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Juni 2009

Der europäische Vente Privée Markt - Teil 3.1: Brands4Friends Kurzprofil + Interview mit Nicolas Speeck

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brands4friends_logo.PNGBrands4Friends Kurzprofil:

  • Gegründet: 2007
  • Gründer: Christian Heitmeyer, Constantin Bisanz, Nicolas Speeck, Mario Zimmermann
  • Investiertes Kapital: mind. 15 Mio. EUR; 5 Mio. EUR (2007), 10 Mio. EUR (2008)
  • Firmensitz: Berlin
  • Investoren: Holtzbrinck Ventures, Mangrove Capital, Partech International 
  • Bearbeitete Märkte: Deutschland, Österreich
  • Produktkategorien: Fashion, Lifestyle, Home&Living, Beauty
  • Mitarbeiterzahl Juni 2009: ca. 110 feste + 50 freie
  • Gesamtmitgliederzahl Juni 2009: über 2 Mio. alleine in Deutschland
  • Umsatz/Jahr seit Gründung: 25 Mio. Euro (2008) / 85 Mio. Euro (geplant 2009)

Gerald Schönbucher: Nicolas, du bist einer der Gründer von brands4friends. Bitte stelle dich den Lesern kurz vor und erzähle uns, wie du zu brands4friends gekommen bist.

brand4friends Nicolas.pngNicolas Speeck: Mein Name ist Nicolas Speeck, ich bin 33 Jahre alt und mittlerweile seit fast 10 Jahren im Bereich eCommerce / Onlinemarketing aktiv. Nach ersten Erfahrungen auf Agenturseite bin ich dann auf Unternehmensseite gewechselt - dort habe ich unter anderem das Onlinemarketing für ProMarkt/MakroMarkt und ElectronicScout24 geleitet. Danach habe ich mich mit der SchwarzGold eCommerce-Beratung selbstständig gemacht und z.B. Kunden wie T-Online, T-Mobile, Congstar und Teufel unterstützt.
Mitte 2007 hatte ich dann Christian Heitmeyer getroffen, welcher gerade auf der Suche nach einem Geschäftspartner war, der ihm im Marketing behilflich sein kann und eine Million Mitglieder für einen Shopping-Club gewinnen könnte. Wir waren uns gegenseitig sofort sympatisch und schnell handelseinig - ein Jahr später war auch schon die Eine-Million-Mitglieder-Marke mit brands4friends  geknackt... (lacht)

(Nicolas Speeck)

Gerald Schönbucher: Das Vente Privée Modell ist sehr wachstumsstark. Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe für Wachstumsfinanzierungen sind aktuell die Regel. Warum werden sich die Investitionen für die Kapitalgeber rechnen?

Nicolas Speeck: Bei dem Geschäftsmodell handelt es sich um ein klassisches Handelsmodell, welches nicht primär von Werbeerlösen abhängig ist. Der Handel von Gütern ist schon Jahrtausende alt und eine gut kalkulierbare Entscheidung. Da brands4friends innerhalb von zwei Jahren profitabel sein wird und ausgezeichnete Wachstumschancen hat, waren die Investments sicherlich eine sehr gute Entscheidung. Außerdem werden zwei bereits bestehende grundlegende Bedürfnisse befriedigt: Hersteller haben in einer globalisierten Wirtschaft zwangsläufig Produktionsüberkapazitäten und Endkunden wollen gerne sparen und lassen sich gerne von Impulskäufen überzeugen.

Gerald Schönbucher: Was unterscheidet den deutschen Vente Privée Markt vom französischen Ursprungsmarkt?

Nicolas Speeck: In Frankreich ist das Konzept vermutlich schon etwas fester in den Köpfen der Menschen verankert, da es dort in der Offline-Welt schon seit fast 15 Jahren erfolgreich und auch seit 8 Jahren im Onlinebereich vertreten ist. Allerdings lieben die Deutschen „Schnäppchen" und auch Aktionstage/-wochen sind seit Tchibo und ALDI ein sehr beliebtes Thema in Deutschland, so dass die Ausgangsbasis sehr gut ist.

Gerald Schönbucher: Wie groß schätzt du den deutschen Shopping-Club-Markt aktuell ein? Welches Wachstum ist in den kommenden Jahren zu erwarten?

Nicolas Speeck: Ich glaube, dass der Markt sich noch stark im Aufbau befindet und sehe mit Blick nach Frankreich und der Demographie in Deutschland momentan ein langfristiges Potenzial von insgesamt bis zu 10 Mio. Shopping-Club-Mitgliedern. brands4friends wird dabei sicherlich in Deutschland weiterhin die unangefochtene Nr.1 bleiben.

Gerald Schönbucher: Kann man von den Vorarbeiten der französischen „Markterfinder" viel lernen? Vente Privée ist ja schon seit 2001 aktiv. Gibt es da Lernkurveneffekte, die gegen euch sprechen?

Nicolas Speeck: Sicherlich hat Vente Privée längere Erfahrungen in dem speziellen Geschäftsmodell - allerdings hat es Ihnen bei der Expansion nach Deutschland wohl nicht viel geholfen. Nach nur wenigen Monaten hatten wir die schon deutlich länger im Markt befindlichen Wettbewerber aus Spanien und Frankreich überholt.

Gerald Schönbucher: Was sind im Moment eure größten Herausforderungen, und wie begegnet ihr diesen?

