Stil:
Der Thriller wird abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven erzählt. So erhält der Leser gute Eindrücke in das Denken des Mörders und auch der Ermittler. Leicht und flüssig geschrieben kommt schnell Spannung auf, auch weil der Mörder nicht gerade zimperlich mit seinen Opfern umgeht. ABER: Die Figuren entsprechen jedem gängigen Klischee, natürlich hat der Detective gerade eine ganz schwere Zeit hinter sich, der Mörder hatte eine schwere Kindheit usw. Gegen Ende wurde die Geschichte leider zunehmend schwächer, da ich viele Handlungsweisen nicht nachvollziehen konnte und ich die finale Auflösung auch nicht unbedingt schlüssig fand.
Eigene Meinung:
Angefangen hat der Thriller mit einem Paukenschlag und ich war sofort ans Buch gefesselt. Aber mit der Zeit hat die Geschichte arg nachgelassen, da anfangs erwähnte Hinweise nicht aufgelöst wurden und auch die Figuren sich einfach nicht weiter entwickelt haben. Stattdessen kamen neue Handlungsstränge ins Spiel, die mit der eigentlichen Geschichte nicht mehr viel zu tun hatten. Schade, denn so vergebe ich nur 3 von 5 Hackebeilchen.
War diese Rezension hilfreich? |
Alle Angebote im Marktplatz
Liz Jensen: Endzeit (Kartoniert / Broschiert)

Endzeit - Kartoniert / Broschiert

Diese Rezension wurde noch nicht bewertet
4 / 5 Sterne   Bethany Krall (12.05.2011)
Inhalt:
Die Kunsttherapeutin Gabrielle Fox hat einen schweren Schicksalsschlag hinter sich: durch einen Autounfall kam ihr Geliebter zu Tode und sie selbst sitzt seitdem im Rollstuhl und kann nicht mehr laufen. Um mit ihrem alten Leben abzuschließen, fängt sie in einer psychiatrischen Einrichtung in einer anderen Stadt an. Dort wird ihr die junge Bethany Krall zugeteilt, die ihre Mutter mit einem Korkenzieher umgebracht hat und seitdem als nicht therapierbar gilt. Gabrielle stößt schon in den ersten Tagen bei ihren Kollegen auf Widerstand und erfährt auch kaum etwas über ihre Vorgängerin, deren Vertretung sie übernommen hat.
Bei der ersten Sitzung mit Bethany wird schon klar, dass die nächsten Wochen nicht einfach werden. Bethany provoziert Gabrielle in einer Tour, nennt sie sogar “Roller” und arbeitet nicht mit. Doch als Gabrielle Bethany Bilder malen lässt, von denen sie behauptet, dass es sich um kommende Naturkatastrophen handelt, wird Gabrielle hellhörig. Tatsächlich treffen auch schon bald die ersten Vorhersagen ein. Doch an wen kann sich Gabrielle wenden? Am Institut stößt sie auf taube Ohren, schließlich stempelt man dort Bethany als verrückte Mörderin ab, die scheinbar auch schon Gabrielle in ihren Bann gezogen hat. Durch Zufall lernt sie den Physiker Frazer Melville kennen, dem sie Bethanys Bilder zeigt. Er entdeckt furchtbares und fortan beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit…

Eigene Meinung:
Die schlechten Rezensionen kann ich wirklich nicht nachvollziehen. Von Beginn an war mir Gabrielle sympathisch, die mit ihrer sarkastischen Art nicht nur bei ihrem Vorgesetzten aneckt. Des Weiteren hat mir gefallen, dass Gabrielles Sexualität ein Thema war. Obwohl ich auch zugeben muss, dass die Liebesgeschichte zwischen ihr und Melville teils genervt hat, insbesondere, wenn Gabrielle eifersüchtig war.
Auch Bethanys Figur empfand ich als gelungen, auf der einen Seite war sie verletzlich wie ein kleines Mädchen und sehnte sich nach Zuneigung, auf der anderen Seite war sie unberechenbar und man wusste nie, was sie als nächstes plant. Alles in allem eine spannende Mischung aus Endzeit- Thriller, Liebesgeschichte und Fanatismus.
War diese Rezension hilfreich? |
Alle Angebote: Neu ab 14,90 € Gebraucht ab 2,50 €
Luise Jacobs: Gesellschaftsspiele (Gebundene Ausgabe)

Gesellschaftsspiele - Gebundene Ausgabe

Diese Rezension wurde noch nicht bewertet
2 / 5 Sterne   Machtspielchen (10.06.2009)
Leider muss ich zugeben, dass ich mich etwas durch das Buch gequält habe.

