2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich
Kundenbewertung: 5 von 5
„=Ein frühes Meisterwerk von Ridley Scott=“ (26.03.2012)
von
Kersten Kascherus
aus Frankfurt
Inhalt== Der Herr der Finsternis (Tim Curry) sendet seine Kobolde aus um die beiden letzten Einhörner zu töten, denn solange diese leben kann er die Welt nicht in Finsternis stürzen und die Herrschaft über sie erlangen. Bei ihrer Suche nach den Einhörnern stoßen die Kobolde im Wald auf die lebensfreudige Prinzessin Lily (Mia Sara), die sich mit dem Sohn des Waldes Jack (Tom Cruise) trifft, in den sie verliebt ist. Jack erwidert ihre Liebe und so führt er sie auf eine Lichtung um ihr die Einhörner zu zeigen. Und mit ihr, ohne es zu ahnen, die Kobolde. Als die leichtfertige Lily sich, Jacks Warnungen zum Trotz, den Einhörnern nähert und eines von ihnen, den Hengst, berührt, schießen die Kobolde einen Giftpfeil auf das fabelhafte Tier und töten es. Sogleich ziehen dunkle Wolken auf und die Welt fällt in einen tiefen Winter. Die Prinzessin aber, und die Einhornstute, entführen die Kobolde und bringen sie zu ihrem Herrn. Mit Hilfe von Gump, einer Art Puk, und ein paar Gnomen bricht Jack auf, seine Geliebte zu befreien und die Welt vor der Finsternis zu retten...
Fazit== Es war Ende der siebziger, Anfang der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts, dass ein britischer Werbefilmer namens Ridley Scott sich aufmachte sein Geld künftig auf ehrliche Weise zu verdienen (kleiner Scherz) und dabei, fast nebenbei, ein Film-Genre nach dem anderen revolutionierte. Sein erster Film >The Duellists< eine Joseph-Conrad-Verfilmung die in napoleonischer Zeit spielt, errang die begehrte Goldene Palme in Cannes; >Alien< revolutionierte den Horror-Film und stieß eine wahre Flut von Sci-Fi-Horror-Movies an, darunter drei Sequels, von denen allerdings keiner dem Vorbild gefährlich nahe kommen konnte; >Blade Runner< wurde zum zeitlosen Klassiker der intelligenten Science Fiction und Geburtsstunde des Cyber Punk.
Scotts vierter Film, das Fantasy-Epos >Legend< (1985) konnte an diese Erfolgsserie jedoch nicht anknüpfen. Das hatte Gründe. Einerseits werden Fantasy-, Mythen- und Sagenstoffe von der Mehrzahl der potenziellen Zuschauer traditionell für Weltfluchtmedien gehalten. Von den Einen werden sie dafür als anspruchslos geächtet. Die meisten der Liebhaber dieser Stoffe verteidigen hingegen ihre heiß geliebten Fantasiewelten verbissen gegen jeden Verdacht eines ihnen innewohnenden Anspruchs, eines tieferen Sinns oder Realitätsbezugs, oder gar einer Botschaft die über das ausgelutschte Gut gegen Böse hinaus gehen könnte, grad so als sei das Hirn ein parasitärer Fremdkörper den uns übelwollende Terroristen untergejubelt haben (noch ein Scherz). Nun inhaltsloser, eskapistischer Kitsch war von Ridley Scott natürlich nicht zu erwarten. Damals noch weniger als heute. Und das ist hier deutlich spürbar.
Zum anderen haben wir es bei der vorliegenden Fassung, die auch in den europäischen Kinos lief, mit einer verstümmelten Version zu tun (leider kein Scherz!). Und auch das lässt sich bedauerlicherweise kaum übersehen. Stellenweise ist der Film so stümperhaft geschnitten, dass man es sogar an der Musik merkt. Vereinzelte Bildfolgen wirken fast zusammenhanglos. Der Spannungsbogen leidet darunter mitunter stark.
Die Bilder indessen sind überwältigend. Hoch ästhetisch, in brillanten Farben durchkomponiert, voller Details und von überbotende Vorstellungskraft geprägt erzeugen sie eine Vision die an klassische Märchen wie die der Brüder Grimm oder auch an Shakespeares >Ein Mittsommernachtstraum< denken lassen. An letzteren erinnert auch die Figur des listigen Gump, gespielt von David Bennent (>Die BlechtrommelThe Rocky Horror Picture ShowAmerican Version< die 89 Minuten lang ist, einige inhaltliche Veränderungen enthalten soll und mit einer neuen Filmmusik versehen wurde, die von der deutschen Elektronik-Band Tangerine Dream, mit Unterstützung von Jon Anderson (Yes) und Brian Ferry (Roxy Music), stammt (Legend von Tangerine Dream). Ich kenne diesen Soundtrack nicht, bin aber skeptisch ob elektronische Musik zu diesem Film passen kann.
Die Filmmusik der dieser Rezension zugrunde liegenden Fassung des Films ist von dem großartigen Jerry Goldsmith (>Das OmenDer 13te KriegerPoltergeistHerr der Ringe< auf dem Fantasy-Sektor nichts was in Sachen Anspruch und visuelle Kraft an >Legende< hätte heranreichen können. Ein Director's Cut mit deutschen Ton wäre aber auf jeden Fall lohnend und wünschenswert gewesen. Ob die Urfassung von 1985 oder die hier nicht enthaltene längere nicht deutsch Synchronisierte Fassung (währe hier zu viel Synchro-Arbeit gewesen) der Weisheit letzter Schluss sind weiß ich nicht. Wollen wir hoffen, dass sich das bald ändert! Vielleicht in einer Spezial-Fan-Edition mit allen Versionen, wie bei >Blade Runner< ,aber was soll's man wird ja noch träumen dürfen!.
Abschließend zum Datenträger. Die Bildqualität des Films überrascht durch, für das Alter des Films,27 Jahre schier unfassbare Schärfe und Kontrastreichtum. Der deutsche Ton allerdings lässt, trotz Dolby Surround, zu wünschen übrig. Er klingt schwammig und stellenweise etwas verzerrt. Ebenso der spanische Ton. Ganz anders aber der englische Original-Ton (Dolby 2.0): glasklar und räumlich. Untertitel gibt es in den drei genannten Sprachen und Deutsch für Hörgeschädigte. Als Extra ist lediglich der Trailer zum Film, kurioserweise mit Musik aus >Alien< unterlegt, enthalten. Eine absolute Kaufempfehlung. === Euer Teddy ===