Nicolas Speeck: Durch unser starkes Wachstum hatten wir gerade Anfangs Problem die Personal-, Angebots-, Logistik- und Technikstrukturen schnell genug zu skalieren. Mittlerweile haben wir dies alles gut im Griff und können uns um den Feinschliff und die Verbesserungen im Detail kümmern.

Gerald Schönbucher: Nicolas, ich danke dir für das Gespräch.

brand4friends.png
(v.l. Mario Zimmermann, Christian Heitmeyer, Constantin Bisanz und Nicolas Speeck)


Der europäische Vente Privée Markt - Teil 2: Geschäftsmodell, Verbesserungspotenziale, Kritik des Konzepts

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Der erste Teil der Vente Privée Serie ging auf den Ursprung und die Grundidee des Konzepts, die Herkunft der verkauften Ware, die Motivation für die Mitgliedschaft in einem Club sowie die Profile der Vente Privée Nutzer ein. Der heutige zweite Teil umfasst das Vente Privée Geschäftsmodell, Verbesserungspotenziale sowie eine Kritik am Konzept.

Geschäftsmodell
In der Regel bieten die Vente Privée Anbieter eine kostenlose Mitgliedschaft. Auch auf Werbeerlöse durch Vermarktung der Page Impressions wird meist verzichtet. Die Umsatzerlöse werden primär mit den Aufschlägen auf die Einkaufspreise der angebotenen Produkte erzielt. Antoine Granjon, Gründer des französischen Marktführers Vente Privée, spricht im Interview mit dem Manager Magazin von einem Aufschlag von rund 30% auf den Einkaufspreis der Ware. Mit dieser Spanne werden primär Personal- und Logistikaufwendungen gedeckt. Die Clubs gewinnen ihre Mitglieder in erster Linie durch Referrals. Laut der Vente Privée Studie des Journals du Net  werden 66% von Freunden und Kollegen eingeladen. Der Rest meldet sich direkt an oder hat über Affiliate-Seiten von den Angeboten gehört. Die Marketingkosten der Clubs sollten somit relativ niedrig sein. Auf effiziente Marketingkanäle wie SEM setzen einige dennoch. Kürzliche habe ich z.B. AdWords-Anzeigen von Vente Privée auf „markenware billig" gesehen. Auf studiVZ sind auch regelmäßig Werbekampagnen von brands4friends zu sehen. Vermutlich wurden im Rahmen der Beteiligung von Holtzbrinck Ventures an dem Unternehmen auch Medialeistungen verhandelt. Jochen Krisch weist zudem darauf hin, dass die Club Mitglieder die Produkte vorfinanzieren. Die Ware wird beim Lieferanten erst nach Bestelleingang bestellt, bezahlt wird vom Mitglied aber sofort. Die Anbieter haben somit einen nicht unerheblichen Liquiditätsvorteil.

Verbesserungspotenziale
Die u.s. Grafik zeigt, wo die Befragten der Studie des Journals du Net bei den französischen Vente Privée Anbietern die größten Verbesserungspotenziale sehen.

verbesserungspotenziale.PNGKritik des Konzepts
Zwischen dem Exklusivitäts-Anspruch, der gegenüber den Markenartiklern artikuliert wird und dem Anspruch der Gründer und Gesellschafter Umsatz- bzw. Unternehmenswertsteigerung zu erzielen, besteht ein Zielkonflikt. Ein wesentlicher Wachstumstreiber ist die Zahl der neuen Mitglieder. Nimmt diese stark zu, ist der Club entsprechend weniger exklusiv. Mit diesem Konflikt setzt sich z.B. auch Olaf Kolbrück auseinander. Ein weiteres Problem ist die mit steigender Mitgliederzahl abnehmende Wertigkeit der verkauften Produkte. Je mehr Leute aus meinem Umfeld das gleiche Produkt besitzen, desto geringer ist tendenziell der Wert, den ich ihm beimesse.
Die angebotene Ware ist andernorts, etwa in Factory Outlets oder auf eBay im Zweifel noch günstiger zu haben. Auf eBay besteht zwar die Gefahr, dass es sich um Plagiate handelt, solange dies beim Käufer unbemerkt bleibt, ist das aber für die Preiswahrnehmung unbedeutend. Es bleibt somit auch künftig eine Herausforderung für die Anbieter, bei den Club Mitgliedern die Wahrnehmung zu nähren, dass die Angebote günstig sind. Solange der Referenzpreis des Kunden die UVP des Herstellers bleibt, ist dies unproblematisch. Sobald der Referenzpreis des Kunden aber der tatsächliche Marktpreis wird, wird das eine Herausforderung.
Die Retourenquote im Versandhandel ist beträchtlich. Bei Modeartikeln liegt sie teilweise über 50%. Während französische Club Shopper die Ware, wenn sie einmal nicht passt oder gefällt, auch mal einem Freund geben, sind die deutschen Käufer offenbar problematischer. Die lange Versandhandelserfahrung der Deutschen führt dazu, dass generell mehr bestellt wird, als man letztlich kaufen möchte. Insofern sollte das Management der Retourenquote für Vente Privée Anbieter eine Herausforderung darstellen. Liest man hingegen das Tritus-Interview mit Nicolas Speeck, der bei brands4friends als Marketing Director arbeitet, vernimmt man, dass die Retourenquote von brands4friends „im einstelligen Prozentbereich" liegen soll. Das ist bemerkenswert. Ähneln die Deutschen also den Franzosen doch stärker als Antoine Granjon annimmt, oder macht der deutsche Newcomer einfach etwas (in seinen Prozessen?) deutlich besser als der französische Marktführer?