Zum Einen wurde ich durch den Print "Wer hat Leo Becker getötet?" auf die falsche Fährte geführt. Sollte es sich doch um einen Krimi handeln? Ziemlich schnell wurde klar, dass es sich wirklich um Gesellschafftsspiele handelt, wie der Titel schon vorausgreift.

Allein mit sich und seiner Kunst, bereitet sich der Hauptprotagonist Leo Becker auf die Chance seines Lebens vor – eine Ausstellung im Metropolitan Museum von New York. Dafür soll er in kurzer Zeit 12 Bilder anfertigen. Doch der Maler gerät mehr und mehr unter Druck. Schließlich lockt die Kunstwelt mit all ihren guten und schlechten Reizen. Leo lässt nichts aus und ist trotzdem immer am Zweifeln und stets unzufrieden. Auch in der Liebe findet er keinen Halt. Weder bei seiner Ehefrau, noch bei seiner damaligen Geliebten.

Das Buch ist gut und flüssig zu lesen und teilweise verstecken sich wunderschöne Sätze auf den Seiten, die zum Nachdenken anregen. Allerdings konnte ich keine der vorgestellten Personen sympathisch finden, geschweige denn, mich mit ihnen identifizieren. Des Weiteren ist es zwar immer gut, wenn ein Autor sehr detailreich schreibt, aber gerade wenn einem die Künstlerszene als Thema nur gering interesseirt, fällt es einem schwer.
War diese Rezension hilfreich? |
Alle Angebote im Marktplatz
Ralf Günther: Der Gartenkünstler (Gebundene Ausgabe)

Der Gartenkünstler - Gebundene Ausgabe

Diese Rezension wurde noch nicht bewertet
2 / 5 Sterne   Der liebestolle Fürst (05.03.2010)
Inhalt:
Fürst Pückler, ein gutaussehender Mann von vierzig Jahren, hat sich in Muskau einen Traum verwirklicht: seine ganze Liebe hat er in die Gestaltung und Formung seines Parks und seiner Ländereien gesetzt. Leider auch sein ganzes Geld, denn die Bewirtschaftung verschlingt einiges an Geld, das er und seine Frau Lucie langsam ausgeht. Daher beschliessen die beiden, sich scheiden zu lassen. Hermann soll nun mit dem Diener Otto nach London reisen, um sich wieder reich zu verheiraten.

So eine Schiffsfahrt hat damals lange gedauert und so blieb genug Zeit, dass dem Fürsten bei seiner Ankunft schon der Ruf eines "Brautjägers" vorauseilte. Die nächsten Tage sahen nun auch nicht besser aus, da eine Tote aus dem Fluss gefischt wird, die er zufälligerweise am Abend zuvor noch gesehen hat. Viele "leichte Mädchen" mussten schon ihr Leben lassen und blöderweise ist immer der Fürst in der Nähe. Schnell wird er zum Verdächtigen, was ihm bei seiner Brautsuche nicht unbedingt hilft. Alleine sein neuer Diener Sherlock Holmes bewahrt den Überblick und kombiniert gewohnt klug.

Da ihm bald das Geld ausgeht, hält er Audienz bei Nathan Meyer Rothschild und bittet dort um einen Kredit. Rothschild ist amüsiert und möchte ihn unterstützen.

In der Zwischenzeit regelt seine Frau Lucie, genannt Schnucke, die Geschäfte zu Hause und merkt, dass sich mit ein wenig Geschick gut wirtschaften lässt. Außerdem nimmt sie sich einen Jüngling, den sie eigentlich als neuen Gartengestalter ausbilden wollte, als Liebhaber.

