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Der europäische Vente Privée Markt - Teil 4.3: Brandsexclusive Kurzprofil + Interview mit Daniel Jarosch
Gerald: Daniel, du bist einer der Gründer von Brandsexclusive. Bitte stelle dich den Lesern kurz vor und erzähle uns, wie es zur Gründung von Brandsexclusive gekommen ist. Daniel: Meine Geschichte ist recht schnell erzählt und die von brandsExclusive ist zudem viel interessanter. Deswegen nur kurz ganz zu mir: Geborener Rheinländer mit australischen Pass und habe 12 der letzten 20 Jahre in Asien und Australien gelebt (doch immer die Fortuna im Herzen ;-). Berufliche Stationen waren Igedo Mode Messe in HongKong, Pricewaterhouse in Sydney (Medien & Internet) und dann eBay in Berlin. Insbesondere Berlin war eine klasse Zeit. Ich habe selten mit so vielen guten und netten Kollegen zusammengearbeitet. Investoren sind u.a. die Freelog Ltd., ein Europäisches Venture Capital Unternehmen, das nach Investitionen in anderen Sektoren in Deutschland sein erstes australisches eCommerce-Engagement eingegangen ist. 6 Monate später sind wir ein wirklich globales Unternehmen und vielleicht das erste australisch-deutsch-türkische Internet Startup. In unserem Team in Sydney arbeiten neben Australiern noch Mitarbeiter aus Frankreich, Columbia und der Ukraine. (Daniel Jarosch) Gerald: Das Vente Privée Modell ist sehr wachstumsstark. Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe für Wachstumsfinanzierungen sind aktuell zumindest in Deutschland die Regel. Ist das auch in Australien so? Warum werden sich die Investitionen für die Kapitalgeber rechnen? Daniel: In Australien ist das „Nur für Mitglieder" Shopping Club Model noch nicht verbreitet. Wir sind der erste By-Inviation-Only-Shopping-Club im australischen Markt. Es ist nur eine Frage der Zeit bis die nächsten Wachstumsfinanzierungen in Australien getätigt werden. Einige der Finanzierungen werden sich rechnen. Sehr sogar. Allerdings wird es wie immer auch zu einer Konsolidierung im Shopping Club Markt kommen und Gewinner und Verlierer geben. Das ist normal und hier bleibt abzuwarten, wer am Ende die Nase in Europa vorne hat. Gerald: Was unterscheidet den australischen Vente Privée Markt vom französischen Ursprungsmarkt und vom deutschen? Daniel: Der australische Markt ist aus vielerlei Hinsicht höchst interessant. Australien hat mit die höchste Internet Penetration der Welt und Australier kaufen sehr gerne online ein. Verglichen mit Deutschland hat Australien ca. ein Drittel der Internet User und das gleiche Bruttosozialprodukt pro Kopf (Indikator für Online Spend). Allerdings gibt es auch viele wichtige Unterschiede zwischen dem australischen und den europäischen Märkten, dass ich nur ein paar stichpunktartig nennen möchte. U.a. Riesige Entfernungen zwischen Städten und dementsprechende Logistikinfrastruktur. Das online Mode Angebot für den Konsumenten ist signifikant niedriger als in Europa. Der Australische Konsument hat ein signifikant anderes Online Verhalten und das Shopping Club Konzept ist noch Neuland für den australischen Konsumenten. Gerald: Wie groß schätzt du den australischen Vente Privée Markt aktuell ein? Welches Wachstum ist in den kommenden Jahren zu erwarten? Daniel: Der Markt für Australien & Neuseeland ist ca. 1/3 der deutschen Marktes. Wir sind noch sehr früh in der Entwicklung und werden in den nächsten Jahren die gleichen Wachstumsraten wie in Europa sehen. Gerald: Kann man von den Vorarbeiten der französischen „Markterfinder" viel lernen? Vente Privée ist ja schon seit 2001 aktiv. Gibt es da Lernkurveneffekte, die gegen euch sprechen? Daniel: Der eCommerce Markt bewegt sich fortlaufend und wir analysieren unser Umfeld ständig. Auf jeden Fall kann man vom französischen Markterfinder sehr viel lernen. Aber nicht nur von Vente Prive sondern auch von einigen anderen Shopping Clubs (z.b. Gilt oder Ruelala) und eCommerce Unternehmen. Wir haben keine Zweifel daran, dass auch in Australien das Private Shopping Club Konzept erfolgreich sein wird. Allerdings kommt es sehr auf das wie und wann an. Der australische Markt und die eigenen lokalen Erfolgsfaktoren sind nun mal sehr verschieden und so muss jede internationale Erkenntnis nicht nur angepasst, sondern manchmal auch neu erfunden werden. Gerald: Was sind im Moment eure größten Herausforderungen und wie begegnet ihr diesen? Daniel: Wir sind seid ein paar Wochen live und wachsen schon weit über unseren Erwartungen. Herausfordungen sind wie immer gute Leute für unser schnell wachsendes Team zu finden. Neben dem Tagesgeschäft arbeiten wir auch gerade daran die Lieferzeit noch weiter zu drücken. Weiter versuchen wir dem Australischen Konsumenten Zugang zu internationalen Modemarken zu geben, die nicht in Australien erhältlich sind. Damit wären wir die ersten weltweit, die sich an das nicht triviale Thema des grenzüberschreitenden Internet Handel rantrauen. Gerald: Daniel, ich danke dir für das Gespräch. ![]() (Daniel Jarosch und Rolf Weber) No TrackBacksTrackBack URL: http://www.hitmeister.de/blog/mt-tb.cgi/171 |
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