Forderungsmanagement und Risikomanagement für E-Commerce-Unternehmen - Interview mit Dr. Alexander Ey, Vorstandsvorsitzender Media Finanz AG

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Wie bereits angekündigt, haben wir auf der IMK einige interessante Interviews geführt, die wir innerhalb einer Reihe in unserem Blog veröffentlichen werden. Den Anfang macht Dr. Alexander Ey, Vorstandsvorsitzender der Media Finanz AG, der Gerald Schönbucher zum Thema Forderungsmanagement im E-Commerce Rede und Antwort stand.


IMK Interview mit Dr. Alexander Ey, Vorstandsvorsitzen... - YouTube


Gerald Schönbucher: Hallo Alexander. Wer bist du, und was macht die Media Finanz AG?

Dr. Alexander Ey: Zunächst etwas zu meiner Person: Ich bin Vorstand der  Media Finanz AG. Eigentlich bin ich Branchenfremder und komme aus dem Medizinumfeld, habe aber softwareseitig eine Menge Erfahrung sammeln können und mich gemeinsam mit einem Team mit der Frage beschäftigt „Wie kann man das Thema Forderungsmanagement und  Risikooptimierung speziell für den Bereich E-Commerce optimieren?" Wir haben als erster Player am Markt ein online basiertes Mandantensystem aufgesetzt, über das in Echtzeit alle relevanten Prozesse in der Inkassobearbeitung, Kreditorenmanagement, Risikomanagement und in allen dazu gehörenden Bereichen abgewickelt werden können.

Mediafinanz kommt aus der klassischen Inkassoverarbeitung und hat mittlerweile sieben Jahre Markterfahrung auf dem Spezialgebiet E-Commerce. Dort rechnen wir im Prinzip den kompletten Anforderungskatalog an Risiko- und Präventionsmechanismen ab. D.h., wie kann ich risikobelastete Zahlarten mit bestimmten Betrugspräventionssystemen schützen und Ausfallquoten reduzieren? Wie kann ich das Kreditorenmanagement optimal abdecken, wie kann ich die besonderen Anforderungen wie Adressqualität, Kommunikationskanäle o.ä. im E-Commerce, speziell in der Inkassobearbeitung, behandeln?

Gerald Schönbucher
: Die Inkassobranche ist ja eine sehr tradierte Branche. Wenn man mit Leuten spricht und man sagt, man arbeitet in der Inkassobranche, wird direkt an „Moskau Inkasso" gedacht. Wo liegt denn der große Unterschied zwischen dem Online-Inkassobereich und dem traditionellen Inkasso?

Dr. Alexander Ey: Also ich bin kein „Moskau Inkasso", das lasse ich jetzt mal weg, denn das ist eine rufschädigende und unzulässige Art und Weise der Forderungseintreibung. Jetzt zum zweiten Teil der Frage, was den Inkassobereich im E-Commerce von dem Klassischen unterscheidet. Dazu ein paar Punkte:

Bedingt durch die Anonymität der Vertragsgestaltung im Internet ist die Betrugsaffinität im E-Commerce höher als beim klassischen Handel. Dadurch muss man ganz andere Systeme aufsetzen, um mit dem Thema Betrug umgehen zu können. Das heißt, dass die reine Bonität eines Kunden vielleicht an zweite Stelle in der Bedeutung einer Kreditentscheidung rückt. An die erste Stelle rutscht die Ratifizierung eines Kunden, die Unterscheidung eines Betrügers von einem guten Kunden, ohne damit sagen zu wollen, dass der Großteil der Onlineshopper Betrüger sind. Aber das Thema hat einen ganz großen Stellenwert im Internet.

Was die Inkassobearbeitung angeht, gibt es ebenfalls große Unterschiede, denn die Kommunikationskanäle im Internet sind ganz andere als in einer klassischen Geschäftswelt. Vieles geht über E-Mail, Handy, SMS, Bestätigungslinks, etc. Das zeigt, dass es ganz unterschiedliche Kommunikationskanäle und Leitmedien gibt, um mit dem jeweiligen Kunden zu kommunizieren. Hier muss die technische Infrastruktur in der Inkassobearbeitung entsprechend ausgerichtet sein, um Erfolgsquoten zu erzielen, die den Mandanten zufriedenstellen und im Idealfall kostenneutral für den Mandanten darstellbar sein. Darauf haben wir uns spezialisiert. Und das unterscheidet uns von den meisten anderen Inkassodienstleistern, denn die Inkassobranche ist sicherlich nicht die innovativste Branche auf der Welt, doch darin haben wir unsere Chance gesehen mit innovativen Herangehensweisen für den E-Commerce einen speziellen Dienstleiter auf die Beine zu stellen. Das ist glücklicherweise auch gelungen!

Gerald Schönbucher
: Wenn man sich die Entwicklung anschaut, sieht man, dass die Verschuldung der Privathaushalte in den letzten Jahren in Deutschland zugenommen hat. Sollte vor diesem Hintergrund der Händler überhaupt risikoreiche Zahlungsweisen wie Lastschriftverfahren o.ä. anbieten? Würdest du das einem Händler auf Hitmeister, der vielleicht noch nebenher einen eigenen Shop betreibt, empfehlen?