Pückler´s Ruf erholt sich langsam und die Frauenwelt lässt auch nicht mehr lange auf sich warten. Er scheint endlich bei seinem Ziel angekommen zu sein..

Stil:
Ralf Günther passt seinen Erzählstil der damaligen Zeit an, was den Lesefluss manchmal etwas bremst. Zudem werden historisch fundierte Personen in die Geschichte mit eingebaut, die leider etwas "verpulvert" werden. Charles Dickens beispielsweise wird zum schmierigen Klatschreporter. Der Roman wird größtenteils aus der Sicht des Fürsten geschildert, der in Briefen an seine Frau Schnucke die Geschehnisse schildert. Da sie ihm auch antwortet, erhält man verschiedene Perspektiven.

Eigene Meinung:
Anfangs fand ich die Idee gut, die wahren Ereignisse um Fürst Pückler in einem Roman zu verarbeiten. Auch die Erzählweise in Form von Briefen gefällt mir gut. Allerdings wurde die Geschichte von Seite zu Seite immer abstruser. Der Fürst benimmt sich wie ein eitler Pfau, der gar nicht mehr weiß, welche Frau er als nächstes becircen kann und seine Frau mit ihrem Jüngling ist auch nicht gerade besser. Dazu noch die Jagd nach dem Mörder, das war alles nichts Halbes und nichts Ganzes. Wenn sich der Autor für ein Genre entschieden hätte, wäre das Buch sicherlich besser gewesen, aber so war ich von den ganzen kindischen Liebelein einfach nur noch genervt.



War diese Rezension hilfreich? |
Hallie Ephron: Never tell a lie - Lügen können töten (Kartoniert / Broschiert)

Never tell a lie - Lügen können töten - Kartoniert / Broschiert

Diese Rezension wurde noch nicht bewertet
2 / 5 Sterne   Gähn... (02.07.2010)
Inhalt:
Die hochschwangere Ivy wohnt nun schon seit drei Jahren mit ihrem Mann David in einem alten viktorianischem Haus. Da sich auf dem Dachboden noch Sachen des Vormieters befinden, veranstalten die Beiden einen Hausflohmarkt.
Beim gut gefüllten Flohmarkt taucht auf einmal eine High- School Bekanntschaft des Ehepaars auf: Melinda “Mindy” White war damals sehr unscheinbar und eher ein “hässliches Entlein”. Nun ist sie auch schwanger, sehr hübsch und lässt sich von David das Haus zeigen, in dem ihre Mutter vor etlichen Jahren einmal gearbeitet hat.
Am Abend bekommt Ivy von ihrer Nachbarin eine alte Korbtruhe geschenkt, die sie eigentlich restaurieren wollte. Da die Truhe nicht mehr zu gebrauchen ist, stellt das Paar sie für die Müllabfuhr vor das Haus.
Den nächsten Tag steht die Polizei mit einem Durchsuchungsbe fehl vor der Tür. Melinda White wurde als vermisst gemeldet und niemand hat gesehen, dass sie den Hausflohmarkt verlassen hat. Zudem wird in der Korbtruhe noch ihre blutdurchtränkt e Bluse gefunden. Der Verdacht fällt auf Ivys Ehemann David, der sie als Letzter lebend gesehen hat. Aber ihr Mann ist doch kein Mörder…?

Eigene Meinung:
Leider muss ich sagen, dass mich selten etwas so aufgeregt hat wie die Personen in diesem Thriller. Man möchte die Personen ständig schütteln und rufen “warum tust das das!?!”
Schon nach knapp 100 Seiten kannte ich die Auflösung, die ganze Geschichte ist einfach zu vorhersehbar. Der Ehemann verstrickt sich in unnötigen Lügen und was die hochschwangere Ivy alles leisten kann, davon reden wir mal gar nicht. Alles in allem eine super Ausgangsidee, aus der leider nichts Vernünftiges wurde.
Zitieren
War diese Rezension hilfreich? |
Alle Angebote im Marktplatz
Wolfgang Schorlau: Das München-Komplott (Kartoniert / Broschiert)

Das München-Komplott - Kartoniert / Broschiert

Diese Rezension wurde noch nicht bewertet
4 / 5 Sterne   Die besten Geschichten schreibt das Leben (05.02.2010)
Bei diesem Krimi handelt es sich um eine Vermischung von wahren Begebenheiten und Fiktion.