Dr. Alexander Ey
: Das ist natürlich immer ein heikles Thema. Grundsätzlich kann man behaupten: Je mehr Zahlungsarten man dem Käufer zur Verfügung stellt, desto mehr Umsatz wird man am Ende machen und desto geringer sind die Kaufabbruchquoten, was auch viele Studien belegen. Natürlich braucht man, um diese Zahlarten anzubieten, entsprechendes Know-How, um zu verhindern, dass die Ausfallquoten in Größenordnungen reinrutschen, die den Mehrumsatz nicht zu mehr Gewinn werden lassen. Aber gerade dafür braucht man einen guten Partner und gerade als kleiner Händler ist man gut bedient, wenn man Plattformen wählt, die entsprechendes Know-How aufbauen können. Beispiel Hitmeister - dort kann man natürlich viel mehr Aufwand betreiben um Präventionssysteme aufzusetzen, als es ein kleiner Online Shop Betreiber kann, denn das würde in keiner Relation zum Mehrumsatz, den er am Ende erzielen kann, stehen.
Abschließend würde ich jedem Onlineshopbetreiber raten, Zahlarten wie Lastschrift und Rechnungskauf anzubieten. Rechnungskauf ist mit 80% die beliebteste Zahlart deutscher Kunden, unmittelbar gefolgt von der Lastschrift. Das sind also die klaren Kundenbedürfnisse, und man ist als Händler gefragt ein System aufzusetzen, das das Risiko im Griff hält.

Gerald Schönbucher: Abschließende Frage: Was ist deine Meinung zur IMK 2009?

Dr. Alexander Ey: Ich bin das erste Mal bei der IMK, vielen Dank für die Einladung. Ich finde es eine super Plattform. Und ganz besonders gefällt mir, dass es keine klassische Konferenz mit Vorträgen und Ständen ist, sondern dass ihr ganz klar gesagt habt, hier geht es darum, locker in angenehmer Atmosphäre zusammen zu kommen. Man hat die Möglichkeit offene Gespräche zu führen und vielleicht von den anderen etwas zu lernen und hat selber auch die Möglichkeit, den anderen etwas mitzugeben. Man kann interessante Kontakte für geschäftliche Zusammenarbeit knüpfen. Noch ist der Tag nicht zu Ende, und wahrscheinlich wird es noch viel spannender als es jetzt schon ist. Also mir gefällt es sehr gut, und die Location ist super.

Gerald Schönbucher: Vielen Dank, dass Du dir die Zeit genommen hast.

Der europäische Vente Privée Markt - Teil 1: Ursprung, Grundidee, Herkunft der Ware

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Das aus Frankreich kommende Vente Privée Phänomen ist inzwischen auch in Deutschland sehr verbreitet. Ob BuyVIP oder Brands for Friends, die „geschlossenen" Shopping Clubs sind sehr erfolgreich und wachsen mit teils zweistelligen monatlichen Raten. Grund für uns, über den europäischen Vente Privée Markt eine Beitragsreihe zu schreiben.

Der heutige erste Teil geht auf den Ursprung und die Grundidee des Konzepts, die Herkunft der verkauften Ware, die Motivation für die Mitgliedschaft in einem Club sowie die Profile der Vente Privée Nutzer ein. Der zweite Teil wird das Vente Privée Geschäftsmodell, Verbesserungspotenziale sowie eine Kritik am Konzept umfassen. Im dritten und vierten Teil werden die einzelnen Vente Privée-Anbieter in Deutschland, Frankreich und ausgewählten anderen europäischen Ländern vorgestellt.

Ursprung und Grundidee

Vente Privée hat seinen Ursprung in Frankreich. Dort sind nach einer Studie des Journals du Net inzwischen über 90% der (befragten) Internetnutzer Mitglied in mindestens einem Vente Privée Club. Laut dem Manager Magazin gab es dort Ende 2008 6,5 Millionen registrierte Mitglieder. Die Mitgliedschaft in einem Vente Privée Club ist kostenlos. Registrierte Mitglieder bekommen regelmäßig Markenware zu gegenüber der UVP des Herstellers deutlich reduzierten Preisen angeboten. Oft betragen die Preisnachlässe über 50%. Die Aktionen dauern meist nur kurze Zeit, in der Regel zwei bis drei Tage. Der Verkauf wird multimedial oft sehr wertig aufbereitet. Damit wird versucht, den Wert der Marke - trotz des reduzierten Preises - nicht zu gefährden. Die Werbefilme werden von den Clubs aufwändig produziert. Grafiker, Sound-Ingenieure, Fotografen, Maskenbildner, Models und Webdesignern arbeiten bei der Verkaufstrailerkreation zusammen. Der französische Marktführer Vente Privée besitzt allein fünf Tonstudios.

Herkunft der Ware

Markenhersteller setzen in den seltensten Fällen ihre gesamte Saisonware ab. Überproduktion führt zu Restposten, die entweder vernichtet oder auf alternativen Wegen abgesetzt werden. Ein Alternativweg ist der Verkauf der Ware über einen privaten Shopping Club. Das Konzept begegnet der Befürchtung der Hersteller, dass ihre Ware auf irgendwelchen Grabbeltischen oder in Auslandsmärkten landet. Es bietet ihnen einen relativ gut kontrollierbaren Abverkaufskanal, der ihr Stammgeschäft nicht kannibalisiert. Kaufen können nur Mitglieder des Clubs, die von ihren Freunden oder Bekannten in den Club eingeladen werden müssen. Die Ware ist nach zwei bis drei Tagen verkauft. Im Anschluss daran werden die „Spuren" beseitigt, von den Verkäufen ist dann auch in den Ergebnissen der Suchmaschinen nichts mehr zu finden.

Motivation für die Mitgliedschaft in einem Club

Motivation für die Mitgliedschaft in einem Club sind nach der o.g. Studie des Journals du Net primär die attraktiven Preise, die sich deutlich unter der UVP des Herstellers bewegen. Außerdem sind die verkauften Marken und die Qualität der Produkte attraktiv. Schließlich werden noch die Seitenqualität und der After Sales-Service der Anbieter genannt.


Nutzer von Vente Privée Clubs

Gemäß der Journal du Net-Studie interessieren sich die Nutzer von Vente Privée Angeboten primär für Mode und Accessoires. Im Mittelfeld bewegen sich High Tech-Produkte, etwas abgeschlagen folgen Spielzeug, Sport- und Dekorationsartikel. Von den vom Journal du Net befragten 493 Internetnutzern in Frankreich haben 60% bereits mindestens dreimal bestellt. 65% der Einkäufe lagen bei 40-99 EUR, 11% unter 40 EUR und 24% über 100 EUR. Es zeigt sich, dass eher erfahrene Internetnutzer zur Nutzung des Vente Privée-Konzept neigen. Über 42% der Nutzer kaufen seit mehr als vier Jahren im Internet ein. Lediglich 8% sind „Frischlinge", die seit weniger als sechs Monaten im Web einkaufen.

Hitmeister Update

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Vielleicht ist es dem einen oder andern schon aufgefallen, dass Hitmeister heute Vormittag bis 9 Uhr nur schlecht erreichbar war. Wir haben in dieser Zeit ein Update gemacht und Folgendes wurde verbessert und erneuert:

1. Verbesserte Versandkostenstruktur

Wie bereits im letzten Händler-Newsletter angekündigt, ging heute die neue Versandkostenstruktur testweise live. Wir erhoffen uns hierdurch eine verbesserte Konversionsrate und somit mehr Umsatz. Selbstverständlich bekommen Verkäufer auch weiterhin die kompletten Versandkosten vom Kunden, Hitmeister behält sich hiervon nichts ein.

>> Zur aktuellen Versandkostenübersicht

2. Neues Abo zur Verkaufsförderung: Einblendung auf Startseite

Seit heute können Verkäufer Ihren Hitmeister-Shop prominent auf unserer Startseite bewerben. Für weniger als fünf Euro erscheint das Logo bzw. das Pseudonym einen Monat lang auf der Hitmeister-Startseite. Durch die Werbung auf der Startseite können Verkäufer Besucher direkt in ihren Hitmeister-Shop führen und so ihre Umsätze steigern!

>> Jetzt Einblendung auf Startseite buchen

3. Weitere Verbesserungen

Weiterhin haben wir das Artikeleditierungstool verbessert, indem wir die Auswahl der Kategorien für einen neuen Artikel übersichtlicher gestaltet haben. Wir werden die Artikelbearbeitung in den kommenden Wochen noch weiter verbessern und vereinfachen.
Es ist jetzt schon möglich, dass wir Coverbilder löschen. Hierzu einfach dem Hitmeister Händlerbetreuer Bescheid geben.
Wir möchten alle Verkäufer trotzdem bitten, dass nur Bilder hochgeladen werden, die das beschriebene Produkt darstellen und keine Cover bzw. Grafiken, die den Hinweis "Kein Produktfoto verfügbar" oder vergleichbare Formulierungen enthalten.

Für all unsere Afterbuy-Kunden übermitteln wir bei einem Verkauf zusätzlich zu den bisherigen Informationen noch die Artikelnummer bzw. offer_ID, die bei Hitmeister angegeben ist.

Außerdem wurde das Layout der Startseite überarbeitet, sodass nun deutlich sichtbar ist, welche Artikelvielfalt auf Hitmeister erhältlich ist. Als weitere Neuerung haben wir neue Gutscheintypen erstellt, z.B. Gutscheine nur für bestimmte Kategorien. Hierdurch hat unser Marketing mehr Gestaltungsmöglichkeiten und kann so gezielte Werbekampagnen machen.

E-Commerce-Lehrstühle in Deutschland

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Wir machen leider immer wieder die Erfahrung, dass es auf dem Arbeitsmarkt nur wenige theoretisch sehr gut ausgebildete Hochschulabsolventen mit einer Spezialisierung in E-Commerce gibt. Man kann bei Hitmeister zwar sehr schnell „on the job" lernen, aber für viele Fragestellung ist es hilfreich, wenn man auch eine theoretische Ausbildung mitbringt. Auch Bachelor-Praktikanten stellen mir im Rahmen ihres Praktikums bei uns regelmäßig die Frage, an welchen Universitäten und Fachhochschulen sie einen Master in E-Commerce machen können bzw. das theoretische Rüstzeug für eine Tätigkeit im E-Commerce erlernen können.

Daher habe ich versucht, die deutschen Lehrstühle zusammenzustellen, an denen es entweder einen Lehrstuhl für E-Commerce gibt oder an denen an einem anderen Lehrstuhl eine Beschäftigung mit dem Thema E-Commerce stattfindet. Ich habe dabei zunächst nach den Keywords „E-Commerce" und „E-Business" bzw. Abwandlungen davon gegoogelt. Ergänzt habe ich die Lehrstühle, die mir und Kollegen persönlich bekannt waren. Die Liste ist nach Universitäten und Fachhochschulen unterteilt und in alphabetischer Reihenfolge.