Im Jahr 1980 fand ein Anschlag auf das Münchner Oktoberfest statt. Dieses Bombenattentat war das schwerste in der Geschichte Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. Als Täter wurde schnell ein junger Mann gefunden, der in die rechte Szene gehört.

30 Jahre später wird der ehemalige BKA- Mitarbeiter Georg Dengler, der nun Privatdetektiv ist, gebeten, sich das Material zur "Theresienwiese" noch einmal anzusehen. Schnell stößt er auf Ungereimtheiten und beginnt, den Fall genauer zu untersuchen.

Nebenbei wird ein weiterer Handlungsstrang eingeführt. Die junge, erfolgreiche Staatssekretärin trägt ein Familiengeheimnis bei sich, das schwer auf ihren Schultern lastet. Ihr höchstes Ziel ist es, ein Verbot der NDP zu erreichen. Schon bald zeigt sich, dass beide Fälle mehr gemeinsam haben, als anfangs gedacht und sogar Lebensgefahr besteht.

Mir hat der fünfte Fall von Georg Dengler außerordentlich gut gefallen. Die Verbindung von Fiktion und wahren Tatsachen, ein sehr sympathischer Ermittler und teilweise schockierende Einblicke in die (deutsche) Politik lassen diesen Krimi zu einem kleinen Highlight werden.

War diese Rezension hilfreich? |
Alle Angebote im Marktplatz
Carlos Ruiz Zafón: Marina (Gebundene Ausgabe)

Marina - Gebundene Ausgabe

Diese Rezension wurde noch nicht bewertet
4 / 5 Sterne   Zafons Anfänge (13.05.2011)
Inhalt:
Der 15-jährige Oscar streift eines Abends durch das Barcelona der 1970er Jahre und entdeckt eine abgelegene und scheinbar verlassene Villa. Er kann dem Haus nicht widerstehen, tritt ein und entdeckt eine Taschenuhr. Aufgeschreckt durch ein Geräusch, verlässt er das Haus und nimmt die Uhr mit. Aufgrund seiner starken Gewissensbisse will er die Uhr seinem Besitzer am nächsten Tag zurückgeben. Im Garten der Villa empfängt ihn die hübsche gleichaltrige Marina. Sie bringt ihn zu ihrem Vater, dem die Uhr gehört. Dieser verzeiht ihm den kurzem “Diebstahl” und lädt Oscar ein, Zeit mit ihm und seiner Tochter zu verbringen. Marina führt Oscar nun zu einem versteckten Friedhof, auf dem sie eine geheimnisvolle Frau in schwarz an einem namenlosen Grab beobachten. Die beiden folgen ihr und von nun an soll nichts mehr sein wie zuvor. Und was hat es mit dem schwarzen Schmetterling auf sich, der sie scheinbar verfolgt?

Eigene Meinung:
Bei Zafon möchte ich immer ein kleines Büchlein dabeihaben, in das ich die tollen Sätze, ja fast schon Weisheiten schreiben kann, die nahezu auf jeder Seite zu finden sind. Selten gelingt es einem Autor, den Leser von Beginn an zu fesseln, mit einer bildhaften Sprache zu verzaubern und die Figuren so lebendig werden zu lassen, dass man am Ende meint, neue Freunde gefunden zu haben.
Auch bei “Marina” steht wieder eine Liebesgeschichte im Vordergrund, die dramatischer nicht sein könnte. Der Gruseleffekt und die komplexe Geschichte, die Marina und Oscar aufdecken, tut ihr Übriges. Für Zafon Einsteiger und Fans definitiv empfehlenswert.
War diese Rezension hilfreich? |
Alle Angebote: Neu ab 19,95 € Gebraucht ab 13,99 €