Lehrstühle an Universitäten, die sich mit E-Commerce beschäftigen

Technische Universität Dresden, Prof. Dr. Werner Essein

Universität Duisburg-Essen, Prof. Dr. Tobias Kollmann

Universität Frankfurt, Prof. Dr. Bernd Skiera

Universität Göttingen, Prof. Dr. Matthias Schumann

Universität Halle, Prof. Dr. Ralf Peters

Universität zu Kiel, Prof. Dr. Dr. h.c. Sönke Albers

Universität zu Köln, Prof. Dr. Detlef Schoder

Universität Leipzig, Prof. Dr. Volker Gruhn

Universität Magdeburg, Prof. Dr. Karim Sadrieh

Universität Mannheim, Prof. Dr. Daniel Veit

Universiät der Bundeswehr München, Prof. Dr. Martin Hepp

Universität Paderborn, Prof. Dr. Stefan Böttcher

Universität Potsdam, Prof. Dr. Christoph Lattemann

Universität Regensburg, Prof. Dr. Dieter Bartmann

Universität Siegen, Prof. Dr. Joachim Eigler

Universität Trier, Prof. Dr. Rolf  Weiber

WHU Otto Beisheim School of Management, Prof. Dr. Thomas Fischer

Lehrstühle an Fachhochschulen, die sich mit E-Commerce beschäftigen

Fachhochschule Heilbronn, Prof. Dr. Dieter Hertweck

Fachhochschule Wiesbaden, Prof. Dr. Jakob Weinberg

Ich bin mir sehr sicher, dass diese Übersicht nicht vollständig ist. Nennt mir gerne in den Kommentaren die Lehrstühle, die ich vergessen habe. Außerdem würde ich mich über Kommentare zu den einzelnen Lehrstühlen freuen. Vielleicht hat jemand ja einen besonders interessanten Forschungsschwerpunkt, der erwähnenswert wäre. Ich werde die vergessenen Lehrstühle und eure Kommentare beim Update der Übersicht berücksichtigen. Vielen Dank!

Die IMK 2009 in der Berichterstattung

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Was berichten die Besucher der IMK? Hier einige Beiträge:


Noch ein Hinweis an alle Namensschildbesitzer: Auf der Rückseite befindet sich ein individueller Gutschein-Code für Hitmeister! ;-)


Die IMK 2009 - Ein voller Erfolg!

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Wie schon die Jahre zuvor war die IMK ein voller Erfolg. Auf der mittlerweile bundesweit bekannten Veranstaltung für alle Online-Marketing-Interessierten konnten wir dieses Jahr einen Besucherrekord verzeichnen. Knapp 400 Besucher wollten sich die Veranstaltung im Rhein Energie Stadion nicht entgehen lassen (in vielen Blogs wurde fälschlicherweise von 200-250 Besuchern berichtet).

Das Feedback der Veranstaltung war durchweg positiv:

  • über 75% waren mit der Organisation voll und ganz zufrieden
  • 2/3 der Besucher fanden die Location „Top", das restliche Drittel immerhin noch „gut"
  • über 80% der Besucher wollen im nächsten Jahr wiederkommen, keiner schließt eine erneute Teilnahme aus
  • Mit dem Catering waren 70% zufrieden und 30% weniger zufrieden

Im Laufe des Abends haben wir außerdem einige interessante Interviews geführt, die wir hier im Blog in einer Reihe veröffentlichen werden, u.a. von


Zum Abschluss möchten wir noch ein paar Statements zur IMK veröffentlichen:

„Gute Atmosphäre zum Kontakte knüpfen und unterhalten, gerne wieder!"

„Das Catering war im Jahr davor besser, ansonsten war alles Top und kann nächstes Jahr exakt so wieder stattfinden!"

„Mir waren zu wenig Entscheider vor Ort. Dafür waren zu viele SEOs da."

„Sehr haben mir die zahlreichen interessanten Leute und Gespräche gefallen. Da die IMK mein Erstes Event dieser Art war, bin ich sehr begeistert. Die Location war super und es war alles gut organisiert!"

Ein großes „Danke schön" an unsere Sponsoren, die diese Veranstaltung möglich gemacht haben!

Preismanagement leicht gemacht

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Wer als Online-Händler auf Marktplätzen im Netz tätig ist, kennt mit Sicherheit das Problem, dass sich Preise schnell ändern und man im Idealfall ständig seine eigenen Preise an die Marktgegebenheiten anpassen sollte. Dies ist für Händler mit hunderten oder tausenden verschiedenen Produkten schlicht und einfach unmöglich. Um dieses Problem zu lösen, gibt es einige Tools, die Händler unterstützen können.
tiefstpreis.jpgDie verschiedenen Lösungen funktionieren vom Grundprinzip alle wie folgt: Statt nur des Verkaufspreises legt man eine Preisspanne, d.h. einen Maximal- und einen Mindestpreis, fest. Unterhalb des Mindestpreises wird man auf keinen Fall verkaufen. Die Vorteile dieses Systems liegen auf der Hand: Bei Produkten, bei denen man der günstigste Anbieter ist und der eigene  Preis deutlich unter einem teureren Konkurrenzangebot liegt, erhöht das Tool automatisch die Marge, da der Preis nur minimal unter den des Konkurrenten gesetzt wird. Außerdem lässt sich der Umsatz steigern bei Artikeln, bei denen man lediglich etwas günstiger anbieten muss (wenige Cents), um der günstigste Anbieter auf dem Markt zu sein.
Im Folgenden sollen drei Lösungsanbieter vorgestellt werden. Als Erstes sei der französische Software-Hersteller Sellermania zu nennen. Das Unternehmen wurde von zwei ehemaligen Mitarbeitern von Amazon Frankreich gegründet und ist Pionier auf dem Gebiet des dynamischen Preismanagements. Die Software bietet einerseits ein Warenwirtschaftssystem mit Anbindungen an diverse Marktplätze, ähnlich wie Afterbuy und Co. Das wirklich Innovative an Sellermania ist jedoch die dynamische Preisanpassung. Zusätzlich zu Mindest- und Maximalpreis wählt man eine Preisstrategie, die festlegt, wie aggressiv Preise unterboten werden sollen. In Deutschland funktioniert Sellermania für die Marktplätze von Amazon und Hitmeister.
Die xwave Group bietet als deutscher Wettbewerber zu Sellermania mit Ihrer Software Starsellersworld ebenfalls ein Preismanagement-System. Je nach Auswahl des Tarifs kann das Intervall der Preisanpassung bis zu einer Zeit von 30 Minuten gewählt werden. Die Preise werden also nahezu in real-time angepasst. Zusätzlich verfügt die Software über ein Warenwirtschaftssystem, mit dem man alle Verkäufe verwalten kann. Außerdem bietet Starsellersworld seinen Kunden noch Dropshipping an. Anbindungen an die Marktplätze Amazon und Hitmeister bestehen bereits, Gimahhot ist in Arbeit.
Wir von Hitmeister bieten auf unserer Plattform die Tiefstpreis-Automatik an, bei der man einen Mindest- und einen Maximalpreis angibt und das System den Verkaufspreis immer um 1 Cent unter den des günstigsten Anbieters senkt, bis zum festgelegten Mindestpreis.
Wenn man seine Preise auf mehreren Marktplätzen optimieren möchte, ist sicherlich das System von Sellermania zu empfehlen, für das Preismanagement auf Hitmeister reicht jedoch unsere Lösung völlig aus. Auch sind die nicht unerheblichen Preisunterschiede zwischen den einzelnen Tool-Anbietern zu berücksichtigen. Ganz egal, welches System man nutzt, eines hat man in jedem Fall gewonnen: Eine ganze Menge Zeit.

Ein Plädoyer für Brand PPC: Warum sich Google AdWords Anzeigen für die eigene Marke lohnen

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Obwohl Brand PPC bisweilen sehr kritisch gesehen wird, beobachte ich in letzter Zeit vermehrt E-Commerce-Unternehmen, die für ihre eigene Marke(n) Google AdWords Anzeigen schalten. Dieses Phänomen wird auch als Brand PPC oder Brand Bidding bezeichnet. In diesem Beitrag möchte ich analysieren, warum PPC für die eigene Marke sinnvoll sein kann. Da Google in Deutschland über ca. 90% Such-Marktanteil verfügt, ist PPC praktisch gleichzusetzen mit Google AdWords.

Auf den ersten Blick fallen einem zwei Hauptgründe ein, die gegen Brand PPC sprechen:
  • Besucher, die über die Brand-Anzeigen zu mir kommen, würden über die organische Suche ohnehin zu mir finden. Ich bezahle also für Traffic, den ich auch kostenlos erhalten kann.
  • Besucher, die über die Brand-Anzeigen zu mir kommen, sind wiederkehrende Besucher. Ich bezahle also für Kunden, die ohnehin schon in meiner Datenbank sind.

Warum kann Brand Bidding dennoch vernünftig sein? Gründe für Brand PPC:
  • Mit Brand Bidding bin ich in den Suchergebnissen stärker präsent. Mein „share of attention" beim Suchenden wächst, die Präsenz meines Wettbewerbs in den Suchergebnissen nimmt entsprechend ab.
  • Ein höherer „share of attention" sollte das Vertrauen des Suchenden in meine Marke stärken. Das erhöhte Vertrauen wiederum sollte die Konversionswahrscheinlichkeit des Besuchers erhöhen und damit meinen ROI steigern. In jedem Fall betreibe ich mit der höheren Aufmerksamkeit beim Suchenden, die bei den Top-3 der gekauften Suchergebnisse auch durch die farbige Hinterlegung der Anzeige gegeben ist, Markenaufbau bzw. Stärke meine Marke. Dies bestätigt auch eine 2007 durchgeführte Studie von Enquiro Search Solutions, die in dem Auszug der u.s. comScore-Präsentation zitiert wird. Demnach ist die gestützte Wiedererkennung der Marke bei einem Top-Suchergebnis in der organischen Suche kombiniert mit Brand PPC bzw. Sponsored Search im Durchschnitt 2,2x höher als bei einer PPC-Anzeige, die rechts von den organischen Suchergebnissen steht.

comScore-praesentation.jpg
  • Eine interne Studie von Search Engine Journal belegt, dass die Annahme mit Brand PPC primär wiederkehrende Besucher zu erreichen, nicht gehalten werden kann. Mehr als 50% der konvertierenden Besucher sind Neukunden.
  • Eine andere Studie von Search Engine Journal betrachtet drei Unternehmen (Group 1-3), die im selben Vertical tätig sind. Group 3 (blau) beendete am 24.02.2009 Brand PPC. In der Folge ging die Konversionszahl deutlich zurück. Dies mag zum Teil auch auf andere Effekte zurückzuführen sein, aber der Trend scheint eindeutig. Es ist zudem das Gerücht zu hören, dass vor einiger Zeit die gesamte Marketingabteilung von FTD.com, ein Blumenversender, entlassen wurde, weil sie auf Brand PPC verzichteten und ausschließlich auf ihre organischen Suchergebnisse setzten. Die Folge soll ein massiver Umsatzeinbruch gewesen sein.
search engine journal studie.jpg
  • Markenbezogene Keywords auch „branded keywords" sind durch ihre relativ hohe Klickrate (CTR) und damit einen hohen Quality Score sowie geringen oder nicht vorhandenen Wettbewerb in der Regel auch sehr günstig. Wir bezahlen mit Hitmeister in vielen Fällen nur 1 Cent je Klick. Die Rimm-Kaufman Group, die u.a. SEM-Dienstleistungen anbietet, spricht davon, dass ihre SEM-Kunden im Durchschnitt 5% ihres Gesamt-SEM-Budgets für Brand PPC ausgeben. Die Verbesserung des Quality Score wirkt sich im übrigen positiv auf mein gesamtes AdWords-Konto aus. Die Ausnahme von der Regel sind Marken/Seiten, die aus generischen Begriffen bestehen (z.B. fahrrad.de, geld.de). Dort sind die zu zahlenden CPCs sicher höher.
  • Wer ein Affiliate-Programm betreibt und seinen Affiliates SEM inkl. Brand Bidding erlaubt, vermeidet durch eigenes Brand Bidding, dass den Affiliates sämtlicher hoch konvertierender Traffic zugeordnet wird.
  • Ähnliches gilt für Anzeigen von Wettbewerbern, die meine Marke als weitgehendes Keyword einbuchen und somit bei Vertippern der Marke durch den Suchenden von meiner Markenbekanntheit profitieren können.
  • Brand PPC Anzeigen sind deutlich flexibler anzupassen als die SEO Meta Descriptions. Somit kann ich im Anzeigentext auch kurzfristig auf Sonderaktionen wie etwa ein paar versandkostenfreie Tage eingehen, Knappheit suggerieren und vor allem exakt meine Brand Message kontrollieren. Über die SEO-Snippets ist dies nicht vollständig möglich.
  • In unserer Branche sind „Last Click Analytics", also das Attribuieren der Konversionen auf den Marketing Channel, der für den letzten Klick verantwortlich ist, sehr verbreitet. Die partielle Zuordnung der Konversionen auf die unterschiedlichen Marketing Channels findet kaum statt, nicht zuletzt, weil zahlreiche Web Analytics-Softwarelösungen dies nicht unterstützen. Brand PPC liefert hier über sogenannte „assisted conversions", also Klicks die vor dem letzten Klick vor dem Kauf getätigt werden, einen weiteren Beitrag.

Mein Fazit:
Auch wenn mit Brand PPC Google von etablierten Marken monetär profitiert, ist das Schalten von AdWords-/PPC-Anzeigen für die eigene(n) Marke(n) sinnvoll.

Seid ihr anderer Meinung? Habt ihr weitere Daten/Beobachtungen zum Thema Brand PPC? Ich freue mich über Kommentare!

Weiterführende Quellen zu Brand PPC:

Preisvergleicher Marketing

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Ein Marketinginstrument von Hitmeister ist die Listung von Produkten in Preisvergleichern. Einige Preisvergleicher auf denen Hitmeister aktiv ist, sind u.a. Billiger.de, idealo.de, Preisroboter und Preistipp.de

Preisvergleicher listen die Angebote mehrerer Händler untereinander und bieten neben dem günstigsten Preis oftmals auch weitere Kriterien als Sortieroption an. Darüber hinaus stellen sie detaillierte Informationen zu dem Produkt bereit, integrieren Testergebnisse von Fachmagazinen, sowie Erfahrungsberichte von Verbrauchern. Die  Zuverlässigkeit des Händlers wird von den Kunden ebenfalls bewertet, wodurch Neukunden die Orientierung im Angebot erleichtert wird.

 Für Händler ist es attraktiv in einem Preisvergleich gelistet zu sein, da der potentielle Kunde bereits auf der Seite des Preisvergleichs nach dem entsprechenden Produkt sucht und damit nahe an der Kaufentscheidung ist, demnach recht zielgerichteter Traffic für den Händler zu erwarten ist. Nicht jeder Klick führt aber auch zu einem Kauf, denn oftmals suchen die Kunden auf der Seite des Händlers auch nur nach zusätzlichen Informationen zum Produkt oder wollen den aktuellen Lieferstatus überprüfen.

idealo_listing_klein.jpgDie Listung der Produkte erfolgt durch eine CSV Datei (Produktfeed), in der der Händler die Produkte aufnimmt, die er beim Preisvergleich einstellen möchte. Die Datei enthält in der Regel den EAN Code, anhand dessen das Produkt eindeutig zugeordnet werden kann, sowie Name, Bild und Deeplink zum Produkt. In Abhängigkeit vom Preisvergleich wird diese Liste stündlich oder zumindest einmal innerhalb von 24 Stunden neu eingelesen.

Der Händler bezahlt in der Regel nicht auf Provisionsbasis, sondern auf Klickbasis (CPC). Jedes Mal, wenn ein potentieller Kunde auf einen Link zum Händler klickt, werden diesem dafür einige Cent als Vermittlungsgebühr berechnet. Die Abrechnung auf CPC-Basis ist für den Händler mit Risiken verbunden, da trafficstarke Seiten binnen weniger Stunden mehrere hundert Clicks auf ein Produkt erzeugen können. Vielfach wir daher eine Budget-Obergrenze festgelegt, die den Händler vor bösen Überraschungen am Monatsende bewahren soll. Für eine rentable Listung reicht dies jedoch nicht aus, weshalb eine permanente Optimierung des Produktfeeds notwendig ist, was Thema des zweiten Teils sein soll.